Versiegelter Fundort aufgebrochen

Toter in Schaufenster nach Polizeiermittlungen liegengelassen

Am Montag hatte eine Passantin in München eine Leiche gefunden. Der Tote, ein Ladenbesitzer in Neuhausen, lag sechs Stunden nackt im Schaufenster. Die Polizei war sofort zur Stelle, deckte den Leichnam jedoch nicht ab.

 

Als eine Passantin in Neuhausen an einem Laden für Schals und Tücher vorbeiging, machte sie einen schrecklichen Fund. Eine Leiche im Schaufenster, ausgeleuchtet und splitterfasernackt. Der Leichnam war von außen zu sehen. Sie rief die Polizei, die auch sofort zur Stelle war. Die Beamten brachen das Schloss auf und begannen mit ihren Ermittlungsarbeiten. Nach eineinhalb Stunden war die Lage geklärt, jedoch die Gruselvorstellung für die Passanten war noch nicht zu Ende. Die Beamten deckten den Leichnam nicht ab, sodass dieser von außen insgesamt sechs Stunden lang zu sehen war, ein fataler Fehler. Erst als ein Nachbar bei der Polizei wiederholt anrief, um Druck zu machen, hängte sie das Schaufenster schließlich blickdicht ab.

 

Der 68-jährige Tote, der in seinem Laden in der Mettinghstraße (Neuhausen), gefunden worden war, lag über sechs Stunden tot im Schaufenster. Die Polizei versäumte es, den Leichnam nach ihren Ermittlungen abzudecken. Derzeit prüfen die Beamten intern, wie es dazu kommen konnte. In einer Stellungnahme der Polizei München heißt es: „Da der ärztliche Leichenschauer anderweitig gebunden war, verschlossen und versiegelten die Beamten wie üblich den Fundort der Leiche, um andere anfallende Einsätze wahrzunehmen. Wie sich im Nachgang herausstellte, war jedoch der Leichnam durch ein Fenster von der Straße aus sichtbar.“

 

 

Bislang gibt es noch keine Erkenntnisse zur Todesursache: „Die Umstände und eine erste oberflächliche Leichen­schau weisen nicht auf ein Verbrechen hin“, sagt Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

 

SK