Tag Archiv: Zschäpe

Beate Zschäpes Anwälte im Gericht, © Anwälte von Beate Zschäpe beantragen erneut Entlassung

Zschäpe-Anwalte säen Zweifel am Zusammenleben des NSU-Trios

Im NSU-Prozess versuchen Beate Zschäpes Anwälte, Zweifel am Zusammenleben des mutmaßlichen Terrortrios zu säen. Damit treten sie der These der Anklage entgegen, wonach Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach ihrem Untertauchen ohne Unterbrechung zusammen wohnten. So seien die Wohnungen, die den Dreien zugeordnet wurden, zum Teil viel zu klein für drei Personen, sagte Verteidiger Wolfgang Stahl am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München.

Zuvor hatte ein BKA-Beamter die Ermittlungsergebnisse zu den Wohnungen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) präsentiert. Demnach wohnten die drei nach ihrem Untertauchen 1998 zunächst in verschiedenen Wohnungen in Chemnitz – zwischenzeitlich in einer Einzimmer-Wohnung mit 27 Quadratmetern. Im Jahr 2000 zogen sie nach Zwickau, wo sie in drei verschiedenen Wohnungen lebten.

 

Mundlos und Böhnhardt töteten sich 2011 nach einem Banküberfall, um der Festnahme zu entgehen. Beate Zschäpe zündete daraufhin die letzte gemeinsame Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße an. Für die Anklage ist das gemeinsame Leben der drei im Untergrund ein Indiz dafür, dass Zschäpe auch in die Terroranschläge der Gruppe eingebunden war.

 

 

jn / dpa

Beate Zschäpe steht im Verhandlungssaal des NSU-Prozesses, © Beate Zschäpe im Oberlandesgericht

NSU-Prozess: Woher kam Zschäpes AOK-Karte?

In einer langwierigen und zähen Zeugenvernehmung hat das Oberlandesgericht München versucht, die Beschaffung einer Krankenversicherungskarte für Beate Zschäpe aufzuklären.

Der Mitangeklagte Holger G. hatte die AOK-Karte einer Bekannten abgekauft und sie dann an die untergetauchten Neonazis weitergegeben. Am Mittwoch hörte das Gericht nun den Ehemann der Bekannten als Zeugen – den 33-Jährigen Kaufmann Alexander S., der zumindest längere Zeit der rechten Szene in Niedersachsen angehörte.

 
An den konkreten Abend der Übergabe konnte oder wollte der Zeuge sich jedoch nicht erinnern. Es sei ein «feucht-fröhlicher Abend» gewesen, sagte er. Holger G. habe seine Frau gefragt, ob sie ihre Versicherungskarte verkaufen würde. «Meine Frau hat dem zugestimmt, und wir haben 300 Euro dafür erhalten.» An mehr erinnere er sich nicht.

 

Der Zeuge gab zu, dass er in der rechten Kameradschaftsszene aktiv war. «Wir hatten damals eine nationalsozialistische Einstellung.»

 

 

jn / dpa

Uwe Mundlos, Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt, © Das NSU-Trio v.l.n.r.: - Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt

NSU-Prozess: Urlaubsbekannte sagen aus

Am Dienstag wurden vor dem Oberlandesgericht München Urlaubskekannte der mutmaßlichen Neonaziterroristen verhört. Sie beschreiben die drei als freundlich, kinderlieb und immer zu einem Spaß aufgelegt.

Die Zeugen haben Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 2007 im Sommerurlaub auf einem Campingplatz auf der Insel Fehmarn an der Ostsee kennengelernt. Die drei hatten die Zeugen angesprochen weil sie noch Partner beim Doppelkopf suchten. „Wir haben nebeneinander gewohnt, Wohnwagen an Wohnwagen“, berichtete Zeugin Karin M. vor Gericht. Es entwickelte sich eine rege Bekanntschaft. „Wir hatten jeden Tag Kontakt“, sagte M.s Ehemann Christian. „Irgendetwas hat man schon zusammen gemacht.“ Jedoch wussten die Zeugen nicht, dass es sich bei den drein um Neonazis handelt.

Über mehrere Jahre trafen sie diemutmaßlichen Terroristen jeden Sommer auf demselben Campinplatz. Jedoch benutzen die drei nicht ihre echten Namen. „Gerry“, „Mayx“ und „Lise“ nannten sie sich.

Die Zeugen beschrieben Beate Zschäpe als die „Hauswirtschafterin“ der drei, die auch das Geld der Gruppe verwaltete. Für die Bundesanwaltschaft ist dies ein Indiz für die wichtige Rolle der Hauptangeklagten innerhalb der Gruppe. Ob es jemanden gab, der in der Gruppe den Ton angab, wollte der psychiatrische Sachverständige Henning Saß wissen. „Es war ausgeglichen“, meinte Karin M. „Max“ habe den Ton angegeben, wenn es um Sport ging, „Gerry“, wenn es um Handwerkliches ging, „Lise“ beim Essen und Kochen.

Es sei ein Schock für Familie M. gewesen als im November 2011 der „Nationasozialistische Untergrund“ aufflog. „Ich war platt, ich hätte es im Leben nicht geglaubt, und ich glaube es noch immer nicht“, sagte Karin M. „Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie man sich so täuschen kann.“

rr/dpa

NSU-Prozess: Urlaubsbekanntschaften sollen vernommen werden

Am 60. Verhandlungstag im NSU-Prozess will das Gericht Urlaubsbekanntschaften der mutmaßlichen NSU-Terroristen, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, vernehmen. Die Zeugen hatten angegeben, dass die drei immer bar bezahlten und Beate Zschäpe das Geld verwaltete. Für die Bundesanwaltschaft ist dies ein Indiz für die wichtige Rolle Zschäpes innerhalb der Gruppe.

rr/dpa

NSU-Prozess: Nachbarin von Zschäpe soll per Video befragt werden

Die Nachbarin der Hauptangeklagten Beate Zschäpe soll möglicherweise per Video vernommen werden, dies erklärte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Donnerstag im NSU-Prozess. Die 91-Jährige könnte mit ihrer Aussage Zschäpe in einem Punkt entlassen. Allerdings ist es ihr aus gesundheiltichen Gründen nicht möglich, zur Verhandlung in München zu erscheinen.

Die Zeugin wohnte neben den mutmaßlichen Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in Zwickau. Sie war zu Hause, als – laut Anklage – Beate Zschäpe am 4. November 2011 die Wohnung des Terror-Trios in Brand setzte. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe versuchten Mord vor, weil sie das Leben der betagten Frau riskiert habe.

Die Nachbarin hatte allerdings bei der Polizei angegeben, dass bei ihr an der Tür geklingelt wurde, jedoch niemand über die Sprechanlage zu hören war. Sollte sich herausstellen, dass Beate Zschäpe versuchte, die Frau zu warnen, könnte sich das in diesem Punkt entlastend für die Hauptangeklagte auswirken.

rr/dpa

NSU-Prozess: Waffenexperte soll aussagen

Der 50. Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht dreht sich im die Mordwaffe der Marke „Ceska“. Mit ihr erschossen die Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds neun Geschäftsleute. Die Pistole gilt als Markenzeichen, da die Täter keine Bekennerschreiben hinterlassen hatten. Durch die Geschosse konnte daher ein Zusammenhang zwischen den Mordanschlägen hergestellt werden.

Am Donnerstag will das Oberlandesgericht München einen Sachverständigen des BKA zu den waffentechnischen Untersuchungen befragen. Außerdem will das Gericht unter anderem Experten zur Rekonstruktion des Mordes an Ismail Yasar im Jahr 2005 in Nürnberg hören.

 

rr/dpa

NSU-Prozess: Zeugen zum Mord an Imbissverkäufer in Rostock

Zum 49. Mal wird vor dem Oberlandesgericht München der NSU-Prozess verhandelt. Das Gericht will insgesamt sechs Zeugen zum Mord an Mehmet Turgut in Rostock hören. Die ANgeklagten Uew Böhnhardt und Uwe Mundlos sollen den 25-Jährigen am 25. Februar 2004 in einem Kebab-Stand erschossen haben.

Insgesamt neun Geschäftsleute ausländischer Herkunft und eine deutsche Polizisten sollen den Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ ermordet haben.

rr/dpa

NSU-Prozess: Zeugenvernehmung zu Mord in Nürnberg

Am 48. Verhandlungstag wird das Gericht heute Zeugen zum Mord an einem 50-jährigen Imbissbetreiber in Nürnberg hören. Ismail Yasar wurde am 9. Juni 2005 laut Anklage von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in seinem Döner-Imbiss erschossen. Weiterhin wird es vor dem Oberlandesgericht München um die Anmietung von Fahrzeugen durcj die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen.

rr/dpa

Befangenheitsanträge im NSU-Prozess abgelehnt

Das Münchner Oberlandesgericht hat im NSU-Prozess Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen alle fünf Richter abgelehnt.

 

Der Vorsitzende des Staatsschutzsenats, Manfred Götzl, setzte den Prozess nach eintägiger Unterbrechung wie geplant fort. Da sein ganzer Senat von den Anträgen betroffen war, mussten andere Richter darüber entscheiden. Alle Ablehnungsanträge wurden als unbegründet zurückgewiesen – das teile das Oberlandesgericht mit.

 

Bei dem Streit der Anwälte mit dem Gericht, der in die Befangenheitsanträge mündete, geht es unter anderem um die Anwaltsgebühren.

Zschäpe-Anwalt Wolfgang Stahl hatte für etwa 770 Stunden Arbeit während des Ermittlungsverfahrens einen Vorschuss von 77 000 Euro beantragt. Das Gericht bewilligte ihm nur 5000 Euro – laut Verteidiger zu wenig auch nur für die laufenden Kanzleikosten. Dies führe «zu einer wesentlichen Beschränkung und Behinderung» der Verteidigung.

 

Bei Annahme der Befangenheitsanträge hätte der Prozess ganz neu aufgerollt werden müssen. Nach Ablehnung geht es jetzt weiter wie geplant.

 

 

jn / dpa

NSU-Prozess: Kaum Zweifel an Zschäpes Brandstiftung

Am ersten Tag nach der Sommerpause ließ der vorsitzende Richter am Donnerstag die Notrufe vorspielen, die bei Polizei und Feuerwehr in Zwickau eingingen, nachdem Beate Zschäpe laut Ermittlungen die letzte gemeinsame Wohnung des Neonazi-Trios in die Luft gesprengt hatte. Neue Erkenntnisse für das Gerichtsverfahren brachten die Aufnahmen allerdings nicht: Dass das Haus in der Frühlingsstraße brannte, steht außer Frage, und auch wenn das Urteil noch nicht gesprochen ist, bezweifelt wohl kaum ein Beteiligter ernsthaft, dass Zschäpe den Brand gelegt hat.

 

Beate Zschäpe bot am ersten Tag nach gut einmonatiger Pause den gleichen Auftritt wie immer – ein paar schnelle Schritte, dann mit dem Rücken zu den Kameras und die Arme verschränkt.

Heute wird nach vier Wochen Sommerpause der NSU-Prozess fortgesetzt

Heute ab 9:30 Uhr wird der Prozess gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe und vier Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) fortgesetzt.

 

Zunächst soll ein BKA-Beamter als Zeuge gehört werden, der den Angeklagten Holger G. vernommen hatte. Holger G. hatte unter anderem zugegeben, den untergetauchten Neonazis Dokumente und eine Waffe verschafft zu haben.

 

Gerichtspräsident Karl Huber zog in einer Pressekonferenz kürzlich ein positives Fazit zum bisherigen Prozessverlauf im Gerichtsgebäude: „Die Organisation war prima und wir werden natürlich mit den gleichen Kräften und der gleichen Präsenz weitermachen.“

 

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in unserem Special zum NSU-Prozess.

 

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NSU-Prozess: Heute letzter Verhandlungstag vor der Sommerpause – Andrea Titz zu Gast im Studio

Zum letzten Mal vor der Sommerpause verhandelt heute das Oberlandesgericht München im Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfe der Neonazi-Terrorgruppe NSU. Das Gericht befasst sich weiterhin parallel mit mehreren Tatkomplexen des umfangreichen Verfahrens. Heute soll zunächst ein Gerichtsmediziner vernommen werden, der eines der Opfer untersucht hatte.

 

Anlässlich der Sommerpause ist die Sprecherin des Oberlandesgerichts, Andrea Titz, im münchen.tv-Nachrichtenstudio zu Gast und spricht mit „münchen heute“-Moderatorin Monika Eckert über den bisherigen Verlauf des Prozesses.

Di | 18:00 (live) | 19:00 | 21:00

NSU-Prozess: Heute sagen die Nachbarn aus

Mit mehreren Zeugen aus der Nachbarschaft der „Zwickauer Zelle“ wird heute der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München fortgesetzt. Die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten in der Frühlingsstraße in Zwickau ihre letzte gemeinsame Wohnung. Nach dem Tod ihrer Mitbewohner zündete Zschäpe nach Überzeugung der Ermittler die Wohnung an.

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