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Tarifverhandlungen für Nahverkehr abgebrochen – Streiks drohen

Bus- und Straßenbahnfahrer im Freistaat müssen sich in den kommenden zwei Wochen auf Streiks einstellen. Die Tarifverhandlungen wurden nach der dritten Runde abgesprochen. Verdi plant nun Aktionen in ganz Bayern.

 

Im öffentlichen Nahverkehr drohen während der Pfingstferien Streiks. Die Gewerkschaft Verdi hat die Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) nach der dritten Gesprächsrunde in Nürnberg abgebrochen, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten.

 

Erwartungen werden nicht erfüllt

 

Das Angebot der Arbeitgeber reicht der Gewerkschaft nicht. «Die Verdi-Mitglieder hatten sich bei einer Befragung vor den Verhandlungen für eine deutliche Lohnerhöhung ausgesprochen. Ihre Erwartungen werden durch das Angebot der KAV aber nur völlig unzureichend erfüllt», sagte Verdi-Verhandlungsführer Manfred Weidenfelder. Die Gewerkschaft will nun mit Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verleihen.

 

Während der kommenden zwei Wochen solle es in ganz Bayern Aktionen geben, sagte ein Sprecher. Welche Städte betroffen sind, wie lange die Ausstände dauern und ob alle Verkehrsmittel bestreikt werden, sei noch unklar. «Wir wollen aber eher die einzelnen Betriebe unter Druck setzen als die Bürger.» Daher könnten beispielsweise Kontrollschaffner und Werkstätten bestreikt werden.

 

Die Arbeitgeber haben angeboten, dass die Löhne in diesem Jahr um 3 Prozent oder mindestens 90 Euro und im nächsten Jahr um 2,4 Prozent steigen. Alle Beschäftigten sollen zudem 30 statt 29 Tage Urlaub haben. Für Nachtarbeit soll es zusätzliche Urlaubstage geben. Verdi dagegen fordert bei einer Laufzeit von einem Jahr eine Erhöhung der unteren Löhne um 120 Euro und eine weitere Steigerung um vier Prozent.

Kein Verstädnis von Arbeitskampfmaßnahmen

 

Die Ablehnung von Verdi sei nicht nachvollziehbar, weil eine deutliche Mehrheit der Gewerkschaft in einer Befragung den Abschluss auf Bundesebene vor wenigen Wochen begrüßt habe, teilte der KAV mit. «Vor diesem Hintergrund haben die Nahverkehrsbetriebe in Bayern für die von Verdi und der dbb Tarifunion angekündigten Aktionen – bis hin zu möglichen Arbeitskampfmaßnahmen – kein Verständnis.»

 

RG / dpa

Warnstreikwoche beendet

Für diese Woche hat es sich ausgestreit. Doch vorher wurde bayernweit noch einmal verstärkt Druck gemacht.

Rund 2 500 Beschäftigte legten nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag allein in Bayern die Arbeit nieder. Bundesweit waren es laut Verdi mehr als 100 000 Arbeitnehmer. Auch Mittwoch kam es zu Warnstreiks, hier waren hauptsächlich Kitas betroffen.
„Unsere Warnstreiks sind damit in Bayern für diese Woche abgeschlossen“, sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter Norbert Flach. „Wir sind hoch zufrieden. Die Beschäftigten haben mit dieser sehr erfolgreichen Warnstreikwoche mehr als klare Signale an die Arbeitgeber und die nächste Verhandlungsrunde gesendet.“

Ein Schwerpunkt war am Donnerstag der Münchner Flughafen; ein Chaos blieb dort aber aus. Betroffen waren ferner Wasserschifffahrtsämter mit ihren Außenstellen sowie in manchen Städten Stadtwerke, Stadtentwässerung, Abfallwirtschaftsbetriebe und die Straßenreinigung. In München, Nürnberg und Regensburg sei Müll liegengeblieben, weil Mitarbeiter der Stadtreinigung und Müllabfuhr nicht gearbeitet hätten, sagte Flach. An den Wasserstraßen konnten einige zum Winterende geplante Reparaturen nicht durchgeführt werden, in Regensburg musste ein Theateraufführung abgesagt werden.

rr/dpa

Ein Flugzeug von Lufthansa beschleunigt

Warnstreik am Münchner Flughafen

Auch der Münchner Flughafen ist vom Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst betroffen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte für Donnerstag Warnstreiks bei der Betreibergesellschaft und beim Sicherheitspersonal an. Dazu könne es zu Verzögerungen im Ablauf bei der Abfertigung von Flugzeugen kommen, wie Verdi-Fachbereichsleiter Manfred Weidenfelder am Dienstag mitteilte. Der Warnstreik soll um 05:00 Uhr beginnen und wird voraussichtlich gegen 13:00 Uhr enden. Für 10:00 uhr ist eine Kundgebung mit anschließender Demonstration durch die Terminals geplant.

Auch an den Flughäfen in Frankfurt am Main, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart soll gestreikt werden.

 

rr/dpa

© Symbolbild

Streik bei Telekom

Die Gewerkschaft Verdi hat rund Mitarbeiter der Telekom zu einem Streik am Dienstag aufgerufen. Mehr als 600 Angestellte in Augsburg, Kempten, Nürnberg, Schweinfurt und Weiden sollen ihre Arbeit ruhen lassen. Damit will die Dienstleistungsgewerkschaft nach eigenen Angaben den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Verdi fordert 5,5 Prozent mehr Lohn für die Telekom-Mitarbeiter. Die Arbeitgeber haben ein Angebot vorgelegt, das über 2 Jahre verteilt insgesamt 3 Prozent mehr Geld vorsieht. Verdi hatte die Offerte umgehend abgelehnt. An diesem Donnerstag gehen in Hannover die Tarifverhandlungen für die bundesweit 72 000 Beschäftigten in die dritte Runde.

 

rr/dpa