Uli Hoeneß vergießt Tränen bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München

Trotz Steuerhinterziehung: Der Verein steht hinter ihm. Diese Tatsache hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß so sehr gerührt, dass er bei der Jahreshauptversammlung in München vor versammelter Mannschaft in Tränen ausbrach. Vor allem die warmen Worte von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge haben den gebeutelten Hoeneß offenbar berührt: «Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt. Aber nicht nur von Deiner Rede, sondern von der Reaktion unserer, meiner Mitglieder. Vielen, vielen Dank», erklärte der langjährige FCB-Präsident und erntete stehende Ovationen. Trotzdem: Wenn der Prozess wegen Steuerhinterziehung vorüber ist, will er im Verein die Vertrauensfrage stellen.

 

Die Mitglieder sollen über den Präsidenten entscheiden dürfen

 

«Ich werde mich jedem Votum, das sie treffen, unterwerfen», sagte Hoeneß auf der Jahreshauptsammlung. Er wolle den Mitgliedern «das Recht geben, zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin». Er habe «einen Fehler» gemacht, gestand der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende. «Ich möchte mich nicht reinwaschen.» Der Zuspruch von Tausenden in der Halle ließ vorausahnen, wie die Mitglieder denken. Außerhalb des Clubs waren wiederholt Forderungen laut geworden, Hoeneß müsse seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef ruhen lassen oder niederlegen.

 

Rummenigges Worte rührten Hoeneß zu Tränen

 

«Ich wünsche Uli Hoeneß, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht», sagte Vorstandschef Rummenigge vor den versammelten 3573 Mitgliedern. «Uli erlebt sicherlich im Moment eine schwierige Zeit. Ich kenne ihn jetzt im nächsten Sommer 40 Jahre. Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern. Ohne sein unglaubliches Engagement, ohne sein Zutun, wäre der FC Bayern nicht das, was er glücklicherweise ist und darstellt.»

«Freundschaft zeigt sich gerade, wenn man bei Problemen zusammen steht», erklärte Rummenigge weiter. «Ich habe den Eindruck, ich bin nicht alleine sein Freund, der gesamte FC Bayern ist sein Freund.» Es sei ein Zeichen von Solidarität, dass sich der FC Bayern nicht von außen beeinflussen lasse, erklärte der Vorstandschef.

 

Rekordzahlen für den FC Bayern München

 

Neben dem überwältigenden Zuspruch konnte sich Uli Hoeneß über «gigantische» Zahlen freuen, wie er sagte. Mit 432,8 Millionen Euro gab es im Gesamtkonzern den nächsten Rekordumsatz, dazu mit 14 Millionen den dritthöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte. Die Zahl der Mitglieder schnellte auf 223 985 in die Höhe.

 

mt / dpa