Tag Archiv: Sexualmord

Lebenslange Haft für Sexualmord

Urteil lebenslänglich: Wegen eines Sexualmordes vor 24 Jahren muss ein 46-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Dies entschied das Münchner Schwurgericht.

Der damals 22-jährige Angeklagte hatte eine Rentnerin dem Urteil zufolge im September 1990 aus einem Wirtshaus in der Absicht nach Hause begleitet, mit ihr Sex zu haben – notfalls mit Gewalt. Die 63-Jährige habe den libanesischen Bürgerkriegsflüchtling mit den Worten „Hau ab, du Scheiß-Araber“ abgewiesen, worauf er sie würgte und die Sterbende missbrauchte.
An der Leiche der Frau stellte die Kriminalpolizei damals genetische Spuren des Mörders sicher. Sie hatte ihn im Todeskampf gekratzt, unter ihren Fingernägeln wurden Hautpartikel des Mannes gefunden. Die DNA war damals mangels Vergleichsmaterial nicht verwertbar. Erst bei Ermittlungen gegen den Angeklagten wegen Misshandlung seiner Ehefrau und Söhne wurde bei ihm eine Speichelprobe genommen und routinemäßig mit den Spuren sogenannter Altfälle abgeglichen.

Der inzwischen 46 Jahre alte Angeklagte hatte den Mord zum Prozessauftakt bestritten und weitere Angaben verweigert. Nach sechsmonatiger Beweisaufnahme hatte das Schwurgericht aber keinen Zweifel an seiner Schuld. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

rr/dpa

Sexualmord an Zwölfjähriger: Das ist das Täterfahrzeug

Nach der Auffindung der Leiche eines 12-jährigen Mädchens im Ratheiweiher bei Neuburg an der Donau ermittelt die Sonderkommission „Franziska“ der Kripo Ingolstadt weiter mit Hochdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens. Taucher sind tagsüber damit beschäftigt, den See nach tatrelevanten Gegenständen abzusuchen. Speziell ausgebildete Suchhunde werden am Nachmittag am Weiher und am Ort des mutmaßlichen Verschwindens die Spurensuche aufnehmen.

 

 

Soweit die Kripo das bisherige Tatgeschehen rekonstruieren konnte, war die 12-Jährige am vergangenen Samstag zusammen mit Freunden an einem Spielplatz in Nassenfels. Am Spätnachmittag machte sie sich mit ihrem Fahrrad auf den Heimweg nach Möckenlohe. Unterwegs versandte das Mädchen eine Mitteilung über ihr Handy, dass ihr ein grüner Pkw auffällig folgt. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass der später festgenommene Beschuldigte das Opfer in seine Gewalt brachte und zu dem Weiher bei Neuburg fuhr. Wie der 26-jährige Tatverdächtige inzwischen einräumte, tötete er dort sein Opfer. Laut Obduktionsergebnis wies die Leiche deutliche Spuren von Gewalt gegen den Kopf und Hals auf. Bei der Leichenschau ergaben sich auch Anhaltspunkte für einen sexuellen Missbrauch. Der Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Auch wenn seine bisherige Vernehmung als Teilgeständnis der Tötungshandlung zu bewerten ist, bleiben für die Staatsanwaltschaft und die Ermittler doch noch viele wesentliche Fragen offen, zu denen der Beschuldigte bislang keine Angaben macht.

 

Auf die Spur des Täters kam die Polizei bereits im Rahmen der Vermisstensuche nach dem Mädchen. Die Eltern erstatteten am Sonntag Vermisstenmeldung, nachdem die Tochter nicht nach Hause gekommen und nicht wie angenommen bei einer Freundin übernachtet hatte. Der vom Tatverdächtigen benutzte grüne Pkw Toyota mit Weißenburger Kennzeichen war von Zeugen in Nassenfels in auffälliger Weise gesehen worden. Ein weiterer Hinweis auf das Auto ergab sich aus der Handymitteilung des Opfers.

 

Als am Sonntag gegen 16.30 Uhr Fischer die Leiche des Mädchens fanden und sofort die Verbindung zu der bestehenden Vermissung hergestellt wurde, konnte bereits konkret nach dem Auto gefahndet werden.

Gegen 21.00 Uhr stellte dann eine Polizeistreife der PI Neuburg den grünen Toyota im Stadtbereich fest. Der Fahrer flüchtete mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Donauwörth. Dort gelang dann die Festnahme des 26-Jährigen. Am Fahrzeug waren Kennzeichen angebracht, die nicht dafür ausgegeben waren. Der Pkw ist sichergestellt und wird mit Unterstützung des Landeskriminalamtes spurentechnisch untersucht.

 

Gegen den Beschuldigten wurden bereits mehrfach Ermittlungen wegen Aggressionsdelikten im Straßenverkehr, Körperverletzung und Sexualstraftaten geführt. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er nach einer Verurteilung aus der Haft entlassen.

 

Trotz der noch anstehenden umfangreichen Ermittlungen, zeigten sich die Mitglieder der Sonderkommission, einschließlich des Leiters sehr erleichtert, dass wenige Stunden nach dem Fund des getöteten Mädchens der mutmaßliche Tatverdächtige festgenommen werden konnte. Aufgrund der außergewöhnlichen Belastungssituation der Eltern werden diese von Angehörigen der Soko mit betreut.

 

 

jn / Polizeipräsidium Oberbayern Nord