Polizei, © Symbolfoto

„Versuchter Mord“ – 26-jähriger Asylbewerber beschuldigt Mitbewohner

Was zunächst nach Verletzungen in Folge eines Sturzes aussah, entpuppte sich bei der Untersuchung im Krankenhaus als Ergebnis eines wohl versuchten Mordes.

 

Am 17.02.2017 entdeckte eine Münchnerin einen am Boden liegenden 26-jährigen Somalier, Bewohner einer Asylbewerberunterkunft in Untergiesing. Der Mann war nicht ansprechbar, ihm floss Blut aus dem Mund.

 

Der alarmierte Rettungsdienst brachte den Somalier mit Verdacht auf einen Sturz in ein Krankenhaus. Es wurden ein Schädelbruch, sowie eine Verletzung an der Lunge des Opfers festgestellt.

 

Der behandelnde Arzt setzte am nächsten Tag jedoch die Polizei darüber in Kenntnis, dass die vorliegenden Gesichtsverletzungen des 26-Jährigen nicht mit dem Verdacht auf einen „sturz-ähnlichen“ Hergang zusammenpassen. Der Patient selbst erzählte, in der Nähe des Tatorts von zwei Mitbewohnern des Asylbewerberheims verprügelt worden zu sein. Das Opfer hätte zusammen mit den zwei Männern Alkohol getrunken, irgendwann hätten ihn diese dann jedoch urplötzlich zusammengeschlagen. Das Nächste, an das sich der 26-Jährigen erinnern konnte, sei bereits das Krankenhaus gewesen.

 

Die Schwere der Verletzungen war offenbar so massiv, dass am darauf folgenden Sonntag die Mordkommission München die Ermittlungen aufnahm. Ein 20-Jähriger, sowie ein 21-Jähriger wurden anschließend von der Polizeiinspektion 23 im Asylheim festgenommen. Die beiden Männer kamen ebenfalls aus Somalia.

 

Der 21-Jährige bestätigt das vom Opfer genannte Treffen. Nach seiner Aussage, sei jedoch ausschließlich der 20-Jährige für die Gewalttat verantwortlich. Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf.

 

Gestern erließ der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I gegen beide Tatverdächtige Haftbefehl wegen versuchten Mordes.

 

kw