Symbolfoto: Lehrer mit Schülern an der Tafel, © Symbolfoto: Lehrer mit Schülern an der Tafel

Vier Prozent der Lehrer in Bayern sind Opfer körperlicher Gewalt

Vier Prozent der Lehrer aus Bayern sind laut der Frosa Umfrage Opfer von körperlichen Gewalt. Damit sind rund 3800 Lehrkräfte davon betroffen.

 

Vier Prozent der bayerischen Lehrer haben in einer Umfrage angegeben, dass sie auf ihrer Arbeit schon einmal körperlich angegriffen wurden. Hochgerechnet seien damit rund 3800 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen bereits Opfer von tätlicher Gewalt geworden, teilte der Bayerische Lehrerverband BLLV am Montag in München mit.

 

„Die Ergebnisse machen eines unmissverständlich deutlich: Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer sind keine Einzelfälle“, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter insgesamt fast 2000 Lehrern bundesweit – 500 davon aus Bayern.

 

Die körperliche Gewalt gehe dabei in den überwiegenden Fällen von den Schülern aus. Anders sei das jedoch bei Bedrohungen, Beleidigungen, Beschimpfungen oder Mobbing, denn in diesem Bereich werden laut Umfrage auch die Eltern aktiv. 18 Prozent der Befragten aus Bayern gaben an, bereits verbale oder psychische Gewalt erlitten zu haben. Dabei sagten 59 Prozent der Lehrer, dass diese Gewalt von den Eltern ausging – die Schüler selbst wurden von 52 Prozent genannt. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter insgesamt fast 2000 Lehrern bundesweit – 500 davon aus Bayern.

 

Das Kultusministerium betonte: „Psychische und physische Gewalt gegen Lehrkräfte wie auch gegen Schülerinnen und Schüler an der Schule – sei es durch wen auch immer – ist nicht zu dulden.“ Betroffene müssten entsprechende Vorgänge anzeigen.

 

Neben körperlicher und psychischer Gewalt spielt auch das Thema Cybermobbing eine Rolle. Immerhin drei Prozent der Befragten gaben an, bereits Opfer davon geworden zu sein. BLLV-Juristin Christina Bädeker schilderte bei der Vorstellung der Studie beispielhaft einen Fall, bei dem einem Lehrer im Internet sexuelle Beziehungen zu seinen Schülern nachgesagt wurden – ergänzt mit sonderbaren Sexualpraktiken. Die Geschichte habe sich letztlich als Hirngespinst einiger Schüler entpuppt – verunsichert sei der betroffene Lehrer aber bis heute.

 

Die Forsa-Studie zeigt zudem, dass 61 Prozent der Befragten aus Bayern Gewalt gegen Lehrer für ein Tabuthema halten. Zudem erwarten die Lehrer mehr Unterstützung von der Landesregierung: 59 Prozent gaben an, dass sich die Staatsregierung dem Thema nicht ausreichend annehme. Auch die Schulverwaltungen in den Gemeinden sehen die Lehrer stärker in der Pflicht (42 Prozent). Das Ministerium verwies auf Präventionsprogramme in Zusammenarbeit etwa mit Schulberatungsstellen und der Polizei. Zudem unterstützten beispielsweise Schulpsychologen Lehrkräfte bei der Bearbeitung von Problemen.

 

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