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Zahlreiche Bahnprojekte in Bayern werden hochgestuft

Zahlreiche ausstehende Bahnprojekte in Bayern gelten neuen Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zufolge fortan als finanziell gesichert. Die Milliardenvorhaben werden im Bundesverkehrswegeplan in die höchste Kategorie, den sogenannten vordringlichen Bedarf, hochgestuft, wie Scheuer am Dienstagvormittag mitteilte. Dazu gehören der Ausbau und die Elektrifizierung mehrerer Bahnstrecken als auch um die Erweiterung des Knotenpunkts München.

 

Darunter fallen Maßnahmen zur Reisezeitverkürzung auf der bereits gesicherten Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing. Dazu gehört der zweigleisige Ausbau der Strecke Tüßling-Freilassing. Kosten für die Ergänzungen: rund 1,2 Milliarden Euro.

 

Finanziell gesichert ist nun auch der Tunnel Fürth auf der Strecke Nürnberg-Erfurt. Hier schlagen die Zusatzkosten zum bereits gesicherten Gesamtprojekt mit 652 Millionen Euro zu Buche. Die Strecken Nürnberg-Schwandorf sowie Schwandorf-Regensburg und Schwandorf-Furth im Wald an der deutsch-tschechischen Grenze sollen komplett elektrifiziert werden. Gesamtkosten: 706 Millionen Euro. Der Ausbau des Knotenpunkts München, der nun ebenfalls in die oberste Kategorie hochgestuft wurde, soll knapp 1,1 Milliarden Euro kosten.

 

Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte. Im Plan gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie «potenzieller Bedarf». Nun steigen viele dieser Vorhaben in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf, weil eine «positive gesamtwirtschaftliche Bewertung» vorliege.

 

dpa

Münchner S-Bahn auf den Gleisen, © Symbolfoto

Innenminister Herrmann will S7 Wolfratshausen-Geretsried verlängern

Wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte, soll die S-Bahn-Linie S7 von Wolfrathshausen nach Geretsried verlängert werden. Grund dafür ist, dass die wachstumsstarke Stadt Geretsried an das Münchner S-Bahn-Netz angebunden werden soll, so das Innenministerium. Da die vorliegenden Planungen mit dem höhengleichen Bahnübergang an der Sauerlacher Straße bei den Wolfratshausener Bürgern Bedenken hervorgerufen haben, hatte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann die Planer und die örtlich verantwortlichen Politiker zu einem Runden Tisch eingeladen. Herrmann: „Beim Runden Tisch hat ein guter Gedankenaustausch zwischen allen Projektbeteiligten stattgefunden. Die Interessen der Bürger liegen uns am Herzen, und wir nehmen konstruktive Vorschläge sehr ernst.“

Aus Sicht der Teilnehmer des Runden Tisches scheint eine Tieferlegung der Bahngleise unter die Sauerlacher Straße hinaus bis zur Königsdorfer Straße zielführend. Allerdings sind die Kosten für eine Tieferlegung der Gleise nur dann darstellbar, wenn sich die beteiligten Kommunen finanziell spürbar beteiligen. Die Kommunen haben sich prinzipiell dafür bereiterklärt. Da die Bahn eine solche eingleisige Tieferlegung bisher nicht betrachtet hatte, wurden die Planer mit entsprechenden Untersuchungen einschließlich einer Kostenschätzung – unter Wahrung der Bestandsführung des Industriegleises – beauftragt. Wenn diese vorliegt, wolle man sich zu einer zweiten Gesprächsrunde treffen. Dann haben alle Beteiligten die Möglichkeit, über eine Finanzierung der Mehrkosten zu entscheiden.

rr/Innenministerium