Tag Archiv: Wohnungsnot

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Wohnungsnot in München: Von verrückten und bezahlbaren Alternativen

Die Wohnungsnot in München ist inzwischen legendär. Die bayerische Landeshauptstadt führt regelmäßig die Spitze unter den teuersten deutschen Städten an. Nicht nur für die einkommensschwächere Bevölkerung wird es zunehmend schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Immer mehr Betroffene weichen in die Zwischenmiete ab oder wählen Langzeitalternativen.

 

Heißbegehrt und teuer – in München in einer eigenen Wohnung zu leben, wird bald zu einer Art Luxus

In München ist jede Art von Wohnraum begehrt. Dabei haben nicht nur Studenten oder Einkommensschwache ein Problem, in der Stadt unterzukommen. Bereits 2016 war die Wohnungssituation maximal angespannt. Nach einer Studie der Allianz Baufinanzierung und Prognos fehlen in München derzeit fast 9.300 Wohnungen, bis zum Jahr 2030, also in knapp 11 Jahren, sollen es bis zu 158.000 fehlende Wohnungen sein.

Die Gründe: Zum einen hat sich Deutschland zu einem Einwanderungsland etabliert. Die Bevölkerung wird trotz sinkender oder stagnierender Geburtenraten zukünftig stetig anwachsen, in 30 Jahren auf 85 Millionen. Gerade wirtschaftlich attraktive Ballungszentren wie München werden demnach weiter ein Zuzugsort bleiben. Nicht nur der Druck auf die einheimischen Märkte steigt deshalb an, auch der Druck auf die lokale Stadtentwicklung, auf politischer wie unternehmerischer Ebene.

 

Wohnen im Hotel

Für viele Berufstätige, die für einen begrenzten Zeitraum in München arbeiten wollen, ist die Unterbringung in einem Hotel-Appartement mittlerweile eine oft genutzte Alternative. Gerade in der Innenstadt ist das Finden einer passenden Unterkunft ein fast unmögliches Unterfangen geworden. So werden von der deutschen Hotelkette H-Hotels 105 neu erbaute Appartements in einer Größe von 18 bis 29 Quadratmeter ab April nördlich des Münchener Olympiaparks angeboten. In acht Kilometer Entfernung zur Innenstadt sowie mit direkter Verbindung per U-Bahn ist das ein durchaus günstiger Standort.

Schon vor Jahren haben Firmen wie BMW den Plan entwickelt, für Mitarbeiter auf Zeit Hotelzimmer als Unterbringung bereitzuhalten. Im Münchener Stadtteil Moosach hat der Autobauer dafür gemeinsam mit dem Projektentwickler Strabag eine dreistöckige Hotelanlage mit 270 Zimmern in Auftrag gegeben. Manager aus dem Ausland, aber auch Lehrlinge oder Praktikanten sollen in den Räumlichkeiten unterkommen.

Was nutzen die besten Mitarbeiter, wenn sie auf dem Wohnungsmarkt scheitern? Es ist inzwischen üblich, dass große Konzerne ihren Mitarbeitern behilflich sind bei der Wohnungssuche. So hat auch Audi in Ingolstadt einige Rahmenverträge mit Appartementanbietern und Hotels geschaffen, um Mitarbeiter kurzfristig unterzubringen. Der Baukonzern Bauer aus Schrobenhausen hält ebenfalls eigene Appartements bereit.

 

Diversity und Relocation als neuer Trend

Egal für welches Zeitfenster, ob nur wenige Wochen oder Jahre – in München eine Wohnung zu finden, ist erschöpfend und äußerst zeitaufwendig. Deshalb entstehen auf dem Markt immer mehr Unternehmen, die einen Relocation-Service anbieten. Diese Firmen übernehmen nicht nur die Suche nach einem Appartement oder Zimmer, sie unterstützen auch bei der Organisation der Umzüge oder bei Behördengängen. Diese Service-Agenturen sind oft international aufgestellt und bieten Hilfestellung gerade für qualifizierte Mitarbeiter von außerhalb an. Auch die Suche nach

Schulplätzen oder nach Kinderbetreuung für die Kinder der Neu-Münchener wird hier übernommen.

Dies bezeichnet eine Entwicklung in der Stadt, die immer deutlicher zutage tritt. Die Münchener Bevölkerung wird sich zukünftig weiter durchmischen. Aus gutem Grund: Eine weltoffenere Gesellschaft schafft neue Zukunftsperspektiven in der Wirtschaftsmetropole, Diversity wird sich nach Experten als zukünftiger Trend etablieren. Selbst wenn es immer enger wird in der Stadt – der neue Trend hat auch positive Perspektiven. Rund um solche Service-Angebote entstehen neue Arbeitsmöglichkeiten und Jobs.

© Pixabay @ jplenio (CCO public domain) Aufstieg in schwindelnde Höhen – wohin entwickelt sich die Münchener Wohnsituation?

 

Erste Prüfung für Studenten: Die Wohnungssuche

Die Binnenwanderung auf bundesdeutsche Universitätsstädte zeigt auch in München ihre Auswirkungen. Das bedeutet vor allem für immer mehr Studenten einen regelrechten Kampf ums Überleben. Die angespannte Situation für Studenten auf dem Wohnungsmarkt zeigt sich in horrend gestiegenen Mietpreisen. Gerade Studenten

trifft der Mietpreisanstieg der vergangenen Jahre besonders hart, sind sie doch ausgenommen von allgemeinen Einkommensentwicklungen. In München liegt der durchschnittliche Preis eines 30 Quadratmeter großen Studentenappartements bei mehr als 580 Euro – wieder absolute Spitze in Deutschland.

So nutzen die jungen Akademiker alle verfügbaren Möglichkeiten. Hotel Mama wird wieder beliebter: Wer es einrichten kann, wohnt weiterhin bei seinen Eltern und nimmt dafür zum Teil längere Anfahrtswege in Kauf. In München gerät für einen angehenden Studenten bereits die Suche nach einer Bleibe zu einer der schwersten Prüfungen der Studienzeit. Nach endlosen Besichtigungsmarathons bleibt vielen nur das Couchsurfing bei Freunden. Bei dem gigantischen Run auf Wohnraum zu Semesterbeginn helfen zum Teil auch finanzstarke Elternteile nicht weiter.

 

Chancen für Azubis

Gibt es überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum in München? Das Pilotprojekt der GEWOFAG hat mit 118 neuen und bezahlbaren Wohnungen rund um den Piusplatz fertigstellen können. 91 Wohnungen davon sind Azubi-Appartements, alles zu fairen Wohnkonditionen. Im schicken Gewand einer innovativ erscheinenden Fassade hat die größte städtische Wohnungsbaugesellschaft gemeinsam mit der Stadt München hiermit ein Zeichen gesetzt.

Dr. Klaus-Michael Dengler, Geschäftsführer der GEWOFAG München, bestätigt in einem Interview, dass ein Auszubildender hier einen möblierten Wohnraum von im Schnitt 350 Euro inklusive Nebenkosten bekommt. Bezuschusst vom Ausbildungsbetrieb wird hier nicht nur bezahlbarer Wohnraum geschaffen, sondern nebenbei noch die Attraktivität von Ausbildungen erhöht.

 

Wohnen im Zug

Ein außergewöhnliches Beispiel einer Zwischenmiete ist der Fall von Eric Hoffmann. Ein guter Job, aber keine Wohnung in München – mit diesen Aussichten ausgestattet hatte 2017 Eric Hoffman aus München eine fahrbare Unterbringung als Notlösung gewählt. Der damals 25-jährige Leiter eines Münchener Callcenters verfügte zwar über ein gutes Gehalt, hatte aber viel Druck und einen tristen Alltag. Um dem zu entfliehen, kaufte er sich eine Bahncard 100 für 658 Euro im Monat als neues Zuhause: die ICEs der Deutschen Bahn. Kostenlose Snacks und Getränke, Duschen im Bahnhof, Reisen quer durchs Land – ein echtes Wohnabenteuer jede Nacht und jedes Wochenende. Hauptsache, er war morgens wieder auf der Arbeit.

Als sein echter Traumjob in München kam, eine Anstellung als Computerspiele-Redakteur, sank leider sein Gehalt drastisch. Mit 1200 Euro netto deutlich zu wenig, um die Lebenshaltungskosten und die Mieten in München stemmen zu können. So muss Eric Hoffmann erst mal weiter Bahn fahren während seiner Suche nach einem festen Wohnort. Wohin die Reise für viele andere Wohnungssuchende in und um München wohl gehen wird, ist ungewiss.

Wohnung gesucht Danny Beuerbach, © Danny sucht für einen Freund eine Wohnung.

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Wohungsneubau in München erreicht Rekordwert

In München herrscht bekanntlich Wohnungsnot. Die Stadt versucht dem mit allen Mitteln entgegenzuwirken. Und das wohl auch mit Erfolg. Im vergangenen Jahr hat München Rekordwerte im Wohnungsneubau erzielt.

2013 wurden in der Landeshauptstadt 8.044 Neubauwohnungen fertiggestellt. Dieser Wert liegt deutlich über der vom Stadtrat beschlossenen Zielzahl von 7.000 Wohneinheiten. Zwischen 2011 und 2013 sind insgesamt 21.373 Wohnungen neu errichtet worden, dies ergibt einen Durchschnittswert von 7.124, der ebenfalls über der vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Zielzahl liegt. Außerdem wurden im vergangenen Jahr Baugenehmigungen für 7.204 Wohnungen erteilt.

Oberbürgermeister Christian Ude zeigt sich zufrieden mit den Zahlen: „Es kann also auf Rekordniveau weiter gebaut werden. Endlich macht die Privatwirtschaft von den Baugenehmigungen, die es auch in den letzten Jahren in ausreichender Zahl gegeben hat, tatsächlich Gebrauch. Während sich private Investoren in früheren Jahren von der Neubautätigkeit zurückgezogen hatten, weil Vermietung angeblich keine ausreichende Rendite bringt, werden jetzt die Vorzüge des Immobilienbesitzes, nämlich sichere Mieteinnahmen und ein zusätzlicher Wertzuwachs, durchaus anerkannt und die Chancen genutzt. Besonders freut mich, dass die Zahl der in meiner Amtszeit fertiggestellten Wohnungen jetzt auf über 125.000 gestiegen ist.“rr/Rathausumschau

Wohnungsnot in München: Student sucht mit YouTube-Song nach WG-Zimmer

Drastische Umstände erfordern drastische Maßnahmen. Das dachte sich wohl auch Student Philip Röder, der nach ewiger erfolgloser Wohnungssuche in München zunehmend gefrustet war. Anstatt auf Massenbesichtigungen zu gehen griff er nun zur Gitarre und veröffentliche auf der Video-Plattform YouTube den Song „Wohnen trotz München“ – und sucht so nach dem begehrten WG-Zimmer. Im Interview wollte münchen.tv von „Philip Zeitgeist“(so sein YouTube-Name) wissen, ob seine außergewöhnliche Suche schon erfolgreich war.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Song zu schreiben?

 

Das war total spontan. Ich war letzten Sonntag zugegebenermaßen ziemlich frustriert nach einer erneuten WG-Absage und dachte mir: wenn es auf die normale Art nicht funktioniert, muss ich eben kreativ werden. Dann hab ich mir Gitarre, Zettel und Stift geschnappt und sofort losgelegt.

 

Wie hat sich deine Wohnungssuche in München bisher gestaltet?

 

Puh, das ist ein zähes Unterfangen. Momentan scheint es schwieriger denn je zu sein. Ich suche seit mehreren Wochen vergeblich nach einem bezahlbaren WG-Zimmer mit den passenden Mitbewohnern. Das erste Problem ist, dass es schon mal kaum Angebote gibt, die preislich und von der Lage her für mich Sinn machen. Und wenn ich dann zum Casting eingeladen wurde, hat es bisher nicht geklappt. Was mich am meisten ärgert: man bekommt oft nicht mal eine persönliche Absage und muss sogar hierfür nachhaken.

 

Warum brauchst du die Wohnung in München bzw. was machst du in München?

 

Mein Lebensmittelpunkt liegt in dieser Stadt, die ich übrigens trotz meiner zynischen Textzeilen in dem Song absolut liebe. Ich studiere hier (Master Kommunikationswissenschaft an der LMU), ich arbeite hier (bei der Agentur Millhaus) und ich verbringe auch einen großen Teil meiner Freizeit in dieser wunderbaren Stadt.

 

Was könntest du deinen zukünftigen Mitbewohnern bieten/mitbringen?

 

Sie bekommen in erster Linie einen Mitbewohner, mit dem es nie langweilig wird. Ich bin fest verankert in Münchens Kultur-, Kunst- und Musikszene und habe immer eine gute Idee, was man in der Freizeit unternehmen kann. Freikarten und Gästelistenplätze inklusive. Oh und ich koche fantastische vegetarische und vegane Gerichte, das sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

Wie lange hat es gedauert, den Song zu produzieren, inkl. Video?

 

Insgesamt: zwei Tage. Ich habe am Sonntag den Song inkl. Text und Stimmen aller sechs Instrumente komponiert. Am Montag Vormittag habe ich alles in meinem Studio aufgenommen, am frühen Nachmittag abgemischt und gegen Abend bin ich dann zum Videodreh in die Wohnung meines Kumpels Martin Enders gefahren. Dort haben wir das Ding gefilmt und waren Nachts um vier Uhr fertig mit dem Schnitt. Klar, es ist insgesamt sehr trashig und im do-it-yourself Style produziert, aber das macht gerade den Charme aus.

 

Gibt es noch mehr von dir zu hören?
Dieses „Philip Zeitgeist“-Projekt ist eigentlich nur ein Spaßding ohne wirkliche Zukunft. Aber da ich ein sehr politischer Mensch bin, benutze ich den Kanal vielleicht auf für zukünftige Satire-Aktionen, wer weiß. Ansonsten mache ich ganz andere Musik. Unter anderem arbeite ich an einem elektronischen Soloprojekt und baue außerdem eine neue Punkrock/Hardcore Band auf. Aber falls jemand einen Pop-Songwriter braucht: für Geld (oder ne Wohnung) bin ich sofort zu haben. Ansonsten: Danke an alle, die den Song bisher verbreitet haben. Ich bin überwältigt von so viel Zuspruch!

 

mt / adc