Verkehrsbericht 2015: Die Polizei zieht Bilanz

Statistisch gesehen, ereignet sich alle 9 Minuten ein Verkehrsunfall in München. Alle zweieinhalb Wochen starb dabei ein Mensch auf Münchens Straßen. Der jährlich erscheinenede Verkehrsbericht der Polizei informiert über die Verkehrssicherheit im vergangenen Jahr 2015.

 

 

Folgende Kernaussagen können für das Jahr 2015 vom Polizeipräsidium München in Bezug auf den Verkehr auf Münchens Straßen getroffen werden:

 

  • Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % auf 54.786 minimal an.

 

  • Bei den Verletzten ist ein Rückgang um 1,4 % auf 7.811 zu verzeichnen, die Anzahl der Schwerverletzten reduzierte sich gar um 9,7 % auf 720.

 

  • Bei Unfällen mit tödlichem Ausgang verloren 21 Menschen ihr Leben – acht weniger als im Vorjahr.

 

  • Die durch nicht angepasste sowie überhöhte Geschwindigkeit verursachten Unfälle gingen um 3,8 % auf 432 zurück.

 

  • Drei Viertel der Getöteten und zwei Drittel der „schwer Verunglückten“ – das sind die bei Unfällen getöteten oder schwerverletzten Menschen – waren Fußgänger oder Radfahrer.

 

  • Statistisch gesehen ereignete sich alle 9 Minuten ein Verkehrsunfall. Ca. alle 80 Minuten kam bei einem Unfall ein Mensch zu Schaden, alle 12 Stunden verunglückte ein Mensch bei einem Verkehrsunfall schwer und etwa alle zweieinhalb Wochen starb ein Mensch auf unseren Straßen.

 

  • 10 Fußgänger, 5 Radfahrer, 4 Fahrer von motorisierten Zweirädern und 2 Pkw-Insassen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

 

Fußgänger stellen damit fast die Hälfte (47,6 %) aller Verkehrstoten dar. Die meisten Fußgängerunfälle passieren beim unvorsichtigen Überschreiten der Fahrbahn. Die Geschwindigkeit der herannahenden Autos wird unterschätzt oder man gefährdet sich durch Ablenkung. Denn das Phänomen der Ablenkung durch Smartphones und/oder Kopfhörern gewinnt zunehmend an Bedeutung. Man wird durch die Kopfhörer von der Umwelt isoliert und kann so oft Warnsignale nicht Wahrnehmen. Während der Blick auf das Smartphone gerichtet ist, kann der Fußgänger seine Umgebung auch nicht ausreichend wahrnehmen und gegebenenfalls auf sie reagieren.

 

 

Welche tragischen Folgen dies haben kann, zeigen nicht zuletzt der tödliche Unfall eines 15-jährigen Mädchens und zwei schwere Unfälle mit einem 17-jährigen Schüler und einem 23-jährigen Studenten im März dieses Jahres. Alle drei hatten Kopfhörer getragen und das Mädchen hatte zudem auch noch auf sein Smartphone geschaut. Statt auf Schockvideos setzt die Münchner Polizei auf Präventionsvideos. Zum Thema „Ablenkung durch Kopfhörer im Straßenverkehr“ ist nun ein weiteres Video veröffentlicht worden.

 

 

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern sank zwar gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % , trotzdem wurden aber 2.659 Radfahrer verletzt und  5 kamen ums Leben. Auffällig war, dass keiner der Getöteten einen Fahrradhelm trug! Die Polizei rät daher dringend, einen Helm beim Fahrradfahren zu tragen.

 

Die Einwohnerzahl und die Kfz-Zulassungen im Ballungsraum München haben auch im letzten Jahr zugenommen und somit wieder neue Höchststände erreicht. Trotz der knapp 500.000 Pendlerfahrzeuge und die Pkw der vielen Messebesucher und Touristen, die tagtäglich das Münchner Straßennetz benutzen, ist  die Verkehrssicherheit in der Landeshauptstadt München und im Landkreis München vergleichsweise hoch ist. So liegt die Häufigkeitszahl der Verletzten je 100.000 Einwohner bei 425 und damit auf dem niedrigsten Stand der letzten 10 Jahre.

 

Im Vergleich mit anderen Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln oder Frankfurt, nimmt München nach wie vor den Spitzenplatz ein.

 

Den Verkehrsbericht mit allen detaillierten Informationen finden Sie im Internet unter:

www.polizei-münchen.de/verkehr/statistik/index.html

 

 

mm