U-Bahn in München

Von Münchner Freiheit bis Scheidplatz – U3 mehrere Monate gesperrt

Ab dem 7. Oktober ist die Strecke der U-Bahnlinie 3 von der Münchner Freiheit bis zum Scheidplatz für fünfeinhalb Monate gesperrt. Ersatzbusse sollen den öffentlichen Nahverkehr in Fluss halten. Dies stößt auf Kritik bei den Fahrgästen.

 

Die Münchner Stadtwerke müssen die U-Bahngleise der U3 zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz austauschen. Dazu soll dieser U-Bahnabschnitt vom Oktober 2016 ab vollständig gesperrt werden. Als Ersatz sollen Busse eingesetzt werden. Dieses Konzept ist aus Sicht der Fahrgäste nicht hinnehmbar. „Anscheinend haben die Verkehrsunternehmen vollständig verlernt, wie man „unter dem rollenden Rad“ eine Strecke erneuert“, sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. „Wahrscheinlich sind dabei hauptsächlich Kostenargumente ausschlaggebend. Wir wollen die Störung des Linienverkehrs aber auf ein Mindestmaß beschränkt sehen und einen ordentlichen Ersatzverkehr.“

 

Zunächst muss geprüft werden, ob die Maßnahme nicht in die warme Jahreszeit verschoben werden kann. Dann können etliche Fahrgäste auf das Fahrrad umsteigen und die unvermeidliche Wartezeit ist leichter erträglich. Wenn wirklich eine Vollsperrung notwendig sein sollte und nicht eine eingleisige Sperrung ausreichend ist, fordern wir einen vernünftigen Ersatzverkehr an der Oberfläche mit der Trambahn. Dazu kann zum Beispiel die Linie 12 vom Scheidplatz bis zur Münchner Freiheit verlängert werden. Für die dabei notwendigen Fahrzeuge zeigt sich wieder einmal, wie sinnvoll eine strategische Betriebsreserve ist. Weiter wünscht sich der Fahrgastverband eine Verknüpfung der U8 mit der U3, damit auch von Moosach aus eine U-Bahnverbindung in die Innenstadt erhalten bleibt.

 

„Auch die U-Bahn kommt in die Jahre und muss irgendwann vollständig neu gebaut werden. Wir haben schon immer auf die dabei entstehenden immensen Kosten hingewiesen – und es zeigt sich auch dabei, wie notwendig eine sinnvolle Überlagerung der verschiedenen Verkehrsmittel ist. Der Fahrgast zahlt mit seinem Fahrschein nicht nur für den Transport auf einer Strecke, sondern auch für die Zuverlässigkeit der Linienverkehrsmittel“, so Nagel.

 

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