Tag Archiv: Uli Hoeneß

München: Prozess gegen mutmaßlichen Hoeneß-Erpresser startet im Dezember

Der mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß muss sich noch vor Weihnachten vor Gericht verantworten. Die Verhandlung beginnt am 15. Dezember in München und ist auf drei Prozesstage angesetzt, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Weiterlesen

München: Festnahme in Zusammenhang mit Steueraffäre um Uli Hoeneß

Im Zusammenhang mit der Steueraffäre um Uli Hoeneß hat es eine Festnahme gegeben. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft München am Donnerstag. Details nannte die Behörde nicht. Laut einem Bericht der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ hat eine Zielfahndung des bayerischen Landeskriminalamts zur Festnahme eines Bankers geführt. Weiterlesen

Malzkaffee und Schinkennudeln – der strenge Haftalltag von Uli Hoeneß

Die Zelle misst acht Quadratmeter und ist spartanisch eingerichtet. Einen Promi-Bonus gibt es nicht – sagen zumindest die Verantwortlichen im Gefängnis von Landsberg, wo Uli Hoeneß seit Montag seine Haftstrafe absitzt. Der Tagesablauf ist streng geregelt.

 

Malzkaffee, Brot und Marmelade zum Frühstück. Kartoffelsuppe, Schinkennudeln und Salat zu Mittag, abends Brot, Käse und Margarine – so sieht jetzt der Speisezettel von Uli Hoeneß aus. Wecken um 5.50 Uhr, Arbeitsbeginn 7.00 Uhr, Mittagspause 11.00 bis 12.00 Uhr, dann wieder Arbeit, zwei Stunden Freigang nachmittags, «Generaleinschluss» in der Zelle um 19.00 Uhr. Es ist der Tagesablauf des prominentesten Häftlings in Deutschland. Der 62-Jährige sitzt im Gefängnis von Landsberg am Lech seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ab.

 

Eine Zelle in dem über 100 Jahre alten Gefängnis, in dem schon Adolf Hitler saß, misst acht Quadratmeter: Tisch, Bett, Stuhl, Waschbecken, Toilette, Spind. Als Luxus ein Fernseher, aber natürlich ohne Pay-TV. Mehr steht den Häftlingen nicht zu, Handy oder Laptop sind tabu. Hoeneß muss dunkelblaue Anstaltskleidung tragen, nur beim Freigang darf er einen Jogginganzug haben. Schließlich sollen alle Häftlinge gleich behandelt werden. Einen Promibonus gibt es nicht – angeblich.

 

Kam er in einer silbernen Limousine nach Landsberg?

 

Am Montag warteten Journalisten und Schaulustige vor dem Gefängnistor, doch niemand konnte genau sehen, wie Hoeneß in die Justizvollzugsanstalt kam. Kurz vor 12 Uhr fuhr eine silberne Limousine durch den Seiteneingang. Möglicherweise befand sich der 62-Jährige darin. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks hatte er sich am Morgen noch wie üblich frische Semmeln beim Bäcker in seinem Wohnort Bad Wiessee am Tegernsee gekauft.

 

Hoeneß muss nun wie jeder Häftling erst eine maximal zweiwöchige Zugangsphase mit mehreren Untersuchungen durchlaufen. In der Zeit ist eine Zwei-Mann-Zelle üblich. Danach steht ihm eine acht Quadratmeter große Zelle zu. Der offene Vollzug mit Arbeit außerhalb des Gefängnisses ist in der Regel erst 18 Monate vor Ende der Haft möglich. «Jeder kommt erst in den geschlossenen Vollzug», sagte Gefängnischefin Monika Groß bei einem Besichtigungstermin für die Medien am 31. März. In der Landsberger Haftanstalt gibt es eine Metzgerei. Hoeneß ist gelernter Metzger. Der Tagesverdienst in einem der Anstaltsbetriebe beträgt 11,94 Euro.

 

Im Freizeitbereich gibt es einen Fußballplatz

 

Im Gefängnis verteilen sich die Gänge mit den Zellen über vier Etagen sternförmig. Jede der rot angestrichenen Zellentüren hat eine sogenannte Kostklappe, kaum 20 Quadratzentimeter groß. Zwei Schlösser lassen keine Zweifel aufkommen: Hinter jeder dieser Türen büßt ein Gefangener seine Haftstrafe ab. In Landsberg sitzen nur Männer im Erstvollzug ein, darunter aber auch «Lebenslängliche», wie Franz Röck, Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes in Landsberg, weiß.

 

Das Mittagessen nehmen die Gefangenen im Speisesaal ein. An langen Tischreihen mit abgenutzten Kunststoffplatten sitzen jeweils zwölf Häftlinge in einer Reihe. Im rund 1000 Quadratmeter großen Hof können die Gefangenen beim täglichen Freigang Tischtennis oder Schach spielen. Fitnessgeräte stehen in einer Ecke. Während des Freigangs dürfen sich die Häftlinge im Zellentrakt gegenseitig besuchen. Zum Freizeitbereich gehört auch ein Fußballplatz mit einem allerdings recht holprigen Rasen. Hoeneß könnte dort seiner Leidenschaft frönen.

 

Wenn er lieber fromm sein will, kann er sonntags den Gottesdienst in der Anstaltskirche besuchen, ein Kirchenraum in einer Art neobyzantinischem Stil. An den Seiten stehen zwei Beichtstühle. Zwischen 30 und 50 Häftlinge gehen regelmäßig in die Kirche.

 

Prominenter Besuch kündigt sich an

 

Mehrere Freunde von Hoeneß, darunter Ex-Fußball-Nationalspieler Günter Netzer, haben bereits angekündigt, den 62-Jährigen im Gefängnis besuchen zu wollen. Doch darf Hoeneß nur zweimal im Monat je zwei Stunden Besuch bekommen, solange er im geschlossenen Vollzug ist. Vorrang dürften seine Frau Susi sowie seine beiden Kinder und sein Bruder Dieter haben. Bis zu drei Besucher gleichzeitig sind erlaubt. Gefangener und Besucher sitzen im wenig schmucken Besucherraum hinter vergitterten Fenstern an quadratischen Holztischen. Körperkontakt ist erlaubt, doch das Wachpersonal sieht alles.

 

Vielleicht wird Hoeneß schon bald in die Außenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses nahe Andechs (Landkreis Starnberg) verlegt. Der Gutsbetrieb dient seit 1995 als arbeitstherapeutische Einrichtung. Hohe Mauern und Stacheldraht sucht man vergebens. Die Insassen können sich im Gelände frei bewegen. Zwischen 10 und 15 Gefangene versorgen dort an die 1200 Rinder, Ziegen, Damwild und Geflügel oder helfen bei der Arbeit im Gemüsegarten und im Wald.

 

In Rothenfeld werden auch soziale Verhaltensweisen trainiert, die für die Wiedereingliederung nach der Entlassung wichtig sind. In einer Gefängnisbroschüre ist aufgeführt, womit sich die Häftlinge dabei auseinandersetzen sollen. Ein Thema lautet: Geld und Schulden.

 

RG / dpa

Chronologische Aufarbeitung des Fall Hoeneß

Laut übereinstimmenden Medienberichten tritt Uli Hoeneß heute seine Haftstrafe in der JVA Landsberg an.
München TV hat für Sie den „Fall Hoeneß“ chronologisch aufbereitet.

 

2001 bis 2006: Hoeneß spekuliert im großen Stil an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz. Der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus soll ihn mit Millionen unterstützt haben.

 

Januar 2013: Hoeneß zeigt sich beim Finanzamt selbst an. Die Staatsanwaltschaft München leitet ein Ermittlungsverfahren ein.
20. März 2013: Hoeneß bekommt in seinem Haus am Tegernsee Besuch von den Ermittlern. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Dieser wird außer Vollzug gesetzt – gegen Zahlung einer hohen Kaution.
20. April 2013: Der «Focus» macht den Fall öffentlich und berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft und Hoeneß selbst.
21. April 2013: Hoeneß schließt einen Rücktritt als Präsident des FC Bayern München aus. Die Kritik an ihm nimmt zu. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rückt von ihm ab, zeigt sich «enttäuscht».

 

23. April 2013: Die «Süddeutsche Zeitung» berichtet über den Haftbefehl und die Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro.

 

1. Mai 2013: Hoeneß zeigt in einem «Zeit»-Interview Reue und gibt Einblick in sein Seelenleben. Verbindungen seines Schweizer Kontos zum Rekordmeister schließt der Bayern-Präsident darin aus.

 

6. Mai 2013: Hoeneß bleibt nach einem 8:0-Votum der Mitglieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG.

 

25. Mai 2013: Selbst im Moment des großen Triumphes des FC Bayern steht Hoeneß unter dem Eindruck der Steueraffäre. Fast schüchtern greift er im Londoner Wembleystadion nach dem 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund nach dem Champions-League-Pokal.

 

 

 

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

 

30. Juli 2013: Die Staatsanwaltschaft München erhebt Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung.

 

4. November 2013: Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II lässt die Anklage gegen den Bayern-Präsidenten «unverändert» zu.
13. November 2013: Hoeneß wird auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern von den Mitgliedern gefeiert. Er vergießt Tränen und kündigt an, nach seinem Steuerstrafprozess auf einer außerordentlichen Versammlung die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden zu lassen.

 

23. Januar 2014: Die Staatsanwaltschaft München lässt bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung des Steuer- und des Dienstgeheimnisses durchsuchen. Es geht um die Frage: Wer gab Dokumente aus Hoeneß‘ Steuerakte an die Presse weiter?

 

10. März 2014: Begleitet von einem riesengroßen Medieninteresse beginnt in München der Prozess im «Strafverfahren gegen Ulrich H.». Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

 

11. März 2014: Die Summe der hinterzogenen Steuern wird immer höher. Hoeneß soll mehr als 27 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Grundlage sind Berechnungen einer Steuerfahnderin.
12. März 2014: Die schwindelerregende Steuerschuld hält die Hoeneß-Verteidigung für «sachgerecht». Die Selbstanzeige habe sämtliche Zahlen bereits enthalten.
13. März 2014: Uli Hoeneß wird zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Landgericht München spricht den Präsidenten des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung schuldig.

 

14. März 2014: Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück.

 

17. März 2014: Auch die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision. Damit erlangt das Urteil Rechtskraft.

 

13. Mai 2014: Genau zwei Monate nach der Verurteilung von Hoeneß wird bekannt, dass ein Ex-Häftling 215 000 Euro von dem prominenten Steuersünder erpressen wollte. Andernfalls gebe es schwerwiegende Konsequenzen in der Haft. Bei der geplanten Geldübergabe in München wird der 50-Jährige gefasst.

 

2. Juni 2014: Uli Hoeneß soll seine Haft im Gefängnis in Landsberg am Lech antreten.

 

 

 

RG / DPA

Uli Hoeneß heute ins Gefängnis?

Uli Hoeneß tritt heute seine Gefängnisstrafe in der JVA Landsberg an, berichtete die Bild Zeitung auf Ihrer Homepage.
Der Ex-Bayern-Präsident wurde wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

 

Am 13.März war Uli Hoeneß vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nach dpa-Informationen tritt der ehemalige FC Bayern München Präsident im Laufe des Tages seine Haft in Landsberg am Lech an.
Nach Bild-Informationen verzichtet Hoeneß auf einen Antrag als Freigänger.

 

Zuletzt wurde Uli Hoeneß Opfer eines Erpressers. Ein vorbestrafter Mann aus Solln hatte Ihm in einem anonymen Brief gedroht „Ihre Haftzeit wird kein Zuckerschlecken“. Bei der Geldübergabe wurde der Mann durch die Münchener Polizei gefasst und verhaftet.

 

Bereits vor einigen Wochen hatte Hoeneß angekündigt, dass er nach seiner Haftstrafe wieder zum FC Bayern zurückkehren werde.

 

 

RG / Bild / dpa

 

Zahl der Selbstanzeigen in Bayern vervierfacht

Die Zahl der Steuer-Selbstanzeigen in Bayern hat sich fast vervierfacht.

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern ist in Bayern im ersten Quartal dieses Jahres massiv in die Höhe geschnellt. Von Januar bis März zählten die Behörden nach Angaben des Finanzministeriums 2030 Selbstanzeigen von Bürgern, die damit Kapitalerträge in der Schweiz nachmeldeten. Das sind fast viermal so viele wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal 2013 gab es 530 Selbstanzeigen. Die Summe der geschätzten zusätzlichen Steuereinnahmen stieg im Jahresvergleich von 23 auf 80 Millionen Euro – ein Plus von 350 Prozent.

 
Selbstanzeigen 2013
Im Gesamtjahr 2013 registrierten die Behörden im Freistaat 3940 Selbstanzeigen. Die daraus resultierenden Steuermehreinnahmen summieren sich laut Finanzministerium auf 228 Millionen Euro.

 

Uli Hoeneß – Selbstanzeige mit Folgen

Im April vergangenen Jahres war die Steueraffäre um den langjährigen FC-Bayern-Boss Uli Hoeneß bekannt geworden. In diesem März nun wurde der Fußballmanager wegen Steuerhinterziehung vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

 

 

rr/dpa

Landsberg am Lech: Geheiminis um Hoeneß‘ Haftantritt!

Der Zeitpunkt des Haftantrittes von Deutschlands prominentestem Straftäter Uli Hoeneß rückt immer näher. Doch wann genau der wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-Boss des FC Bayern im Gefängnis von Landsberg am Lech einrücken muss, soll ein streng gehütetes Geheimnis bleiben. Alles hängt von einem Datum ab: der Zustellung der Urteilsbegründung.

Nach Paragraf 275 der Strafprozessordnung muss das Landgericht München II spätestens sieben Wochen nach Verkündung des Urteils den Prozessparteien die schriftliche Begründung vorlegen. Erst dann kann die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde Hoeneß die Ladung zum Haftantritt zukommen lassen. Ob das Gericht das ausführliche Urteil bereits verschickt hat, wollten am Montag weder die Verteidigung von Hoeneß noch die Staatsanwaltschaft noch das Gericht selbst mitteilen. Zuständig für die Vollstreckung der Haft ist die Staatsanwaltschaft München II. Ihr Sprecher Ken Heidenreich verwies darauf, dass Vollstreckungsverfahren stets nicht öffentlich seien.

Als sogenannter Selbststeller, der aus der Freiheit heraus und nicht aus Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt muss, dürfte Hoeneß sich selbst vor dem Gefängnistor einfinden. Die Ladung zum Haftantritt wird Hoeneß jedenfalls «binnen weniger Tage» nach Vorlage der Urteilsbegründung zugestellt, wie Heidenreich auf Anfrage mitteilte.

Schöpft das Gericht die Sieben-Wochen-Frist voll aus, wäre der 30. April das letztmögliche Datum für die Urteilszustellung. Uli Hoeneß könnte das Osterfest noch daheim am Tegernsee bei seiner Familie feiern. Spätestens Mitte Mai dürfte es aber ernst werden für Deutschlands prominentesten Steuerhinterzieher.

me/dpa

Ribéry über Hoeneß

Für Franck Ribéry wird Uli Hoeneß auch nach dessen Verurteilung als Steuersünder immer Teil von Bayern München bleiben. „Meine Generation kennt nur einen FC Bayern mit ihm“, sagte der französische Fußball-Profi der „Sport Bild“.

 

Er sei nicht nur eine Person des Klubs, sondern auch ein Teil der FC Bayern-Geschichte, so Ribéry. Der Fußballer bezeichnete Hoeneß als „Herz des Klubs“ und forderte, dem zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilten früheren Vereinspatron sollte man „nicht sein Lebenswerk aberkennen“.

 
Der ehemalige Bayern-Torhüter Oliver Kahn glaubt indes, dass Hoeneß nach dem Ende seiner Haft in den Verein zurückkehren kann. „Ich kann mir gut vorstellen, dass er auch aus dieser schwierigen Situation wieder zurückkommen wird“, schrieb der Ex-Nationalspieler in einem Blog bei „bild.de“ und ergänzte: „Wer Uli Hoeneß jetzt abschreibt, kennt ihn schlecht!“

 

rr/dpa

Hoeneß verzichtet auf Revision, Hainer wird Aufsichtsratchef

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige am Freitag in einer persönlichen Erklärung mit.

«Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich», hieß es in der Erklärung von Hoeneß. Er war am Donnerstag wegen der Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern verurteilt worden.

«Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder», schrieb er weiter. «Ich möchte damit Schaden vom meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung.»

Reaktion des FC Bayern

Gegen Mittag hat der Aufsichtsrat des FC Bayern dann entschieden:
Herbert Hainer (59), Vorstandsvorsitzender der adidas AG und bisher stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG, ist ab sofort bis auf weiteres Vorsitzender des Aufsichtsrates. Dieser Beschluss ist einstimmig vom Aufsichtsrat gefasst worden.

Karl Hopfner (61), 1. Vizepräsident des FC Bayern München eV und Mitglied des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG, ist ebenfalls einstimmig bis auf weiteres in den Präsidialausschuss des Aufsichtsrates gewählt worden.

me / mh

Hoeneß-Prozess: Urteil am Nachmittag erwartet

Die Presse wartet gespannt auf den Beginn des wahrscheinlich letzten Prozesstages um Uli Hoeneß, und Dutzende Zuschauer standen heute Morgen vor dem Justizpalast und warteten auf Einlass. So viel los war in dem vier Tage dauernden Prozess noch nie. Die Urteilsverkündung ist für den Nachmittag angesagt.
Im Prozess gegen den Steuersünder Uli Hoeneß hat am Donnerstagmorgen vor dem Münchner Landgericht der voraussichtlich letzte Verhandlungstag begonnen. Am Vormittag werden die Plädoyers von Anklage und Verteidigung erwartet. Danach dürfte die Urteilsverkündung folgen.

 

Die Anklage war ursprünglich von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe des Prozesses kamen aber neue Unterlagen hinzu und die Summe vervielfachte sich auf 27,2 Millionen Euro. Damit drohen dem Präsidenten des FC Bayern im Extremfall bis zu zehn Jahre Haft. Voraussetzung für die maximale Freiheitsstrafe ist, dass das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung sieht.

Erachten die Richter hingegen die Selbstanzeige für gültig, die Hoeneß im Januar 2013 eingereicht hatte, könnte das Verfahren eingestellt werden und Hoeneß straffrei bleiben. Die Steuerschuld plus Zinsen müsste er aber bezahlen.

 

 

jn / dpa

Hoeneß-Prozess: 3. Verhandlunsgtag nach 1,5 Stunden beendet

Nach nicht einmal eineinhalb Stunden wurde der 3. Verhandlungstag im Prozess gegen Uli Hoeneß beendet. Die Spekulationen, ob die Verhandlungen länger als die 4 angesetzten Tage dauern werden, konnten nicht bestätigt werden. „Das Gericht hat klargestellt, dass wenn morgen keine Beweisanträge mehr gestellt werden, auch die Plädoyers und die Urteilsverkündung folgen können“, so Gerichtssprecherin Andrea Titz.

 
Die Verteidigung von Hoeneß akzeptierte zuvor die von einer Finanzbeamtin auf 27,2 Millionen Euro bezifferten Steuerschulden. „Die Zahlen hält die Verteidigung für sachgerecht, da zweifeln wir nicht dran“, sagte Hoeneß‘ Anwalt Hanns W. Feigen vor dem Landgericht München II. Die Verteidigung sei von den am Dienstag bekanntgewordenen Zahlen keineswegs überrascht gewesen. „Wir sind ja nicht dämlich!“, sagte Feigen und betonte zudem: „In der Selbstanzeige, die Herr Hoeneß am 17. Januar 2013 eingereicht hat, sind sämtliche Zahlen bereits enthalten.“

 

Richter Rupert Heindl betonte, dass das Gericht bei einem Urteil von den neuen Zahlen ausgehen wird – und nicht von den 3,5 Millionen Euro, die Hoeneß in der Anklage vorgeworfen wurden. Im schlimmsten Fall droht dem Bayern-Boss eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren, sofern das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung bejahen sollte.

 

rr/dpa

Hoeneß-Prozess: Entscheidung über Urteilstermin

Tag drei im Prozess gegen Uli Hoeneß. Am Mittwoch sollen zwei weitere Zeugen verhört werden. Ein Betriebsprüfer, der Einkommensmillionär Hoeneß regelmäßig überprüft hat, sowie ein EDV-Mann des Finanzamtes Rosenheim sind ins Landgericht München II geladen. Nach den Anhörungen will das Gericht entscheiden, ob wie ursprünglich geplant bereits am Donnerstag ein Urteil fällt.

 

Der zweite Prozesstag war geprägt durch spektakuläre Enthüllungen über die Steuersünden. Hoeneß soll nun deutlich mehr Steuern hinterzogen hat als von ihm selbst zum Auftakt eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht nun von einer Steuerschuld von mindestens 27,2 Millionen Euro aus. Hoeneß hatte am Montag gestanden, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. In der Anklageschrift stand ursprünglich die Summe von 3,5 Millionen Euro.rr/dpa

Der Fall Uli Hoeneß

Das Urteil ist gefallen: 3 Jahre und 6 Monate Haft für Uli Hoeneß wegen schwerer Steuerhinterziehung. Seine Selbstanzeige wurde nicht als wirksam anerkannt.

 

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Am Freitag überrascht der Fall Hoeneß erneut: auf der einen Seite, wie zu erwarten war, tritt der 62-jährige mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück. Andererseits kündigte er an, keine Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

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Zum Auftakt seines Prozesses hat Uli Hoeneß alle Vorwürfe der Steuerhinterziehung voll eingeräumt. «Ich habe Steuern hinterzogen», sagte Hoeneß. «Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe gehofft, mit einer Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.»

 

Der wahre Knalle am ersten Prozesstag ist die Summe, die Hoeneß einräumt hinterzogen zu haben: satte 18,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft war bisher von nur 3,5 Millionen ausgegangen.

 

Hier der Beitrag zum ersten Verhandlungstag:

 

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Er habe mit immensen Summen regelrecht «gezockt» und keinen rechten Überblick mehr über Gewinne und Verluste gehabt, sagte Hoeneß weiter. Unter dem Strich habe er in den Jahren 2003 bis 2009, auf die sich die Anklage bezieht, Verluste in Millionenhöhe gemacht. Dennoch sei ihm klar, dass er zwischenzeitliche Gewinne hätte versteuern müssen.

 

«Ich bin froh, dass jetzt alles transparent auf dem Tisch liegt. Mein Fehlverhalten bedauere ich zutiefst. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird.» Er wolle alle Schulden nachzahlen. Er erinnerte daran, dass er insgesamt auch fünf Millionen Euro für soziale Zwecke gespendet hatte. «Ich bin kein Sozialschmarotzer», sagte Hoeneß.

Die Anklage wirft dem 62-Jährigen vor, Steuern in Höhe von insgesamt 3,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Staatsanwalt Achim von Engel sagte zum Prozessauftakt, Hoeneß habe Einkünfte in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro beim Finanzamt verschwiegen. Die Anklage lautet auf Steuerhinterziehung in sieben selbstständigen Fällen.

 

 

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Der Hammer am 2. Verhandlungstag: die Steuerschuld ist von 3,5 auf 27,2 Millionen Euro gestiegen:

 

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Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß naht die Stunde der Wahrheit – jetzt liegt die Frage über Haft oder Freiheit in den Händen der Richter.

Das Münchner Landgericht fällt mit großer Wahrscheinlichkeit doch schon an diesem Donnerstag das Urteil über den prominenten Steuersünder.

Im schlimmsten Fall droht dem Bayern-Boss eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Hier der bericht zu Tag 3 im Prozess:

 

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Das geplante Ende des Prozesses ist auf Donnerstag, den 14. März festgelegt.
münchen.tv wird an jedem der vier Prozesstage vor Ort sein. Unser Team im Justizpalast besteht aus Mirnesa Cakor, Markus Haiß und Florian Reindl.

 

 

 

jn / mh

 

 

 

Ex-Sportdirektor Nerlinger schreibt sich Anteil an Erfolgsgeschichte des FC Bayern München zu

„Bayern profitiert sehr viel von mir“, so der ehemalige Sportdirektor des FC Bayern München, Christian Nerlinger in einem Interview mit dem „Kicker“. Er schreibt sich selbst einen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Vereins zu.

„Ich habe sehr viel von Bayern profitiert, Bayern aber auch sehr viel von mir“, so der 40-Jährige. Er sei maßgeblich daran beteiligt gewesen, Routiniers wie Luca Toni und Mark van Bommel ziehen zu lassen, um die Führungskräfte Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger zu etablieren.

Die Arbeit seines Nachfolgers Matthias Sammer beim Fußball-Bundesligisten beurteilt er positiv. „Er gewinnt jedes Spiel, das ist ein Riesenvorteil“. Der Triple-Gewinn 2013 spreche dafür, dass „alle einen guten Job machen“.

Am 1. Juli 2008 übernahm Nerlinger den Posten des Teammanagers beim FC Bayern München. Ein Jahr später, am 1. Juli 2009, trat er die Nachfolge von Uli Hoeneß als Sportdirektor an. Am 2. Juli 2012 wurde er dann von Matthias Sammer ersetzt. Angeblich sei die Trennung zwischen dem FC Bayern München und Christian Nerlinger einvernehmlich gewesen.

rr/dpa

Hoeneß-Prozess: Ankläger erkennen Selbstanzeige nicht an

Am 10. März, muss sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor dem Landgericht München wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung rechtfertigen. Die Ankläger wollen es Hoeneß nicht leicht machen und mit harten Bandagen kämpfen, denn sie halten die Selbstanzeige nicht für strafmildernd, dies zumindest will der „FOCUS“ aus der Anklageschrift erfahren haben.

Laut „FOCUS“ halte die Staatsanwaltschaft München II die Selbstanzeige für grundsätzlich unwirksam. Sie könne damit nicht einmal strafmildernd wirken, geschweige denn strafbefreiend. Zudem weise die Selbstanzeige große Lücken auf, da detaillierte Gewinn- und Verlustrechnungen fehlen würden. Das würde bedeuten, dass die Selbstanzeige inhaltlich fehlerhaft ist.

Der „FOCUS“ berichtet weiterhin, dass die Staatsanwaltschaft es ablehne, die Selbstanzeige als strafmildernd zu werten. Ihrer Ansicht nach war die Steuerhinterziehung bereits vor Abfassen der Selbstanzeige durch Recherchen eines Stern-Redakteurs entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft sieht in der Selbstanzeige daher keinen Akt der Reue.
Uli Hoeneß soll zwischen 2003 und 2009 insgesamt 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.
rr/FOCUS

 

Termine zum Krätz-Prozess stehen fest

Er muss wegen Steuerhinterziehung vor Gericht, jetzt stehen die ersten Termine für den Prozess um Wiesnwirt Sepp Krätz fest:

 

Die 4. Strafkammer (Wirtschaftsstrafkammer) des Landgerichts München I hat in dem Strafverfahren gegen Josef Georg Krätz wegen Steuerhinterziehung Termine zur Hauptverhandlung wie folgt bestimmt:

 

Donnerstag, 13.03.2014, 9.30 Uhr

Freitag, 21.03.2014, 9.30 Uhr und

Freitag, 28.03.2013, 9.30 Uhr.

Weitere Termine sind nicht bestimmt. Die Verhandlungen finden jeweils im Strafjustizzentrum, Nymphenburger Straße 16, Sitzungssaal B 177, statt.

 

 

Zum Zeitpunkt des Prozessbeginns wird der Prozess um Uli Hoeneß gerade zu Ende gehen. Am Tag der Urteilsverkündung von Hoeneß startet der Krätz-Prozess. Die beiden Prozesse werden sich räumlich aber nicht in die Quere kommen – Uli Hoeneß wird im Justizpalast beim Stachus verhandelt, Sepp Krätz dagegen im Landgericht in der Nymphenburger Straße.
münchen.tv wird Sie über den Verlauf beider Prozesse auf dem Laufenden halten und regelmäßig berichten.

 

 

jn

Razzia in Finanzbehörden: Auswertung wird Wochen dauern

Bei der Razzia in bayerischen Finanzbehörden im Zusammenhang mit dem Steuerfall Uli Hoeneß haben die Ermittler zahlreiche Unterlagen und elektronische Daten sichergestellt. Die Auswertung der sichergestellten Dokumente werde voraussichtlich „einige Wochen“ in Anspruch nehmen, berichtete der stellvertretende Staatsanwaltssprecher Peter Preuß am Freitag. Am Donnerstag hatten die Ermittler der Staatsanwaltschaft München I wegen Verdachts der Verletzung des Steuergeheimnisses „Objekte“ der bayerischen Finanzverwaltung durchsucht.

rr/dpa

Fall Hoeneß: Staatsanwaltschaft durchsucht bayerische Finanzbehörden

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Steuer-Fall Hoeneß bayerische Finanzbehörden in Nürnberg und Mießbach durchsucht. Hintergrund ist eine Strafanzeige von Uli Hoeneß wegen Verletzung des Steuergeheimnisses. Im Oktober 2013 hatten Journalisten dem Präsidenten des FC Bayern München ein Dokument aus seiner Steuerakte vorgehalten, wie Staatsanwaltssprecher Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstagvormittag sagte. Die Staatsanwaltschaft will nun herausfinden, wer das interne Dokument weiterleitete. Am 10. März ist der Prozessauftakt der Verhandlung gegen Uli Hoeneß.

rr/dpa

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