Vogelspinne und Schlangenhaut als Schmuck

Vogelspinnen, Sperma, Kuhdarm und Schlangenhaut als Körperschmuck

SCHMUCKISMUS – ist eine Ausstellung, die Schmuck aus ungewöhnlichen Materialien zeigt, darunter Broschen aus Schlaftabletten und Viagra, Halsketten aus gebrauchten Verhütungsspiralen und Brennnesseln. In der Pinakothek der Moderne zeigen 30 Schmuckkünstlerinnen und -künstler einer jüngeren und mittleren Generation aus verschiedenen Ländern, was alles auf diese Kunstform Einfluss nimmt. Themen wie Ökologie, Konsumgesellschaft, Identitäten oder Feminismen werden direkt durch das Medium Schmuck ausgedrückt.

 

 

Schmuck wird hier nicht als ein selbstreferentielles Instrument verstanden, sondern als Möglichkeit und Notwendigkeit zu einer Reflexion von gesellschaftsrelevanten Inhalten. 30 Künstlerinnen und Künstler setzen sich in der Neuen Sammlung mit der Bedeutung von Autorenschmuck als Spiegel eines kritischen Diskurses auseinandersetzt. Als Kuratorin hat Karen Pontoppidan, Professorin für Goldschmiedekunst an der Akademie der Bildenden Künste München, entsprechende Exponate zusammengestellt.

Beine einer Tarantel als Halsschmuck, © Foto: Mirei Takeuchi

Ausstellungseröffnung 15.03.2019

 

Das Konzept der Ausstellung sieht vor, dass die Schmuckkünstler und -künstlerinnen jeweils zu ihren ausgewählten Exponaten zusätzlich eine neue Arbeit entwickeln oder eine weitere Arbeit selbst aussuchen. So ergibt sich eine Zusammenschau von rund 150 Objekten aus einem Zeitraum der letzten 15 Jahre.

Greueltaten-Tatorte als Umrisse

Mit der Ausstellung „SCHMUCKISMUS“ will die Neue Sammlung zu einem Dialog über das politische Potential von Autorenschmuck einladen sowie einen weiteren und besonderen Beitrag zur Erforschung und zum Diskurs von Autorenschmuck leisten.

AUSSTELLUNGSDAUER: 16.03.2019 – 16.06.2019

 

Die Arbeiten zeigen, wie unterschiedlich die jeweiligen Themen und Inhalte, die Materialien und die Herstellungsverfahren sind, und wie unterschiedlich auch die jeweils intendierte Rezeptionsmöglichkeit durch ein Publikum ist. Das, was miteinander verbindet, ist die grundsätzlich kritische Haltung, die Schmuck als ein Medium für gesellschaftspolitische und sozialrelevante Fragestellungen versteht, gerade auch, weil sie aus der jeweiligen individuellen Perspektive entwickelt werden.