Etliche Autos im Stau auf der Autobahn, © Symbolfoto

US-Behörde plant weitere Abgas-Tests in Autobranche

Seit die US-Umweltbehörde EPA den Autobauer VW wegen Schummeleien bei Abgastests an die Kandare nahm, ist das Unbehagen in der Branche groß. Kommt noch mehr? Es kommt – aber zunächst wohl nur Routinetests.

Nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen will die US-Umweltbehörde EPA weitere Tests in der Autobranche vornehmen. Einbezogen werden könnten auch deutsche Hersteller. Das auf den 25. September datierte Schreiben der EPA richtet sich pauschal an alle Hersteller – Namen einzelner Unternehmen werden nicht genannt. In dem Dokument weist die EPA darauf hin, dass bald neue Tests anstehen, um zu prüfen, ob möglicherweise Schummelsoftware (Englisch: defeat device) verwendet wird.

 

Sprecher von BMW und Daimler sagten am Freitag, entsprechende Pläne seien ihnen bekannt. «Nachdem wir uns immer an Vorschriften und Regeln gehalten haben, gehen wir davon aus, dass uns keine negativen Überraschungen erwarten», sagte der BMW-Sprecher. «Wir unterstützen das im Sinne von Transparenz und Erhalt von Vertrauen.» Zuvor hatte die «Financial Times» über die Pläne berichtet. Daimler und BMW betonen, mit dem Skandal nichts zu tun und nicht manipuliert zu haben.

 

Branche will US-Behörden unterstützen

 

Der Daimler-Sprecher sagte, man habe Kenntnis von einer EPA-Mitteilung über weitere Prüfungen. Dies sei insofern ein normaler Vorgang, weil es nur eine Art Rundschreiben und nicht explizit an Daimler gerichtet gewesen sei. Ob die EPA Mercedes-Autos testen werde, sei unklar. Auch Daimler betonte, die US-Behörden unterstützen zu wollen. Die Behörden führten ohnehin regelmäßige Überprüfungen durch.

 

Die EPA hatte vor zwei Wochen den Skandal mit der Veröffentlichung von Dokumenten und einer Erklärung ans Licht gebracht. VW hat inzwischen eingeräumt, bei Abgastests manipuliert zu haben, dem Wolfsburger Konzern drohen Milliardenstrafen. Seither ist die Autobranche in Aufruhr, ein massiver Imageverlust für die Dieseltechnologie wird befürchtet. Vor allem deutsche Autobauer setzen auf Diesel.

 

dpa/mk