Verkehrsunfall-Bilanz 2013: 680 Unfalltote

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann stellte heute (20. Febraur) die Bayerische Verkehrsunfallstatistik 2013 vor.

 

 

 

Insgesamt rund 700 weniger Verletzte, aber 18 Unfalltote mehr auf Bayerns Straßen. Das sind die Eckwerte der bayerischen Verkehrsunfallstatistik 2013. „Sorge bereitet mir der Anstieg auf 680 Unfalltote“, erklärte Herrmann. 2013 habe man zwar den zweitniedrigsten Stand der Unfalltoten seit Beginn der Unfallaufzeichnungen im Jahr 1954 erreicht, das sei aber immer noch zu hoch (2012: 662). Fast ein Drittel (28,6 Prozent) der tödlichen Verkehrsunfälle ging auf das Konto der jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre). „Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit vor allem auf Landstraßen sind der Killer Nummer Eins im Straßenverkehr“, sagte der Verkehrsminister. 200 Menschen mussten deshalb vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen ihr Leben lassen. Herrmann kündigte an, 2014 verstärkt die Hauptunfallursachen zu bekämpfen. Neben intensiven Geschwindigkeitskontrollen wird die Bayerische Polizei ein besonderes Augenmerk auf Alkohol am Steuer (70 Unfalltote, + 2,9 Prozent) und Gurtmuffel (80 Unfalltote, + 17,7 Prozent) legen.

 

 

Insgesamt sieben Schwerpunkte für mehr Verkehrssicherheit im Jahr 2014:

 
– Geschwindigkeitskontrollen intensivieren
– Alkohol- und Gurtkontrollen verstärken
– Sicherheit beim Motorradfahren erhöhen
– Sicherheit auf Landstraßen weiter ausbauen
– Radverkehrssicherheit verbessern
– Autobahnen noch sicherer machen
– Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz am 2. Juni 2014 in München mit dem Schwerpunkt „Risikofaktor Mensch – mehr Selbstverantwortung im Straßenverkehr“

 

 

Im Jahr 2013 registrierte die Bayerische Polizei insgesamt 372.422 Verkehrsunfälle (+ 2,2 Prozent). Dabei handelt es sich hauptsächlich um reine Sachschadensunfälle (320.604, + 2,7 Prozent). 68.775 Menschen wurden vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen verletzt (- 1,0 Prozent). Die Zahl der Unfälle mit älteren Verkehrsteilnehmern (ab 65 Jahre) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 28.115. Dabei stieg die Zahl der ums Leben gekommenen Senioren um 6,2 Prozent auf 172 (2012: 162). Die Verkehrsunfälle mit Kindern gingen um 2,4 Prozent auf 3.684 zurück. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder hat sich von 14 (2012) auf sechs mehr als halbiert Auch die Zahl der Schulwegunfälle nahm 2013 um 2,6 Prozent auf 682 ab. Dabei kam wie im Vorjahr ein Schüler ums Leben, 760 Schulkinder wurden verletzt (- 2,6 Prozent).

 

 

 

Die Unfallbilanz auf den bayerischen Landstraßen hat sich leicht verbessert: Hier ging 2013 die Zahl der tödlich verunglückten Menschen auf 420 zurück (2012: 435), dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Dennoch ereignen sich auf Landstraßen immer noch rund zwei Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle. Die Zahlen der Verkehrsunfälle (104.923, – 1,2 Prozent) und der Verletzten (23.308, – 2,6 Prozent) sind auf Landstraßen ebenfalls rückläufig. Hier zeigen sich laut Verkehrsminister bereits erste Erfolge des bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘. Herrmann: „Wir werden diesen Weg fortsetzen und die Sicherheit auf bayerischen Landstraßen weiter erhöhen. Bis 2020 stehen uns für die ‚gebaute Sicherheit‘ rund 400 Millionen Euro zur Verfügung.“ Beispielsweise werden Markierungen, Bankette und Kreuzungen verbessert und beliebte Motorradstrecken mit einem speziellen Unterfahrschutz ausgerüstet.

 

 

 

Besonders stark ist 2013 die Zahl der Verkehrstoten auf den Autobahnen gestiegen (105 Tote, + 50 Prozent). Die Gründe dafür werden laut Herrmann derzeit genau analysiert: „Gemeinsam mit der Zentralstelle für Verkehrssicherheit prüfen wir beispielsweise, ob an Unfallstellen die Griffigkeit des Fahrbahnbelages erhöht werden muss oder Gefahren an Seitenräumen durch Entfernen von Hindernissen oder dem Einsatz von Schutzplanken entschärft werden können.“ Auch sollen die Autobahnanschlussstellen sicherer gemacht und gegebenenfalls zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Lkw-Überholverbote angeordnet werden.

 

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt 2014 ist die Radverkehrssicherheit. Zwar gingen die Unfälle mit Radfahrern 2013 um 2,6 Prozent auf 13.575 zurück, ebenso die Zahl der getöteten Radfahrer (62, -16,2 Prozent). Als Verkehrsminister möchte Herrmann aber den Radverkehr in Bayern noch sicherer machen und weiter fördern. Dazu gehört unter anderem die gezielte Überprüfung von Radwegen vor allem an Kreuzungen. Herrmann: „2013 haben wir für knapp 20 Millionen Euro Radwege an Staats- und Bundesstraßen nachgerüstet und mit neun Millionen Euro vergleichbare Maßnahmen der Kommunen an Staatsstraßen gefördert. In diesem Umfang werden wir auch heuer den Radwegebau vorantreiben. Unser Ziel sind durchgängige Radverkehrsnetze in Bayern.“

 

 

 

Besonderen Wert legt Herrmann auf die Möglichkeit, direkt mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu treten und für mehr Verkehrssicherheit zu werben. Dabei verwies der Verkehrsminister unter anderem auf die beliebte Kulmbacher Motorradsternfahrt am 27. April 2014. Gemeinsam mit Antenne Bayern, dem Bayerischen Fahrlehrerverband und der Kulmbacher Brauerei geht es hier um die Sicherheit der Motorradfahrer. Daneben findet am 2. Juni 2014 im Verkehrsmuseum in München die dritte Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz mit Vertreter von Polizei, Behörden, Kommunen, Fahrzeugherstellern und Verbänden sowie Wissenschaftler und politische Mandatsträger statt. In diesem Jahr geht es um das Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Straßenverkehrs und dem persönlichen Verhalten der Verkehrsteilnehmer – Stichwort: ‚Risikofaktor Mensch‘. Darüber hinaus lädt Herrmann alle Bürgerinnen und Bürger zum vierten Landestag der Verkehrssicherheit ein. Er findet am 28. Juni 2014 in Nürnberg statt. Das Hauptthema ist die Sicherheit von Radfahrern.

 

 

 

Die Maßnahmen des neuen Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ reichen von verstärkter Öffentlichkeitsarbeit über Verkehrsüberwachung bis hin zur verbesserten Verkehrsraumgestaltung reichen (www.sichermobil.bayern.de). Ziel ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Unfallzahlen weiter zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 zu senken.

 

 

jn / Bayerisches Staatsministerium des Inneren