Vater des OEZ-Amokläufers: „Wir weinen mit Ihnen“

Rund einen Monat nach dem Amoklauf eines 18-Jährigen in München hat sich Vater des Täters nun an die Familien der Opfer gewandt.

 

 

„Wir weinen mit Ihnen, wir trauern mit Ihnen und wir leiden mit Ihnen“, teilte der Vater über die „Bild“-Zeitung am Montag, den 22. August mit. Alle Familien, sowohl die der Opfer als auch die des Täters, seien nach Deutschland gekommen, weil sie auf ein besseres Leben für ihre Kinder gehofft hätten. „Unser Leid und Schmerz sind unendlich und kaum auszuhalten“, wird der Vater weiter zitiert.

 

Er hatte sich dem Bericht zufolge lange mit der Mobbing-Geschichte seines Sohnes beschäftigt. Schon 2012 habe er sich in einem Brief an die damalige Schule des Sohnes gewandt. Darin beklagte er, dass dieser von einer Gruppe „extrem gemobbt“ und wie ein „privater Sklave“ behandelt werde. Eine Antwort von der Schule habe er jedoch nie erhalten, sagte der Vater der „Bild“.

 

Auf Anfrage der dpa sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums, dass das Ministerium von einzelnen Briefen an die Leitung einer Schule keine Kenntnis habe. Der Sprecher verwies darauf, dass der Täter später an einer anderen Schule seinen Abschluss gemacht habe. Dort sei er auch Klassensprecher gewesen, sagte der Sprecher. Es habe also offenbar eine hohe Akzeptanz vonseiten der Mitschüler gegeben.

 

Der 18-jährige David Ali Sonboli hatte am 22. Juli im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen, darunter vor allem Jugendliche. Anschließend tötete er sich selbst. Eine Woche später hatte sich der Vater des Täters erstmals zu Wort gemeldet und über Morddrohungen gegen die Familie berichtet. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung befindet sich die Familie aktuell an einem geheimen Ort im Zeugenschutzprogramm.