Schneller Fahrradfahrer auf der Straße, © Symbolbild

Vorfahrt für Radler – Schnellwege in der Altstadt gefordert

In München soll am Altstadtring ein sicherer Radweg mit Schnellwegcharakter entstehen, so die Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Der Anteil an Radfahrern am Verkehr in München beträgt 18 Prozent und wächst weiter an.

 

 

„Größtenteils veraltet, deutlich unterdimensioniert, mehrfach unterbrochen und teilweise weder sicher noch komfortabel nutzbar“, so beschreibt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München, die Radinfrastruktur am Altstadtring in München. Deshalb fordert er den Bau eines durchgängigen, komfortablen und sicheren Altstadt-Radlrings mit „Grüner Radlwelle“, der sicher, zügig und stressfrei ist. Dieser Radlring soll Schnellweg-Charakter haben und als Achse die Altstadt vom Durchgangs-Radverkehr entlasten.

 

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter brachte kürzlich sogar die „autofreie Altstadt“ ins Gespräch, denn der tägliche Autoverkehr in der Münchner Innenstadt sei mit all seinen negativen Auswirkungen längst am Limit. Andreas Groh vom ADFC ergänzt:

 

Beim Mobilitätshearing am 30. Januar haben sich OB Reiter sowie SPD, Grüne, ÖDP und Linke – und damit eine Stadtratsmehrheit – klar für eine menschengerechte Aufteilung des Straßenraums und die deutliche Reduktion von Kfz-Fahrspuren und Parkplätzen ausgesprochen.“

 

 

 

Der Verkehrsanteil der Radlerinnen und Radler in München ist stetig auf heute 18 Prozent angestiegen und wächst weiter. Geradelt wird häufiger und auf längeren Strecken. Der E-Bike-Boom verstärkt den Radleranteil. In Zukunft werden Lastenräder oder Kindertransportmittel mehr Platz erfordern. Das Bevölkerungswachstum, der drohende Dauerstau, der Klimawandel und die Problematik der Luftreinhaltung wirken sich auf den täglichen Verkehr aus. Die Radverkehrsinfrastruktur in München soll mitwachsen.

 

„Der Radlring bündelt den Radverkehr, erhöht dessen Kapazität und Sicherheit und bringt so mehr Menschen aufs Rad. Er trägt zur Verflüssigung des Verkehrs insgesamt bei und führt zu positiven Auswirkungen auf die Luft- und Lebensqualität“, erläutert Andreas Groh, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München.


Am Altstadtring sollen beidseits durchgehend geschützte Radwege entstehen. Mit einer Regelbreite von 2,50 Meter und breit genug für Überholmanöver.

 

 

Bei genügend breitem Straßenraum soll die Breite bis zu 3 Meter betragen. Immer mit ausreichend Sicherheitsabstand von mindestens 0,5 bis 1 Meter zu fahrenden oder haltenden/parkenden Autos.

 

 

Weltstädte wie Paris, London, Kopenhagen und New York haben längst ihre Verkehrspolitik verändert. Sie schränken den innerstädtischen Autoverkehr ein und setzen verstärkt aufs Rad. In New York City hat das Anlegen von geschützten Radfahrstreifen und Radwegen die Verkehrssicherheit erhöht und den Radverkehr als umweltverträgliche Verkehrsart gefördert, ohne den motorisierten Verkehr auszubremsen.

Fahrradfahrer auf dem Mittleren Ring in München im Tunnel, © Radlhauptstadt München - Foto: Andreas Schebesta

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) hat in München 7500 Mitglieder. Bundesweit sind es mehr als 175.000 Mitglieder, davon mehr als 27.000 in Bayern. Er vertritt Interessen der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.