Tag Archiv: Steuerhinterziehung

Fall Hoeneß: Staatsanwaltschaft durchsucht bayerische Finanzbehörden

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Steuer-Fall Hoeneß bayerische Finanzbehörden in Nürnberg und Mießbach durchsucht. Hintergrund ist eine Strafanzeige von Uli Hoeneß wegen Verletzung des Steuergeheimnisses. Im Oktober 2013 hatten Journalisten dem Präsidenten des FC Bayern München ein Dokument aus seiner Steuerakte vorgehalten, wie Staatsanwaltssprecher Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstagvormittag sagte. Die Staatsanwaltschaft will nun herausfinden, wer das interne Dokument weiterleitete. Am 10. März ist der Prozessauftakt der Verhandlung gegen Uli Hoeneß.

rr/dpa

Ex-Waffenlobbyist Schreiber in Augsburg zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt

Der Ex-Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist heute vom Landgericht Augsburg zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden – wegen Steuerhinterziehung in sechs Fällen. Bezüglich des Vorwurfs der Bestechung des damaligen Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls (CSU) wurde das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre und drei Monate Haft für Schreiber beantragt. Die Verteidigung hatte einen Freispruch des
79-Jährigen gefordert.

 

Schreiber gilt als Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre in den 1990er Jahren und war in Augsburg wegen millionenschwerer
Steuerhinterziehung zunächst zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil wegen Rechtsfehlern aber aufgehoben und das Verfahren für eine Neuauflage zurück nach Augsburg verwiesen.

 

mt / dpa

Uli Hoeneß vergießt Tränen bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München

Trotz Steuerhinterziehung: Der Verein steht hinter ihm. Diese Tatsache hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß so sehr gerührt, dass er bei der Jahreshauptversammlung in München vor versammelter Mannschaft in Tränen ausbrach. Vor allem die warmen Worte von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge haben den gebeutelten Hoeneß offenbar berührt: «Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt. Aber nicht nur von Deiner Rede, sondern von der Reaktion unserer, meiner Mitglieder. Vielen, vielen Dank», erklärte der langjährige FCB-Präsident und erntete stehende Ovationen. Trotzdem: Wenn der Prozess wegen Steuerhinterziehung vorüber ist, will er im Verein die Vertrauensfrage stellen.

 

Die Mitglieder sollen über den Präsidenten entscheiden dürfen

 

«Ich werde mich jedem Votum, das sie treffen, unterwerfen», sagte Hoeneß auf der Jahreshauptsammlung. Er wolle den Mitgliedern «das Recht geben, zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin». Er habe «einen Fehler» gemacht, gestand der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende. «Ich möchte mich nicht reinwaschen.» Der Zuspruch von Tausenden in der Halle ließ vorausahnen, wie die Mitglieder denken. Außerhalb des Clubs waren wiederholt Forderungen laut geworden, Hoeneß müsse seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef ruhen lassen oder niederlegen.

 

Rummenigges Worte rührten Hoeneß zu Tränen

 

«Ich wünsche Uli Hoeneß, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht», sagte Vorstandschef Rummenigge vor den versammelten 3573 Mitgliedern. «Uli erlebt sicherlich im Moment eine schwierige Zeit. Ich kenne ihn jetzt im nächsten Sommer 40 Jahre. Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern. Ohne sein unglaubliches Engagement, ohne sein Zutun, wäre der FC Bayern nicht das, was er glücklicherweise ist und darstellt.»

«Freundschaft zeigt sich gerade, wenn man bei Problemen zusammen steht», erklärte Rummenigge weiter. «Ich habe den Eindruck, ich bin nicht alleine sein Freund, der gesamte FC Bayern ist sein Freund.» Es sei ein Zeichen von Solidarität, dass sich der FC Bayern nicht von außen beeinflussen lasse, erklärte der Vorstandschef.

 

Rekordzahlen für den FC Bayern München

 

Neben dem überwältigenden Zuspruch konnte sich Uli Hoeneß über «gigantische» Zahlen freuen, wie er sagte. Mit 432,8 Millionen Euro gab es im Gesamtkonzern den nächsten Rekordumsatz, dazu mit 14 Millionen den dritthöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte. Die Zahl der Mitglieder schnellte auf 223 985 in die Höhe.

 

mt / dpa

Entscheidung in München: Uli Hoeneß muss vor Gericht

Es ist entschieden: Uli Hoeneß muss sich im kommenden Frühjahr wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II habe die Anklage gegen den Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München «unverändert» zugelassen, teilte die Pressestelle des Oberlandesgerichts München am Montag mit.

 

Uli Hoeneß über die Anklage: „Ich bin sehr überrascht“

 

«Ich bin sehr überrascht, dass unsere Selbstanzeige vom 17. Januar bis jetzt von den Behörden nicht für wirksam erklärt wird. Ich werde mit den Anwälten in den nächsten Monaten sehr hart daran arbeiten, dass unsere Argumente das Gericht überzeugen», sagte Hoeneß dem Magazin «Sport Bild».

 

Ab 10. März soll Hoeneß voraussichtlich auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant. Die Staatsanwaltschaft München II hatte Ende Juli Anklage gegen den 61 Jahre alten Vereinsboss erhoben.

Hoeneß hatte sich im vergangenen Januar selbst beim Finanzamt angezeigt. Trotz der Affäre behielt Hoeneß seine Posten beim Münchner Triple-Sieger.

 

mt / dpa

Anklage gegen Uli Hoeneß erhoben

Jetzt wird es ernst für Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen in seinem Fall  gestern abgeschlossen und heute, am 30. Juli,  die Anklage erhoben. Der 61-Jährige muss sich nun wegen Steuerhinterziehung verantworten, ihm wurde die Anklage in der Zwischenzeit ebenfalls zugestellt.

 

Die 5. Strafkammer (Wirtschaftsstrafkammer) des  Landgerichts München II entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens. Das kann sich aber noch bis September hinziehen – die Ermittlungsakten sind einfach zum umfangreich. Außerdem wurde der Verteidigung eine Äußerungsfrist von einem Monat zugebilligt.

 

 

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