Tag Archiv: Schwurgericht

München: Lebenslange Haft wegen Mord an Lebensgefährtin

Wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin ist ein Rentner am Donnerstag vom Münchner Schwurgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe sein Opfer an dessen 60. Geburtstag heimtückisch getötet, begründete der Vorsitzende die Entscheidung, die dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach. Die Verteidigung hatte auf eine dreizehnjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlags plädiert.
Dem Urteil zufolge hat der 67-Jährige seine Freundin am 13. April 2014 in der gemeinsamen Wohnung mit einem Küchenmesser von hinten angegriffen. Er hat ihr die Stichwaffe dreimal in den Hals gestoßen. Weil die Frau noch um Hilfe schrie, hat er ihr Mund und Nase zugehalten und sie mit einer Socke geknebelt. Das Opfer erstickte.

Der Angeklagte war danach mehrere Tage ziellos durch Deutschland gefahren und hatte sich schließlich, als ihm das Geld ausging, in Freiburg der Polizei gestellt. In der Tatwohnung ließ er ein Geständnis zurück: „Diese Frau hat mich in den Ruin getrieben und zum Mörder gemacht!“ Ein weiteres Motiv war laut Urteil die Überzeugung des Rentners, dass seine Freundin ihn mit ihrem Halbbruder betrüge. Er habe das Verbrechen schon einige Zeit erwogen.

Der gelernte Schriftsetzer gab im Prozess zu, die Frau getötet zu haben. Dies sei aber spontan geschehen, weil sie ihn als Schlappschwanz verhöhnt habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

rr/dpa

Lebenslange Haft für Sexualmord

Urteil lebenslänglich: Wegen eines Sexualmordes vor 24 Jahren muss ein 46-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Dies entschied das Münchner Schwurgericht.

Der damals 22-jährige Angeklagte hatte eine Rentnerin dem Urteil zufolge im September 1990 aus einem Wirtshaus in der Absicht nach Hause begleitet, mit ihr Sex zu haben – notfalls mit Gewalt. Die 63-Jährige habe den libanesischen Bürgerkriegsflüchtling mit den Worten „Hau ab, du Scheiß-Araber“ abgewiesen, worauf er sie würgte und die Sterbende missbrauchte.
An der Leiche der Frau stellte die Kriminalpolizei damals genetische Spuren des Mörders sicher. Sie hatte ihn im Todeskampf gekratzt, unter ihren Fingernägeln wurden Hautpartikel des Mannes gefunden. Die DNA war damals mangels Vergleichsmaterial nicht verwertbar. Erst bei Ermittlungen gegen den Angeklagten wegen Misshandlung seiner Ehefrau und Söhne wurde bei ihm eine Speichelprobe genommen und routinemäßig mit den Spuren sogenannter Altfälle abgeglichen.

Der inzwischen 46 Jahre alte Angeklagte hatte den Mord zum Prozessauftakt bestritten und weitere Angaben verweigert. Nach sechsmonatiger Beweisaufnahme hatte das Schwurgericht aber keinen Zweifel an seiner Schuld. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

rr/dpa