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Vom Schnappschussjäger zum Hobby-Fotografen: Foto-Grundlagen für Einsteiger

Auch Sie sind immer auf der Jagd nach einem guten Schnappschuss? Mit ein wenig Know-How geht das ganze gleich viel besser. Hier finden Sie den Einsteiger-Guide für richtige Hobbyfotografen.

 

 

Fotografie ist auch bei vielen Münchnern ein beliebtes Hobby. Auf so manchem iPhone sieht ein Foto richtig gut aus und auch Instagram liefert Inspirationen ohne Ende. In Zeiten, in denen Blogs aus dem Boden sprießen und überall tolle Fotos lauern, spornt genau das dazu an, die Kamera in die Hand zu nehmen und selbst zu erlernen, wie so schöne Bilder entstehen. Besonders toll: Das kreative Eingreifen, das dank Digitalfotografie ohne Probleme möglich ist. Die Möglichkeiten sind schier unendlich – wo also anfangen? Am besten beim Basiswissen – denn mit ein paar Grundlagen-Informationen zur Technik ist der Einstieg gleich viel leichter. Was genau ein Einsteiger braucht, wie ein gutes Foto auszusehen hat und was so alles möglich ist, beleuchtet dieser Artikel.

 

Theoretische Grundlagen

 

Theorie mag langweilig erscheinen, doch nur wer sein Gerät versteht und weiß, was bei jedem einzelnen Foto geschieht, der kann am Ende auch das Beste heraus holen. Einmal verstanden, ist das Prinzip leicht an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und dank etwas Technik-Verständnis sind auch die unzähligen Kamera-Einstellungen kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

 

Die Vorteile der Digitalfotografie

 

Die Digitalfotografie ist ein Meilenstein gegenüber dem analogen „Knipsen“. Dadurch, dass Karten als Speichermedium verwendet werden und diese jederzeit ausgetauscht werden können, ist der Speicher eigentlich endlos. Ein deutlicher Fortschritt gegenüber den alten Filmrollen, die maximal 36 Bilder fassten und darüber hinaus einen permanenten Kostenfaktor darstellten. Entwickeln kostete ebenfalls Geld und wenn das nicht im heimischen Labor geschah, war nicht mal sicher, welche Fotos gelungen sind und was direkt in die Tonne wandert.

 

Speicherkarten hingegen sind leicht, handlich und können überallhin mitgenommen werden. Die Fotos sind auf der Kamera einsehbar, so dass direkt eine Selektierung geschehen kann. Der nächste Schritt – das Überspielen auf den Computer – bietet eine weitere Möglichkeit: Die Bildbearbeitung. Dank einer Vielzahl an Programmen ist es kein Problem, das Bild im Nachhinein am Computer anzupassen und den eigenen Wünschen entsprechend zu verändern. Die Leichtigkeit , die Vergünstigung durch Speicherkarten und die Möglichkeit, sowohl beim Fotografieren selbst als auch bei der Nachbearbeitung kreativ in das Bild einzugreifen machen die Digitalfotografie zu einer echten Revolution gegenüber der analogen Fotografie – das bedeutet auch, dass sie so zu einem entspannteren Hobby wurde, das sich jedermann öffnet.

 

© Speicherkarten haben alten Filmrollen gegenüber klare Vorteile: Sie sind auf Dauer wesentlich günstiger und können immer wieder neu bespielt werden. So entstehen unendliche Kapazitäten für Fotos. Foto: fotolia.de ©diego cervo #84070255

 

Kreatives Eingreifen

 

Nun ein wenig weiter ins Detail – denn um die Vorteile der Digitalfotografie nutzen zu können, müssen erst einmal die Grundlagen sitzen. Die grundsätzlichen Einstellungen  einer digitalen Spiegelreflexkamera lassen sich auf drei Aspekte herunterbrechen:

 

  • Blende
  • Belichtungszeit
  • ISO

 

Diese Werte bestimmen, wie das Bild am Ende aussieht – sie bestimmen über Helligkeit, Schärfe und Körnung. Die Blende ist dabei zunächst eine tatsächliche Vorrichtung an der Kamera, die sich öffnen und schließen lässt und damit bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor trifft. Damit werden Helligkeit und Schärfe des Bilds bestimmt. Die Öffnung der Blende beeinflusst damit auch die Belichtungszeit – lässt sie weniger Licht durch, muss die Belichtungszeit höher ausfallen, um die gleiche Helligkeit zu erreichen. Eine weitere Funktion der Blende wird mit dem Stichwort „Tiefenschärfe“ umrissen. Denn je weiter sie geöffnet ist, desto unschärfer wird das Bild außerhalb des fokussierten Bereichs. Durch einen unscharfen Hintergrund entsteht ein sogenanntes Bokeh. Soll das Bild hingegen bis in die Tiefe hinein scharf werden, muss die Blende weiter geschlossen sein.

 

 

Merke: Je größer die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geschlossen.

 

 

Die Belichtungszeit hat genau wie die Blende Einfluss auf Helligkeit und Schärfe. Sie bestimmt, wie lange die Verschlussklappe geöffnet wird, um Licht hinein zu lassen. Das Licht fällt dann durch die Blende auf den Sensor und das so lange, wie die Belichtungszeit vorgibt. Die beiden Werte bedingen sich also gegenseitig. Durch kürzere Belichtungszeiten werden Momente exakt eingefroren. Einzelne Regentropfen beispielsweise werden sichtbar und in der Luft festgehalten. Trifft das Licht hingegen länger auf den Sensor, werden die Regentropfen zu Bindfäden, da sie das Licht während ihres Falls jeweils anders reflektieren. Eine längere Belichtungszeit kann jedoch ebenfalls dazu führen, dass ein Bild verwackelt.

 

 

© Dieses Bild wurde mit einer längeren Belichtungszeit aufgenommen – die Wasserbewegungen verlaufen dadurch zu einem Schleier. Außerdem wurde eine höhere Blendenzahl gewählt, was an der recht hohen Tiefenschärfe sowie an der trotz langer Belichtungszeit passenden Helligkeit zu erkennen ist. Foto: fotolia.de ©Gina Sanders #129684614

 

 

Der dritte Wert, der das Bild bestimmt, ist der ISO-Wert. Er bestimmt über die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Der Vorteil: Bei schlechtem Licht kann der ISO Wert verhindern, dass durch eine weit geöffnete Blende und lange Belichtungszeiten ein verwackeltes Bild entsteht. Ist der Sensor hingegen lichtempfindlicher, können diese beiden Werte gering gehalten werden. Der Nachteil: Durch einen hohen ISO-Wert entsteht eine Körnung im Bild – ein unerwünschter Nebeneffekt. Neuere Kameras gehen damit besser um als solche älterer Generationen, so dass die Bilder nicht mehr allzu körnig werden. Allzu hohe ISO-Werte sind dennoch zu vermeiden, wo immer es geht.

 

Je höher der ISO-Wert, desto körniger das Bild.

 

Das nötige Equipment

 

Der Wechsel zur digitalen Fotografie hat verschiedenste Bauarten von Kameras auf den Markt gerufen. Neben den kleinen handlichen Kompakt-Kameras, die in jede Handtasche passen, gibt es auch größere Bauarten, die einen Objektivwechsel zulassen und teilweise auch die Funktionsweise von analogen Spiegelreflexkameras aufgreifen. Die hauptsächlichen Unterschiede liegen dabei in der Bauart.

 

Der Begriff Systemkamera beschreibt dabei all das, was digital und ohne Spiegel funktioniert. Ist hingegen ein Spiegel verbaut, handelt es sich um eine DSLR-Kamera. DSLR steht für Digital Single-Lens Reflex – digitale Spiegelreflexkamera. Der Spiegel dient dabei zur Umleitung des Lichts zum Sucher. Über Spiegel kann der Fotograf durch den Sucher in Echtzeit beobachten, was vor der Kamera vor sich geht, während spiegellose Systemkameras das Bild auf einem Monitor wiedergeben. Kritiker befürchten dabei eine Verzögerung der Projektion im Gegensatz zum Spiegelreflex, wobei tatsächlich vermehrt an der Entwicklung von spiegellosen Systemkameras gearbeitet wird, um die Nachteile auszumerzen.

 

 

Kaufberatung für Einsteiger

 

Was sollte sich ein Einsteiger nun leisten? Das kommt darauf an: Möchte man sich tatsächlich mit Fotografie auseinandersetzen, empfiehlt es sich, eine Kamera mit wechselbaren Objektiven zu kaufen, da nur so auf jegliche Situation bei der Fotografie eingegangen werden kann. Sind es hingegen eher Schnappschüsse, die eingefangen werden sollen, reicht eine kompakte Systemkamera, die im Automatikmodus optimal läuft und damit wie die Smartphone Kamera genutzt werden kann – mit dem Unterschied, dass die Bilder deutlich besser sind.

 

Nur mit wechselbaren Objektiven kann ein Hobby-Fotograf sich frei entfalten.

 

Möchte der Hobby-Fotograf hingegen kreativ in das Bild eingreifen und mit Blende, Belichtungszeit und Schärfe spielen, sollte es eine Kamera mit wechselbaren Objektiven werden. Ob diese dann mit Spiegel oder ohne funktioniert, ist dem Gusto des Fotografen überlassen, auch wenn vielfach die Überzeugung besteht, dass die Zukunft spiegellos sein wird. In diesem Segment haben sich in den letzten Jahren besonders drei Hersteller hervorgetan, die den Markt unter sich ausmachen:

 

  • Nikon und Canon sind die seit Jahren unangefochtenen Herrscher des DSLR-Marktes. Sie bieten Modelle jeglicher Preisklassen. Die Unterschiede zwischen beiden Firmen sind marginal und lediglich Gewöhnungssache.
  • Sony brachte mit seiner Alpha-7 die Spiegellose in den Profi-Bereich und ist in diesem Segment Marktführer.

 

Natürlich gibt es auch weitere sehr gute Hersteller. Aber diese liegen entweder nicht ganz am Puls der Zeit oder fertigen teure Luxusprodukte (etwa Leica oder Hasselblad).

 

Licht ins Dunkel bringen? Der Blitz

 

Der interne Blitz gehört vielfach zur Kamera dazu, ist in Systemkameras und DSLRs verbaut. Dennoch ist dieses Feature überbewertet und in der Praxis viel seltener genutzt, als Amateure denken würden. Denn generell gilt: Ein Bild ohne Blitz ist oft um ein vielfaches schöner als das gleiche Motiv mit Blitz abgelichtet.

Das ist in erster Linie so, weil frontal abgegebenes Licht ein Motiv selten vorteilhaft erscheinen lässt – das weiß jeder, der sich typische Bilder vom letzten Ausflug ins Nachtleben oder vom letzten Konzertbesuch anschaut. Nicht mattierte Stellen reflektieren das Licht unangenehm, es entstehen harte Schatten und das Verhältnis zwischen Umgebung und Motiv ist nicht harmonisch. Deswegen sollte ein intern verbauter Blitz nur im äußersten Notfall verwendet werden, wenn ISO, Blende und Belichtungszeit nicht weiter auszureizen sind, was im Zweifelsfall nur sehr selten vorkommt.

Wird in einer Umgebung ohne Licht fotografiert, ist es dann besser, einen externen Blitz zu verwenden, der in verschiedene Richtungen ausgerichtet und mit Streufiltern versehen werden kann – so wird die Umgebung sanft aufgehellt statt das Motiv direkt angeleuchtet. Das Ergebnis: weichere, harmonischere Bilder.

 

Ohne Blitz ist meistens besser.

 

Im Umkehrschluss heißt das, dass Einsteiger zunächst einmal auf einen Blitz verzichten sollten, da die meisten Situationen ohne Blitz zu bewerkstelligen sind. Wenn sich nach einiger Zeit herauskristallisiert, dass ein externer Blitz doch von Vorteil wäre, muss es nicht zwangsläufig ein Gerät des Kamera-Herstellers sein, da Aufsteckblitze herstellerübergreifend standardisiert sind. So können auch Hersteller wie Yongnuo in Betracht gezogen werden. Diese fertigen Blitze mit gutem Funktionsumfang für zweistellige Euro-Preise. Wenn dann schließlich ein Blitz gekauft ist, können damit auch verschiedene Techniken ausprobiert werden, die teilweise lustige und interessante  Effekte mit sich bringen.

 

© Das Objektiv bringt das Licht erst auf den Sensor – hier liegt also die eigentliche Kunst. Unterschiedlich geformte Linsen und Abstände bestimmen über Bildausschnitt und Zoom. Foto: fotolia.de ©petrsvoboda91 #73512528

 

 

Objektive: Die wahren Künstler

 

 

Nun zum wahren Vorteil von DSLR und Systemkameras: Sie haben wechselbare Objektive.

 

In diesen sind die Linsen enthalten, durch die das Licht gebündelt und auf den Sensor geleitet wird. Durch verschiedene Abstände zueinander können Motive näher herangeholt werden. Andere Linsen sind so gewölbt, dass sie einen größeren Bereich ablichten können als ein reguläres Objektiv. Sie bieten also eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Fotografie und sind deswegen die Grundvoraussetzung für gute Hobby-Fotografen.

 

Die Eigenschaften von Objektiven werden dabei in Millimetern angegeben. Ein einfaches Beispiel: Ein typisches Zoom-Objektiv, das standardmäßig bei vielen DSLRs mitgeliefert wird, trägt die Bezeichnung „18-55“. Das bedeutet (extrem vereinfacht): Der Abstand zwischen der Hauptebene der Linse und dem Brennpunkt lässt sich von 18 bis 55 Millimetern einstellen. Einfacher: Je größer die Zahl, desto näher kann ein entferntes Objekt „herangeholt“ werden. Die genaue Funktion ist natürlich ein wenig komplexer – ein Zoom ist jedoch letztendlich die Auswirkung dieser Verschiebung.

 

Lieber mit einem Objektiv beginnen und später aufstocken, als unnötig Geld auszugeben.

 

Abgesehen von Zoom-Objektiven gibt es auch sogenannte Festbrennweiten, die durch Verzicht auf eine verschiebbare Linse und den komplett verfestigten Bau eine besondere Schärfe hervorbringen. Das jedoch empfiehlt sich erst, wenn neue Dimensionen der Fotografie ausprobiert werden möchten. Für Anfänger empfiehlt sich ansonsten vor allem ein einfaches Zoom-Objektiv von beispielsweise 18 – 55 mm und ein weiteres 55 – 200 mm Objektiv für weit entfernte Motive. Damit sind zunächst alle relevanten Szenarien abgedeckt. Da besonders Objektive eine teure Anschaffung sein können, empfiehlt es sich entsprechend, sich zunächst auf ein bis zwei Objektive zu beschränken und später nach Bedarf zu erweitern.

 

Darf’s ein wenig mehr sein?

 

Es gibt unzählige Objekte, die unter Foto-Zubehör katalogisiert sind. In Wahrheit jedoch hat ein Fotografie-Einsteiger mit Kamera und Objektiv bereits den Kern seiner Ausrüstung beisammen. Damit das neue Hobby also nicht zur schweren und auch finanziellen Belastungsprobe wird, sollte von der Anschaffung von vielen weiteren Gadgets abgesehen werden. Sinnvolle Objekte, die das Fotografen-Leben leichter machen, sind dennoch:

 

Eine gute Kamera-Tasche:

 

 

Wer sein Equipment mit auf Streifzüge durch die Stadt oder mit auf Reisen nehmen möchte, sollte es sicher verstauen. Möglichkeit dazu bieten Taschen verschiedenster Art: Kamera-Taschen zum Umhängen, Fotorücksäcke oder auch speziell auf weibliche Kundschaft ausgelegte Kamera-Handtaschen. Wichtig: Wie bereits festgestellt wurde, ist eine Foto-Ausrüstung alles andere als günstig. Deswegen packt eine gute Tasche alles kompakt zusammen und gewährt gleichzeitig Schutz gegen kleine Stöße und Kratzer. Stürze jedoch sind von den dünnen Polstern nicht abzufangen – deswegen sollte beim Kauf dringend auf eine gute Verarbeitung und genügend Platz geachtet werden.

 

© Eine gute Kameratasche bietet ausreichend Platz für vorhandenes und zukünftiges Equipment, schützt vor Stößen und Kratzern. Foto: fotolia.de ©Africa Studio #105578057

 

Ein kompaktes Stativ:

 

Immer dann, wenn die Belichtungszeit nach oben geschraubt wird, ist eine ruhige Hand vonnöten. Je nach Brennweite kann bereits bei 1/100 Sekunde Schluss mit der ausreichend stabilen Hand sein. Zur Stabilisierung gibt es dann verschiedene Hilfsmittel, am verlässlichsten ist ein Stativ. Einsteiger sollten dafür nicht mehr als 100 Euro ausgeben.

 

Ein Reflektor:

 

Besonders für gestellte Fotos bietet sich ein Reflektor an, mithilfe dessen Sonnenlicht auf das Motiv gelenkt werden kann. Mit weißer und goldener Seite sind verschiedene Licht-Temperaturen abgedeckt, klein zusammengefaltet passt er in jede Kamera-Tasche. Kostenpunkt: Ca. 30 Euro.

 

Gute Software:

 

Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung ist die digitale Nachbearbeitung am Computer. Um diese auch Nutzen zu können, braucht es ein passendes Bildbearbeitungsprogramm, das die Korrektur kleiner Fehler aber genauso die Farbanpassung und die Erstellung weiterer Effekte möglich macht. Das macht sich besonders für den Druck der Fotos bezahlt, da Druckereien und Monitore mit unterschiedlichen Farbzusammensetzung arbeiten: Während ein Computermonitor Farben in RGB, also Rot, Grün, Blau wiedergibt, arbeiten Druckereien mit CMYK – Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Ein in RGB verschicktes Bild kann dadurch in gedruckter Form Abweichungen vom Ursprungsmotiv aufweisen, weswegen die Umwandlung in CMYK am heimischen Computer dringend zu empfehlen ist. Eine entsprechende Funktion ist in den meisten Bildbearbeitungsprogrammen bereits enthalten, für alle anderen gibt es sie jedoch auch im Internet zum freien Download.

 

Essentiell für ein genaues Druckergebnis ist die Umwandlung von RGB in CMYK.

 

Letztlich gilt: Für das Hobby Fotografie können ganze Wagenladungen an Equipment und Gadgets angeschafft werden. Wirklich benötigt werden diese am Ende jedoch nicht, stattdessen kosten sie dafür sehr viel Geld und nehmen Platz weg. Lieber also sparsam kaufen und zusätzliches Equipment erst dann anschaffen wenn wirklich fest steht, dass die sinnvolle Verwendung gegeben ist.

 

 Praxis an der Kamera

 

Die Welt ist voll von lohnenswerten Motiven und am Ende geht es bei der Fotografie darum, diese möglichst treffend und kunstvoll abzulichten. Unterschiedliche Motive sind dabei mehr oder minder „dankbar“. Heißt: Gute Fotos von Menschen und Tieren sind schwieriger zu erreichen als solche von Landschaften und Stillleben. Besonders lange Foto-Sitzungen zum Ausprobieren und Experimentieren sind an stillen Objekten also leichter durchzuführen als mit einer ungeduldigen Katze. Das sollten Einsteiger beherzigen, wenn die Euphorie im neuen Hobby auch zu schnellen Erfolgen führen soll.

 

Stillstand leichtgemacht

 

Ganz besonders bieten sich – aufgrund ihrer Eigenschaft stillzuhalten – Landschaften an. Hierzu ist für den Erfolg letztlich der Standort des Fotografen abhängig. Wer sich an einer schönen Stelle positioniert, hat also die halbe Miete beisammen. Dann kann schließlich mit den Einstellungen experimentiert werden. Die oben beschriebene Funktionsweise der Blende und die Auswirkungen der Belichtungszeit geben bereits eine Grundidee dessen, was der Fotograf mit dem Motiv anstellen kann. Durch die oftmals große Distanz fallen Fokussierungsfehler außerdem nicht ins Gewicht. Geeignete Punkte in München sind beispielsweise die vielen Aussichtspunkte, von denen Teile der Stadt aus großer Höhe zu sehen sind. Auch die städtischen Parks können schöne Naturmotive bieten.

 

Ein weiteres Motiv, für das nicht einmal die Wohnung verlassen werden muss, sind Stillleben. An ansprechend arrangierten Kompositionen können so verschiedene Schärfegrade durch Regulierung der Blendenöffnung oder einer Änderung der Fokussierung ausprobiert werden. Anregungen zu Experimenten und Anleitungen zu schnellen Erfolgen gibt es ebenfalls vielfach im Internet.

 

© Ein Aussichtspunkt bietet oft den besten Einstieg in die Fotografie. In der Stadt bewegt sich zwar einiges, durch den weiten Abstand fallen diese Dinge aber kaum ins Gewicht. Foto: fotolia.de ©ake1150 #127544664

 

Etwas schwieriger: Das bewegte Motiv

 

Schwieriger wird es dann bei Mensch und Tier, die sich nun mal bewegen und nicht unbegrenzt still halten. Auch beim Menschen, der ja beliebig positioniert werden kann, sind kleine Wackler oder Blinzeln natürlich nicht ausgeschlossen. Die ersten Übungen sollten der Geduld wegen mit guten Freunden oder Familienmitgliedern durchgeführt werden, die Verständnis dafür haben, wenn die Einstellungen noch optimiert werden müssen.

 

Erste Übungen an Landschaften und Stillleben – erst danach kommen Menschen und Tiere vor die Linse.

 

Sollen dann das Haustier oder gar Zootiere vor die Linse, ist Geduld mit dem neuen Hobby gefragt. Hier muss vor allem der Moment passen, in dem die Kamera auf das Tier gerichtet ist. Bildaufteilung und Einstellungen liegen dabei zwar in der Hand des Fotografen, die Bewegungen des Tieres liegen jedoch nicht in seiner Macht. Wen es dafür in den Zoo zieht: Ein Objektiv mit weitem Zoom und ruhige Tiere, wie Giraffen oder Elefanten eignen sich für den Beginn besser als die flinken Erdmännchen oder Paviane.

 

Praxistipps und Fauxpas der Hobby-Fotografie

 

Der Bildausschnitt macht in der Praxis schnell einen entscheidenden Unterschied. Gute Fotos sind oftmals nach den Regeln des Goldenen Schnitts oder – einfacher – nach der Drittel-Regel aufgebaut. Dafür ist besonders das im Sucher sichtbare Gitternetz hilfreich, da es das Bild in neun gleichgroße Teile aufteilt. Das Hauptmotiv sollte an einem der Schnittpunkte oder entlang der gedachten Linien platziert werden – das führt zu einem spannenderen Bild, als wenn das Motiv einfach zentral positioniert ist. Auch das bewusste Brechen dieser Regel führt zu interessanten Ergebnissen, die grundsätzlichen Regeln der Bildaufteilung sollten jedoch sitzen.

 

Bewegt sich der Hobby-Fotograf dann aus dem Bekanntenkreis hinaus und möchte Foto-Shootings mit Models organisieren, gibt es weitere Dinge zu beachten. Denn der Umgang mit Menschen kann – wie auch im täglichen Leben – zu unangenehmen Situationen führen, wenn gewisse Regeln nicht beachtet werden. Dazu gehört beispielsweise, dass das Model nicht angefasst wird. Ist eine bestimmte Pose gewünscht, ist es also besser, diese vorzumachen und mit Worten zu dirigieren, als die Person zurecht zu schieben. Besonders mit minderjährigen Models ist Vorsicht geboten – hier muss laut Gesetz die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten im Vorfeld gegeben sein, um alles wasserdicht zu machen.

 

Außerdem sollten vorher Absprachen über die Bildrechte getroffen werden. Rein rechtlich liegen diese beim Fotografen, so dass er diese im Rahmen des Rechts am eigenen Bild nach seinem Gusto bearbeiten und ausstellen darf. Eine Vervielfältigung durch das Model hingegen kann Urheberrechte verletzen. So sollten sich beide im Vorfeld darüber einig sein, was mit den Bildern geschieht, in welchem Rahmen sie veröffentlicht und weiter gegeben werden dürfen.

 

Computer-Kunst: Die Nachbearbeitung

 

Die digitale Nachbearbeitung ist eine ganz eigene Sparte mit der sich ganze Bücher füllen lassen. Dazu also nur so viel: Grundsätzlich kann an einem Bild alles geändert werden, was nur vorstellbar ist. Himmel austauschen, andere Personen hereinsetzen und natürlich kleine und größere Makel wegretuschieren – alles gängige Praxis, besonders in Werbung und Magazinen. Dadurch wird sie zu Fluch und Segen zugleich, denn natürlich kann ein Bild bis hin zur Vollkommenheit bearbeitet werden, es kann anschließend jedoch ebenso verfälscht sein und nicht mehr das wiedergeben, was ursprünglich fotografiert wurde.

 

Digitale Nachbearbeitung: Nichts ist unmöglich.

 

Für den Hausgebrauch reichen am Ende kleine Korrekturen der Farbwerte und Helligkeit. Diese lassen sich im Übrigen am besten bearbeiten, wenn im RAW-Format fotografiert wurde. Die Bilder nehmen so zwar ein Vielfaches an Speicherplatz in Anspruch, jedoch kann durch die Abspeicherung der kompletten Bildinformationen jedes Farbspektrum aus dem ursprünglichen Bild herausgearbeitet werden – ein echter Pluspunkt für natürliche Nachbearbeitung.

 

© Bei der digitalen Nachbearbeitung eröffnen sich ganz neue Welten zur Gestaltung eines Fotos. Die Krux: Zwischen natürlicher Optimierung und Verzerrung der Wirklichkeit liegt nur ein schmaler Grat. Foto: fotolia.de ©vladimirfloyd #73623488

 

Zusammenfassung

 

Die Digitalisierung ist ein Meilenstein für die Fotografie. Sie bietet nicht nur unendliche Kapazität für Fotos, sondern schafft auch Raum für Experimente, eigene Einstellungen und vor allem für die individuelle Optimierung der Fotos. Einsteiger können mit einem gewissen Grundverständnis der Funktionsweise bereits schnell Erfolge erzielen und sich mit dem Hobby stetig weiter entwickeln. Unendliche Motive, Einstellungen und Gadgets bieten dabei stetig Raum zur Weiterentwicklung und machen die Fotografie zu einem Hobby, wo tatsächlich nur Übung den Meister macht.