Vom Siegertreppchen in den Praktikantendienst

So eine Gold- oder Silbermedallie ist zwar dekorativ, hilft diesen Olympiasportlern aber gerade wenig. Weg mit Trainings- und Ernährungsplan, Schluss mit Autogramm-Schreiben – die Skispringerin Carina Vogt absolviert seit 12. Mai ein Ausbildungspraktikum bei der Bundespolizeiinspektion Flughafen München. Natürlich wird nebenher fleißig weitertrainiert. Noch ist die sportliche Karriere von Frau Vogt voll im Gange – aber sie weiß, dass das nicht ewig so sein wird. Und was macht die vorausschauende Sport-Ikone? Genau – Praktikum.

 

 
Eben noch Olympia-Sportgeschichte geschrieben, jetzt im Polizei-Alltag unterwegs – das ist für Carina Vogt kein Schritt nach unten, es ist eine sinnvolle Vorbereitung auf das Leben nach dem Profisport. Die Bundespolizei fördert dort talentierte Wintersportlerinnen und -sportler, indem sie ihnen gleichzeitig professionelle Trainingsmöglichkeiten und Betreuung sowie eine anspruchsvolle Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst bietet.
Im Anschluss an die sportliche Karriere haben die Athletinnen und Athleten damit die Möglichkeit, als vollwertig ausgebildete Polizeibeamte nahtlos in andere Aufgabenfelder der Bundespolizei zu wechseln und dort Polizeidienst zu leisten.

 

 

 

 

Die Bundespolizei am Flughafen München führt jährlich Ausbildungspraktika durch und wird bis Ende des Jahres weit über 200 Polizeischüler in verschiedenen Praktika betreut haben. Dass unter den Kollegen Olympiasieger und Weltmeister sind, ist aber auch hier nicht alltäglich. Carina Vogt ist in ihrem Praktikums-Programm nicht alleine: zusammen mit acht anderen Wintersport-Cracks und Auszubildenden an der Bundespolizeisportschule Bad Endorf erhält sie die Möglichkeit, ihr erlerntes theoretisches Wissen in den bundespolizeilichen Aufgabenbereichen „Luftsicherheit“ und „Grenzpolizei“ in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen.

 

 

 

Unter den für 12. Mai erwarteten Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärtern ist auch Francesco Friedrich, der sich mit 23 Jahren jüngster Weltmeister im Zweierbob und Polizeisportler des Jahres 2013 nennen kann. Die neun Polizeischüler sind als Wintersportler in den verschiedensten Disziplinen weltweit erfolgreich. Die meisten von Ihnen haben bereits auch sportliche Meistertitel und Medaillen im Schrank.

 

 

 
Beim Praktikum wird das aber kaum von Bedeutung sein. Sie müssen lernen, üben und ausprobieren, wie jeder Andere auch. Trotzdem – es könnte schon passieren, dass die betreuenden Polizisten zwischendurch leise nach einem Autogramm fragen.

 

 

 

jn