Schneller Fahrradfahrer auf der Straße, © Symbolbild

MVG-Streik zum Trotz: Kein Verkehrschaos in München

Ungeachtet weitgehend lahmgelegter U-Bahnen, Trams und Busse ist in München das befürchtete große Verkehrschaos bei einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi ausgeblieben. Viele Pendler in der Landeshauptstadt wichen am Dienstagmorgen auf Fahrrad und Auto aus. Die Straßen seien nicht überfüllter als üblich, teilte die Münchner Polizei mit. Die Münchner U-Bahn fiel komplett aus, Tram- und Busverkehr waren stark eingeschränkt.

 

Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG befördert nach eigenen Angaben täglich etwa 1,5 Millionen Menschen. Deswegen hatte es Befürchtungen vor großen Staus gegeben.

 

Anlass des Warnstreiks war ein hausinterner Tarifkonflikt bei der MVG. Verdi fordert 200 Euro mehr Lohn im Monat und wirft dem städtischen Unternehmen vor, seine Fahrer schlechter zu bezahlen als andere kommunale Verkehrsunternehmen, die sich an den Branchentarifvertrag halten. «Wir wollen den Arbeitgeber somit unter Druck setzen, dass er bereit ist, endlich mehr Lohn für die Beschäftigten hier in München zu zahlen», sagte ein Verdi-Sprecher.

 

Die nächste Verhandlungsrunde steht an diesem Mittwoch an. Die MVG-Chefetage und der Fahrgastverband Aktion Münchner Fahrgäste kritisierten den Warnstreik vorab als unverhältnismäßig.

 

Auch aus dem Landtag kam Kritik: Die Forderungen der rund 1300 MVG-Mitarbeiter seien im Grundsatz nachvollziehbar, sagte Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl. «Nicht nachzuvollziehen ist allerdings, warum rund 1,5 Millionen Menschen an einem Werktag um ihr mit Fahrkarten erkauftes Recht betrogen werden, mit U-Bahn, Bus und Tram zur Arbeit zu pendeln, zum Arzt zu fahren oder ihre Kinder zur Schule zu bringen.»

 

Verdi wollte den Warnstreik um 14.30 Uhr beenden. Die MVG warnte allerdings vorab, dass es auch am Nachmittag noch Verzögerungen geben werde, bis der Normalbetrieb bei U-Bahnen, Trams und Bussen wieder aufgenommen sei.

dpa