Warnstreik bei der Helios-Amper Kliniken AG

Ver.di ruft die Beschäftigten der Amper-Kliniken AG in Dachau und Indersdorf am 30.10.2014 zu einem befristeten Warnstreik von 06:00 Uhr bis 18:00 Uhr auf. Die Forderung: Eine Erhöhung der Vergütungen um 8 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 90,- Euro, eine Erhöhung der variablen Ergebnisbeteiligung von 17,5 auf 18 Prozent und 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigten.

 

 

 

 

Bereits zum 31. Dezember 2013 wurden die Tarifverträge der Amper-Kliniken AG, damals noch zugehörig zum Rhön-Konzern, gekündigt. Auf Bitten der Arbeitgeberseite wurde mit dem Beginn der Verhandlungen gewartet, bis der Konzernwechsel zu Helios vollzogen war. Nachdem man sich nun seit knapp vier Monaten in Tarifverhandlungen befindet und vier Verhandlungstermine absolviert hat, sind beide Seiten immer noch weit voneinander entfernt.

 

Vielmehr lässt sich erkennen, dass von Seiten des Arbeitgebers vom dritten auf den vierten Verhandlungstermin so gut wie keine Bewegung ersichtlich war. „Dies macht die Verhandlungen für uns schwierig und zäh“, so Martina Mörsdorf, Verhandlungsführerin für die Gewerkschaft ver.di. „Wir haben von ver.di-Seite versucht, ein abschlussfähiges Angebot zu erreichen, aber wir werden von Seiten des Arbeitgebers immer wieder zurückgeworfen.“

 

Für die Beschäftigten der Helios-Amper Kliniken AG in Dachau und Indersdorf reichte das nun aus, um am 22. Oktober 2014 auf ihrer Mitgliederversammlung einstimmig weitergehende Maßnahmen in Form von Warnstreiks und Streiks zu beschließen.

 

„Je nachdem, wie der nächste Verhandlungstermin nach dem Warnstreik am 03. November 2014 verläuft, werden wir eventuell gezwungen sein, auch in weitreichendere Streikmaßnahmen einzutreten“, so Karin Seifert, betreuende Gewerkschaftssekretärin des ver.di-Bezirks München.

 

 

Die Verhandlungen stocken mitunter, weil die variable und fixe Ergebnisbeteiligung in eine Jahressonderzahlung umgewandelt werden soll. Dies führt, nach Willen des Arbeitgebers, zu einer Reduzierung dieser Sonderzahlung und würde letztendlich zur Folge haben, dass die Beschäftigten ihre eigene Vergütungserhöhung finanzieren. „Dies ist in einem wirtschaftlich gut gehenden Haus nicht hinnehmbar“, so Martina Mörsdorf.

 

 

 

Die Helios-Amper Kliniken AG mit ihren beiden Häusern in Dachau und Indersdorf sind Kliniken die seit diesem Jahr zur Helios-Kliniken-Gruppe zählen. Zur Helios-Kliniken-Gruppe gehören 110 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken, 50 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, sechs Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt über 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

 

jn / ver.di