Parken in München ist eine schwierige Angelegenheit

Umweltverbände wollen höhere Parkgebühren in München

Umweltverbände fordern eine Anhebung der Parkgebühren in München, um dadurch den öffentlichen Verkehr und den Radverkehr zu fördern. Bislang schließen SPD und CSU eine Erhöhung jedoch aus. Als Alternative könnten dafür weitere Parklizenzzonen eingeführt werden. 

 

 

Einen Euro zahlt man in der Stunde, wenn man sein Auto in einer Parklizenzzone abstellt. Jedoch nicht mehr als sechs Euro, wenn man den ganzen Tag dort parkt. Seit der Einführung der Gebühren vor acht Jahren gab es zudem keine Erhöhung der Parkpreise. Münchner Autofahrer finden das vermutlich sehr gut, ist der Kampf um einen Parkplätze schon hart genug. Doch Umweltverbände fordern nun höhere Parkkosten, wovon Autoliebhaber eher wenig begeistert sein dürften.

 

Bis 2013 machten es sich viele Autofahrer noch etwas billiger. Da das Parken an einem Tag sechs Euro kostete, dachten sich viele, dass sie stattdessen lieber gar kein Parkticket lösen, was damals eben billiger kam auf Grund eines Bußgeldes von lediglich fünf Euro. 2013 wurde dann aber das Bußgeld so stark erhöht, dass es sich finanziell nicht mehr lohnt falsch zu parken. Auch wenn dieses Dilemma behoben wurde, zeigt es dennoch, dass sich die Parkgebühren am unteren Limit befinden und eher unter die Kategorie „verbraucherfreundlich“ einzustufen sind.

 

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Investitionen für öffentlichen Verkehr

 

Kein Wunder, wenn nun Umweltverbände versuchen eine Erhöhung der Parkgebühren in München durchzusetzen. Natürlich treiben die Umweltverbände andere Beweggründe an, als rein finanzielle. Sie erhoffen sich durch erhöhte Preis einen vermehrten Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Die zusätzlichen Einnahmen könnten zudem unter anderem dazu verwendet werden, den öffentlichen Verkehr, sowie den Radverkehr, zu verbessern.

 

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ werden rund neun Millionen Euro jährlich durch Parkausweise eingenommen, die sich Anwohner, Handwerker, gewerbliche Anbieter und soziale Dienste kaufen mussten. Hinzu kommen 28,7 Millionen Euro, die in Parkscheinautomaten gesteckt wurden. Um das System in Stand zu halten, müssen davon zwar 1,4 Millionen abgezogen werden, die für den Verwaltungsaufwand benutzt werden. Dennoch bleibt noch eine stattliche Summe übrig, die das Kreisverwaltungsreferat jedes Jahr durch die Tickets einnimmt.

 

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Höhere Kosten als Einnahmen

 

Doch in diesem Betrag sind nicht die Einnahmen durch Strafzettel eingerechnet. 11,8 Millionen Euro konnten durch Knöllchen eingenommen werden. Hierbei sind aber nicht die Gelder durch Strafzettel, die durch Polizisten verteilt wurden, eingerechnet. Demgegenüber stehen aber auch Kosten von 12,8 Millionen Euro, die für Personal und Sachaufwendungen ausgegeben werden.

 

Stellt man die Kosten und Einnahmen gegenüber, sollte man aber eher zu dem Schluss kommen, dass nicht die Höhe der Parkgebühren ansteigen müssten. Die Zahlen sprechen eigentlich eher für eine erneute Erhöhung der Bußgelder. Da diese aber bereits vor zwei Jahren erhöht wurden, gilt diese Maßnahme eher als unwahrscheinlich.

 

Ausweitung der Parklizenzzonen

 

Ob die Umweltverbände aber eine Erhöhung der Parkgebühren durchsetzen können, bleibt mehr als fraglich. Bislang scheiterten sie mit ihrem Begehren stets an der Rot-Schwarzen Mehrheit im Rathaus. Die CSU sieht in dem Vorschlag dagegen nur Klientel-Politik. CSU-Umweltsprecher Manuel Pretzl sagte dazu: „ Ich aber will keine Gesellschaft, in der die Wahl des Verkehrsmittels vom Geldbeutel abhängt.“

 

Eine Erweiterung der bislang 60 Parklizenzzonen ist aber dennoch möglich, da in vielen Stadtvierteln der „Parkdruck“ enorm sei. Daher werden einige Gebiete für eine Einführung von Parklizenzzonen von Fachplanungsbüros überprüft. Besonders Neuhausen, Bogenhausen und der Laimer Platz stehen unter Beobachtung.

 

Sollte es also keine Erhöhung der Parkgebühren geben, wäre zumindest die Ausweitung der Zonen eine Option, die auch von Christian Hierneis vom Bund Naturschutz befürwortet werden. „So können weitere Mittel für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs erwirtschaftet werden.“