Unzufrieden mit der S-Bahn: MVV kritisiert Deutsche Bahn

S-Bahn-Verspätungen, Zugausfälle, überfüllte Wagons und lange Wartezeiten – darüber beschweren sich nicht nur die Fahrgäste des MVV, sondern mittlerweile auch die Politiker. Jetzt äußerte sich der MVV-Geschäftsführer und sparte nicht an Kritik gegenüber der Deutschen Bahn.

 

Die Beschwerden über die Münchner S-Bahn häufen sich in den letzten Monaten gewaltig. Unzufriedene Fahrgäste und auch Kritik aus den Reihen der CSU, doch die Unzuverlässigkeit stört auch den MVV selber. Alexander Freitag, der Geschäftsführer des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes, äußerte sich nun öffentlich zur störungsanfälligen Lage der S-Bahnen. Er kritisierte in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung die Deutsche Bahn: Viele Verspätungsgründe oder Ursachen, warum die Züge ausfallen, liegen demnach nicht in der Hand des MVV, sondern fielen in den Aufgabenbereich der DB-Gesellschaften, wie zum Beispiel Weichenausfälle oder Signalstörungen.

 

Alexander Freitag warf der DB vor, sie werde ihren Ansprüchen selbst nicht gerecht. Er fordert mehr Reserven – zu wenige Lokführer seien eingestellt und zu viele technische Schwierigkeiten träten auf. Es würden Beschwerden gegenüber dem MVV laut, die er allererdings direkt an die Deutsche Bahn weiterverweist. CSU-Politiker, wie Landrat Robert Niedergesäß oder Landrat Stefan Löwl, übten vor kurzem Druck auf den Münchner Verkehrsbund aus. Der Vorwurf: Die Kunden erhielten für die erhöhten Preise keine entsprechende Leistung.

 

In den letzten Jahren hielt sich der MVV mit den Äußerungen gegenüber ihrer Vertragspartnerin, der Deutschen Bahn, in der Öffentlichkeit zurück, doch jetzt gehen die Verantwortlichen scheinbar in die Offensive. Des Weiteren vermuten CSU-Politiker, dass die Bahngesellschaft jährlich zweistellige Millionenbeträge an dem S-Bahnbetrieb verdienten. Verwunderlich sei dabei nur, dass diese hohen Beträge in der DB-Bilanz nicht auftauchten, geschweige denn in das Münchner S-Bahn-Netz zurückflössen.

 

Nach Schätzungen des Landtags-Vizepräsidenten der CSU, Reinhold Bockelt, betrage der Geldwert des Ertrags, den die Deutsche Bahn an dem S-Bahnverkehr verdiene, etwa 50 Millionen Euro. Doch wo fließt das ganze Geld hin? Geäußert hat sich die DB zu den Anmaßungen noch nicht und weist auch alle weiteren Vorwürfe von sich.

 

ad