Warnstreiks in kommunalen Kitas am Mittwoch

Viele Kitas in München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg bleiben heute geschlossen. Vor der nächsten Tarifrunde für die Erzieherinnen haben die Gewerkschaften Verdi und GEW zu Warnstreiks aufgerufen

 

Die Gewerkschaften Verdi und GEW rufen am Mittwoch zur zweiten Warnstreikrunde in kommunalen Kindertagesstätten auf. Schwerpunkte sollen der Großraum München, der Großraum Nürnberg, Augsburg sowie Regensburg sein, hatte Verdi-Sprecher Hans Sterr im Vorfeld mitgeteilt. Anlass ist die nächste Tarifverhandlungsrunde am Donnerstag in Düsseldorf.

 

In München ist für den Vormittag eine kleinere Protestkundgebung in der Innenstadt geplant. Zum Streik aufgerufen sind nur die Mitarbeiterinnen in kommunalen Einrichtungen. Nicht bestreikt werden die Kitas der Wohlfahrtsverbände und der freien Träger. Bei der ersten Warnstreikrunde im März waren mehrere hundert Kitas geschlossen geblieben.

 

Die Gewerkschaften fordern eine Besserstellung der generell eher niedrig bezahlten Berufe in den Kindertagesstätten. So verdient eine bayerische Erzieherin laut Analyse der Webseite «Gehaltsvergleich.com» im Durchschnitt etwa 2300 Euro brutto.

 

Ministerin Müller schaltet sich ein

 

Bayerns Familienministerin Emilia Müller sprach sich heute in München dafür aus, in den aktuellen Tarifgesprächen die Rahmenbedingungen für den Erzieherberuf zu verbessern. „Wer sich jeden Tag um unsere Kleinsten kümmert, trägt eine enorme Verantwortung. Erzieherinnen und Erzieher leisten tagtäglich einen wichtigen Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Daher sei es notwendig, deren Ansehen und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Insbesondere bei der Bezahlung bestehe Nachholbedarf.
„Ich plädiere daher gegenüber den Tarifparteien dafür, bei den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung nachzubessern sowie Nachteile bei der tariflichen Eingruppierung nach einem Arbeitgeberwechsel zu beseitigen. Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Beruf nicht nur ideell gewinnbringend ist. Er muss sich auch kräftiger im Geldbeutel bezahlt machen“, so die Ministerin.
dpa