Tag Archiv: Schule

Das G9 hat wenig Freunde

Bei einer Landtagsanhörung zur Zukunft des bayerischen Gymnasiums hat sich ein klares Bild ergeben: für die Beibehaltung des derzeitigen achtjährigen Gymnasiums.

 

Lediglich der Bayerische Philologenverband und der Landeschülerrat sprachen sich bei dem Expertentreffen am Donnerstag dafür aus, eine neunjährige Gymnasialzeit wieder zur Grundlage zu machen – mit Zusatzoption, das G9 auch in acht Jahren absolvieren zu können.

 

Mehr Stress und Leistungsdruck?

 

Sechs der geladenen dreizehn Lehrer und Wissenschaftler plädierten im Grundsatz für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums – unter anderem mit dem Argument, dass G8-Schüler nach den bisherigen Untersuchungen weder leistungsschwächer noch gestresster oder ängstlicher seien als G9-Schüler. Drei hielten ein Parallelangebot von acht- und neunjähriger Gymnasialzeit für sinnvoll, zwei vertraten keine klare Position pro oder kontra.

 

RG / dpa

BGH bestätigt Urteil gegen Lehrer wegen Missbrauchs von Schülern

Ein Münchner Waldorfschullehrer muss wegen sexuellen Missbrauchs von Schülern fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof habe die Revision des 58-Jährigen verworfen und das Urteil des Landgerichts Augsburg bestätigt, teilte der Augsburger Gerichtssprecher Claus Pätzel am Dienstag mit.

 

Der Mann hatte mehrere ihm als Klassenlehrer anvertraute Kinder sexuell missbraucht, in einem Fall auch schwer. «Die Übergriffe des seinerzeit in Schwabing tätigen Lehrers fanden zum Teil während einer Klassenfahrt sowie bei Besuchen der Kinder in seinem Wohnanwesen im Landkreis Landsberg statt», erklärte Pätzel.

 

Die Augsburger Jugendkammer war von 16 Fällen ausgegangen, die meisten jedoch minderschwer. Außerdem hätten die Opfer «keine gravierenden seelischen Folgen» davongetragen. Der Lehrer hatte im Laufe von mehr als 20 Jahren Buben der Waldorfschule bei sich zu Hause übernachten lassen. Die Schüler waren zur Tatzeit zwischen zehn und elf Jahre alt. Der Pädagoge war nach Angaben der Kammer bereits Anfang der 1970er Jahre durch pädophile Neigungen aufgefallen.

 

RG / dpa

Die Zukunft des Gymnasiums – erster Dialog

Es ist ein empfindliches Thema – wie lange soll das Gymnasium denn nun dauern? Einen offenen und Dialog, bei dem alle seiten gehört werden, gab es bisher noch nicht. Das soll sich jetzt ändern:

 

Im Streit um die künftige Dauer des Gymnasiums lädt das Kultusministerium heute (Dienstag) um 18.00 Uhr zu einem ersten Dialogforum.

 

 

Angekündigt haben sich die Spitzen aller relevanten Verbände – von den Lehrern über die Eltern bis zu den Schülern – sowie Vertreter von Wirtschaft, Hochschulen, Kirchen und Kommunen. Erwartet wird, dass sie zunächst nur ihre bekannten Positionen austauschen, die sich zwischen einer Beibehaltung des G8 und einer Rückkehr zum G9 bewegen.

 

 

Ein zweites Forum, das dann «Gymnasialkongress» heißen soll, ist für den 21. Juli geplant. Anschließend will sich Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) auf ein Modell für die künftige Dauer des Gymnasiums festlegen – und die Eckpunkte im Sommer dem Kabinett vorlegen.

 

 

jn / dpa

BLLV unterstützt G8/G9-Volksbegehren

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) stellt sich als erste große Bildungsorganisation hinter das Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium. „Wer das G 8 in seiner jetzigen Form ablehnt, sollte unbedingt beim Volksbegehren unterschreiben“, appellierte der BLLV-Landesvorstand am Donnerstag an seine mehr als 50 000 Mitglieder.

 
„Die meisten Menschen in Bayern sind sich einig, dass die jetzige Form des G 8 sowohl für viele Schüler und Lehrer als auch für die meisten Eltern als Zumutung empfunden wird», sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. „Wir wollen einen Volksentscheid, damit bei der wichtigen Frage der Weiterentwicklung des Gymnasiums möglichst viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden können.“

Bislang standen die Freien Wähler mit ihrem Volksbegehren allein, der BLVV ist der erste große Verbündete. Anders als beim Volksbegehren gegen Studiengebühren haben sich SPD und Grüne den Freien Wählern dieses Mal nicht angeschlossen.

Die zweiwöchige Eintragungsfrist für das Volksbegehren beginnt am 3. Juli. Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen sich zehn Prozent der bayerischen Bürger – mehr als 900 000 Menschen – in die Unterschriftenlisten eintragen. Auch die Staatsregierung will am Gymnasium etwas ändern, will ihre Eckpunkte aber erst nach dem Volksbegehren vorlegen.

 

rr/dpa

Kabinett diskutiert über Gymnasialzeit

Kabinett diskutiert Gymnasial-Fahrplan

 

Die Staatsregierung diskutiert bei ihrer Kabinettssitzung am Dienstag den Fahrplan für die Zukunft des bayerischen Gymnasiums. Dabei geht es um die Frage, ob die achtjährige Gymnasialzeit im Grundsatz wieder auf neun Jahre verlängert werden soll oder nicht.
Ministerpräsident Horst Seehofer hatte schon vor Wochen betont, dass die Eckpunkte noch vor der Sommerpause des Landtags feststehen sollen. Anfang Juli beginnt auch die zweiwöchige Eintragungsfrist der Freien Wähler, die eine Wahlfreiheit für die Eltern zwischen G8 und G9 durchsetzen wollen. Dieses Modell lehnt die Staatsregierung ab.

Kultusminister Ludwig Spaenle will sich vor der Entscheidung über eine mögliche Wiederverlängerung der Gymnasialzeit ein möglichst breites Meinungsbild verschaffen. Am 13. Mai soll in München das erste Dialogforum stattfinden, bei dem Lehrer, Eltern, Bildungspolitiker und sonstige Fachleute Stellung nehmen sollen.

 

rr/dpa

Bayern: SPD fordert Rückkehr zum G9

Der Streit um die Gymnasialform geht in die nächste Runde. Die Bayern-SPF fordert die Rückkehr zum G9.

 

Im Streit um die künftige Dauer des Gymnasiums in Bayern fordert die SPD eine Rückkehr zum G9. Auf einer Sitzung in Nürnberg beschloss der SPD-Landesvorstand am Sonntag, für eine Regellaufzeit von neun Jahren zu kämpfen. Gute Schüler sollen das Abitur aber weiterhin nach acht Jahren Gymnasium machen können. „Wir müssen handeln, denn Bayerns Schülerinnen und Schüler leiden unter dem Leistungsdruck“, betonte Landeschef Florian Pronold nach der Sitzung. Die CSU habe durch die konzeptlose Einführung des G8 viel Schaden angerichtet. Lernstoff und verfügbare Zeit passten nicht zusammen. „Bayerns Gymnasien müssen schnell langsamer werden.“

 

Die Freien Wähler wollen mit einem Volksbegehren die Wahlfreiheit zwischen dem G8 und dem G9 durchsetzen.

 

rr/dpa

Viele Gymnasiallehrer lehnen G8 ab

Laut einer Umfrage lehnen viele Gymnasiallehrer das G8 ab.

Viele Gymnasiallehrer in Bayern lehnen das G8 in der jetzigen Form ab. Dies ergab eine Umfrage des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) unter 670 Pädagogen an Gymnasien. 93 Prozent von ihnen sprachen sich gegen das derzeitige achtjährige Gymnasium aus. Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium befürworteten allerdings auch nur gut 40 Prozent.
Rund 90 Prozent der Teilnehmer forderten eine Wiedereinführung des Kurssystems mit Grund- und Leistungskursen, wie der BLLV am Dienstag in München mitteilte. Sehr viele sprachen sich auch dafür aus, Schüler individueller zu fördern und Lehrplaninhalte zu streichen, um mehr Zeit für das Einüben und Anwenden zu haben.

Am 3. Juli startet in Bayern das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Kultusminister Ludwig Spaenle hatte nach der Landtagswahl angekündigt, dass es vorerst keine neuen Schulreformen geben würde.

Diskussion um Gymnasialreform

Rückkehr zum G9 – Das fordert der Bayerische Philologenverband. Das geht aus den Eckpunkten des bpv für ein „neues neunjähriges Gymnasium“ hervor, die der bpv-Vorsitzende Max Schmidt am Mittwoch in München vorstellte. Der Lehrplan soll demnach vor allem in der Mittelstufe entzerrt werden. Besonders leistungsfähige Schüler sollen das Gymnasium aber wie bisher in acht Jahren durchlaufen können.

 

Auch die Freien Wähler fordern per Volksbegehren eine Teilrückkehr vom acht- zum neunjährigen Gymnasium. CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer sprach sich am Mittwoch jedoch gegen eine schnelle Änderung am Gymnasium aus. „Wir werden gar nichts schnell ändern“, so Kreuzer. „Wir werden uns von niemand unter Druck setzen lassen.“ Bayernws Ministerpräsident Horst Seehofer jedoch hatte nach Teilnehmerangaben am Vortag im Kabinett betont, dass die Staatsregierung dem Volksbegehren ein eigenes Konzept entgegensetzen und es Änderungen am G8 geben müsse.

 

rr/dpa

Bayerischer Philologenverband will G9

Der Bayerische Philologenverband will wieder deutlich mehr bayerischen Gymnasiasten als bisher eine neunjährige Gymnasialzeit ermöglichen. Verbandspräsident Max Schmidt plädierte deswegen am Dienstag für eine Änderung des bayerischen Schulgesetzes, in dem die achtjährige Gymnasialzeit festgeschrieben ist. "Ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass man das Erziehungs- und Unterrichtsgesetz ändern muss", so Schmidt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Philologenverband will an diesem Mittwoch sein mit Spannung erwartetes G9-Konzept vorstellen.

 

rr/dpa

SPD kritisiert Ausbau der Ganztagsschulen

Die SPD beklagt einen weiterhin schleppenden Ausbau von schulischen Ganztagsangeboten. „Nur 4,3 Prozent der Grundschüler und knapp über fünf Prozent aller Schüler besuchen eine echte Ganztagsschule – das ist ein Armutszeugnis für das selbsternannte Bildungsland Bayern“, sagte Fraktionsvize Simone Strohmayr am Donnerstag in München unter Hinweis auf Zahlen des Kultusministeriums. Sie beklagte, insgesamt sei das Ganztagsangebot an bayerischen Schulen „ein reparaturbedürftiges Flickwerk aus Nachmittagsbetreuung, verlängerter Mittagsbetreuung und Horten“. Derlei Angebote seien jedenfalls nicht als gleichwertig mit gebundenen Ganztagsangeboten anzusehen, sagte die SPD-Politikerin.
Das Kultusministerium betonte dagegen, der Freistaat baue das Angebot weiter konsequent aus. „Bis 2018 soll jede Schülerin und jeder Schüler bis 14 Jahre ein bedarfsgerechtes Ganztagsangebot wahrnehmen können“, bekräftigte Kultusminister Ludwig Spaenle.

 

rr/dpa

Faschingsferien: 1,7 Millionen Schüler starten in die Ferien

Ab in die Ferien: Für rund 1,7 Millionen Schüler und 110 000 Lehrer in Bayern beginnen an diesem Freitag die einwöchigen Winterferien. Bevor der Unterricht am 10. März weitergeht, können Schüler und Lehrer wieder Kraft danken, denn die Ferien sind eine gute Gelegenheit, um in Ruhe auf das erste Schulhalbjahr zurückzublicken, so Kultusminister Ludwig Spaenle. „Ferien dienen in erster Linie der Erholung“, sagte der Minister der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.

Auch der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands Klaus Wenzel begrüßt die Lernpause. Im Frühjahr steige die Anspannung bei Grundschülern wegen des Schulwechsels und bei Abiturienten wegen der letzten Prüfungen. An die Schüler appellierte Wenzel, die Ferien zu nutzen: „In dieser Woche sollten sie einfach mal nichts tun“.
rr/dpa

Wahlfreiheit G8/G9: Freie Wähler überreichen Unterschriften ein

Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 – Die Freien Wähler wollen ihre Forderung durch ein Volksbegehren durchsetzen. Am Freitagmittag haben sie ihren Antrag auf das G9-Volksbegehren samt den erforderlichen 25 000 Unterschriften beim Innenministerium eingereicht. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sagte der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung“: „Ich bin überzeugt, dass die CSU bis spätestens zum Sommer umschwenkt.“ Das achtjährige Gymnasium verlange den Schülern in zu kurzer Zeit zu viel ab. „Wir haben mit unserem Volksbegehren die Debatte angestoßen. Jetzt fordert auch der Bayerische Philologenverband ein G9“, sagte Aiwanger: „Die CSU kriegt diese Tür nicht mehr zu. Offen ist nur noch, wie dieses G9 konkret aussieht.“

Das Innenministerium prüft nun die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zulassung des Volksbegehrens. Falls das Innenministerium die Voraussetzung als nicht erfüllt ansieht, legt es den Antrag dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof vor. Dieser entscheidet dann über die Zulassung.

Bejaht das Innenministerium die gesetzlichen Voraussetzungen, wird das Volksbegehren innerhalb von 6 Wochen ab Antragseingang bekannt.

rr/dpa/Innenministerium

Knapp 780 Lehrstellen gestrichen

Die Staatsregierung hat bereits im Landtagswahlkampf 2013 knapp 780 befristete Lehrerstellen gestrichen. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Landtagsanfrage der SPD hervor. Darin schreibt das Haus von Kultusminister Ludwig Spaenle, dass die insgesamt 773 Stellen im Schuljahr 2011/12 befristet geschaffen worden seien. „Diese Stellen sind entsprechend dem im Doppelhaushalt 2013/2014 ausgebrachten Vermerk zum 01.08.2013 weggefallen“, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Dies widerspricht jedoch einem Versprechen von CSU-Chef Horst Seehofer. Im Landtagswahlkampf hatte er noch betont, dass als „demografische Rendite“ alle Lehrerstellen erhalten bleiben sollten, die ansonsten wegen des Schülerrückgangs eigentlich gestrichen werden könnten. „Die CSU und an Ihrer Spitze Herr Seehofer sind erneut bei einem gebrochenem Wahlversprechen ertappt“, wirft SPD-Haushaltsexperte Volkmar Halbleib der Staatsregierung vor. Trotz der Zusage im Bayernplan, die demografische Rendite voll in den Schulen zu belassen, seien bereits 773 Stellen für Lehrpersonal aus dieser Rendite an den Schulen ersatzlos gestrichen worden.

Das Kultusministerium dagegen argumentiert in seiner Antwort auf Halbleibs Fragen, dass die Staatsregierung von 2008 bis 2013 insgesamt mehr als 5 000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen habe. Nach einem Beschluss der CSU-Landtagsfraktion sollten die Stellen, die aufgrund des weiteren Schülerrückgangs wegfallen würden für den Rest der laufenden Legislaturperiode sämtlich im Schulsystem verbleiben.
rr/dpa

Kritik: Söder wirft Spaenle schlechte Personalplanung vor

Nach den Auseinandersetzungen um die Lehrerstellen an Bayerns Schulen wirft Finanzminister Markus Söder seinem Kollegen dem Kultusminister Ludwig Spaenle schlechte Personalplanung vor.

„Wir können vorhersagen, welcher Komet 2028 in welchem Abstand an der Erde vorbeifliegt“, sagte Söder dem „Münchner Merkur“. „Aber wir tun usn wahnsinnige schwer, im Januar zu ermitteln, welche Lehrer wir im September für welche Fächer brauchen.“

Auf Dauer müsse es eine transparentere Personalplanung für die Schulen geben, verlangte Söder. Zudem müsse man jungen Pädagogen zu Beginn ihrtes Studiums auch sagen können, zu welcher Fächerkombination Personal gebraucht wird. „Wir sollten nicht wieder in eine Situation wie jetzt kommen, wo wir die besten Referendare nicht einstellen können.“

Gleichzeitig bezeichnete Söder Spaenle aber als einen „starken Kultusminister“.

rr/dpa

 

Bayerns Regierung erwägt alternatives Gymnasiums-Konzept

Angesichts der anhaltenden Debatten um das achtjährige Gymnasium denkt die Staatsregierung darüber nach, mehr Schülern als bisher wieder eine neunjährige Gymnasialzeit zu ermöglichen. Dem geplanten Volksbegehren der Freien Wähler für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 soll möglicherweise ein eigenes Alternativkonzept entgegengesetzt werden. Das verlautete aus CSU-Kreisen. Es sei die Frage, ob man „etwas Neues“ brauche, also ein neues Angebot neben dem eigentlichen G8. Eine Abschaffung des G8 und eine Komplettrückkehr zum G9 steht demnach aber nicht zur Debatte.

rr/dpa

Spaenle: Thema Homosexualität ausreichend im Lehrplan vertreten

Die bayerische Staatsregierung hat keine Pläne, das Thema Homosexualität in der Schule anders zu behandeln als bislang. Das Thema sei bereits laut bisherigem Lehrplan «eingebettet in die Werteerziehung», sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

«In diesem Zusammenhang sind die Toleranz und der Respekt vor der Würde des Menschen – unabhängig von der Lebensform – zentral», heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

 
«Es ist Bayern ein wichtiges Anliegen, die Vielfalt an Lebenswirklichkeiten der Menschen auch im Unterricht und in Schulbüchern mit abzubilden», hieß es weiter in der Mitteilung.

 

Das sei auch in den Lehrplänen aller Schularten verankert. «Lebenswirklichkeit bezieht sich genauso auf Menschen, die in der traditionellen Familienform leben, wie auch auf Menschen, die sich für andere Lebensformen entschieden haben.» Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will das Thema Homosexualität im Unterricht ausführlicher behandelt wissen.

 

 

«Bayern ist in diesem Punkt Entwicklungsland», kritisierte die Grünen-Abgeordnete Claudia Stamm. Solange das Schimpfwort «schwule Sau» das häufigste in der Schule sei, herrsche Handlungsbedarf. Die Landtagsgrünen fordern einen Aktionsplan gegen Homophobie und eine Verankerung des Themas im Lehrplan. Außerdem müsse es in den Lehrerkollegien einen Ansprechpartner für schwule, lesbische oder bisexuelle Kinder geben.

 

«Aktuell steht im Lehrplan der 9. und 10. Klasse lediglich die Anweisung, Toleranz gegenüber Homosexuellen zu vermitteln», bemängelte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll. Das reiche aber nicht und gehe auch in die falsche Richtung. «Es geht um völlige Akzeptanz, nicht um großzügig verordnete Toleranz.»

 

 

jn / dpa

BLLV: Keine Nachhilfestunden in den Weihnachtsferien

Bald beginnen in Bayern die Weihnachtsferien – heute ist der letzte Schultag. Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, hat nun dazu aufgerufen, dass die Schüler die Ferien genießen sollen. Für Kinder sei Zeit mit der Familie das größte Geschenk zu Weihnachten. Der Schulranzen sollte mindestens bis zum 1. Januar in der Ecke liegen bleiben dürfen, sagte Wenzel am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Weihnachten sei ein Familienfest, so Wenzel. Die Schüler müssten sich nun mal entspannen dürfen, da sie seit September geackert hätten. Dann könnten sie auch mit neuem Schwung nach den Ferien weitermachen.

rr/dpa

Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband denkt über zehnjähriges Gymnasium nach

Der Aufbau des bayerischen Gymnasiums sorgt für viel Gesprächsstoff. Die Freien Wähler wollen die Wahlfreiheit zwischen einem acht- und einem neunstufigen Gymnasium. Die CSU hingegen vertritt nach wie vor das G 8. Nun hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband eine weitere Form ins Gespräch gebracht: Ein zehnjähriges Gymnasium. „Die Probleme mit G8 sind unübersehbar“, so BLLV-Präsident Klaus Wenzel in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Manche Eltern würden ihre Kinder trotz guter Noten lieber auf die Realschule schicken, um ihnen die Tortur des achtjährigen Gymnasiums zu ersparen, so Wenzel weiter. Schüler dürften nicht länger „auf ein Notenbündel reduziert“ werden, forderte Wenzel. Die Frage nach den Bildungszielen sei neu zu stellen, das Sitzenbleiben sollte bis auf wenige Ausnahmefälle abgeschafft werden.

Kultusminister Ludwig Spaenle hatte vor Kurzem noch erklärt, dass es erstmal keine größeren Schulreformen geben wird.

 

rr/dpa

Schulreform: Kultusminister Ludwig Spaenle schließt große Änderungen vorerst aus

Der wiedergewählte Kultusminister Ludwig Spaenle erklärte am Donnerstag in München, dass es vorerst keine großen Schulreformen in Bayern geben wird. Nach Jahren mit gravierenden Veränderungen, etwa am Gymnasium, seien jetzt Ruhe und pädagogische Verlässlichkeit gefragt, sagte Spaenle am Donnerstag im Bildungsausschuss im Landtag. Jedoch hieße dies nicht Stillstand. Sein Ziel sei es, das bestehende differenzierte Schulsystem in den kommenden Jahren stetig weiterzuentwickeln. Als Kernpunkte nannte er bessere Chancen für Kinder mit ausländischen Wurzeln und individuelle Lernzeit für jeden Schüler.Weiterhin soll mehr Raum für die Vertiefung von Unterrichtsstoff geschaffen werden.

rr/dpa

Bildungswesen: Spaenle kündigt politischen Kassensturz an

Um zu klären, an welchen Stellen es Nachbesserungsbedarf gibt, hat Schul- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle einen „politischen Kassensturz“ angekündigt. Zudem soll e4s Gespräche mit den bayerischen Uni-Präsidenten geben, die vor einem wachsenden Rückstand der bayerischen Hochschulen zur internationalen Spitze warnen und Milliardeninvestitionen fordern.

rr/dpa

1234567