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Was man auf der Wiesn lieber nicht tun sollte: Oktoberfest No-Gos

Die Wiesn ist ein Besuchermagnet. Menschen aus aller Welt strömen im September und Oktober auf die Theresienwiese, um zu schunkeln, zu flirten, zu feiern und zu trinken. Doch nicht alle sind mit der Kultur hier vor Ort vertraut. Damit ihr in kein Fettnäpfchen tretet, haben wir hier die No-Gos auf der Wiesn für euch zusammengestellt.

Das Zitronentuch beim Hendl

Das Hendl ist das meistbestellteste Gericht auf dem Oktoberfest. Man kann es pur essen, oder eine der diversen Beilagen, wie Pommes, Kartoffelsalat o.ä. dazu ordern. Die halben Hähnchen begeistern den hungrigen Magen mit einer knusprigen, würzigen Haut und zartem, saftigem Fleisch. Zum "Zerlegen" werden Messer und Gabel gereicht. Die Hähnchenkeule allerdings essen viele Gäste mit der Hand. Um sich danach die Hände reinigen zu können, bringen die Bedienungen Zitronentücher an den Tisch. Diese sind für eure Hände gedacht und NICHT zum Verfeinern des Hendls.

Maß exen

Dieses Phänomen findet man in jedem Bierzelt auf der Wiesn. Jemand stellt sich mit einer frisch bestellten Maß Bier auf einen der Tische und animiert die umsitzenden Leute. Die Aufmerksamkeit ist ihm/ihr gewiss. Dann geht es los. Man setzt an und versucht, die Maß in einem Zug zu leeren. Wenn es gelingt, applaudieren die Leute anerkennend und feiern, doch wenn es misslingt, wird man ausgebuht und mit Verachtung gestraft. Es ist so oder so keine gute Idee, seine Maß zu exen. Erstens ist dies verboten und zweitens gibt es nur sehr wenige Menschen, die diese Druckbetankung unbeschadet überstehen.

Weißwürste

Bei der Münchner Weißwurst gibt es einiges zu beachten, um sich nicht als Tourist zu outen:

1. Man bestellt die Weißwürste immer vor 12:00 Uhr mittags.
2. Zur Weißwurst isst man Brezen, keine Semmeln und erst recht keine Brötchen.
3. Kein Ketchup, kein mittelscharfer Senf, keine Mayo. Weißwürste isst man mit süßem Senf.
4. Die Haut der Weißwurst wird für gewöhnlich nicht verspeist. Profis zuzeln, aber man kann auch mit Messer und Gabel arbeiten.

Eine Ausnahme gibt es: Normalerweise genießt man zu den Weißwürsten ein kühles Weißbier. Da dies allerdings nur in den wenigstens Zelten ausgeschenkt wird, darf es hier auch eine Maß Oktoberfestbier sein. Auch das schmeckt wunderbar.

Der Kotzhügel

Bier macht müde, vor allem wenn es in solch großen Mengen wie auf dem Oktoberfest getrunken wird. Der grüne Hügel hinter den Zelten macht da einen bequemen Eindruck, um sich kurz ausruhen. Von wegen. Der "Kotzhügel" oder "Puking Hill" hat diesen Namen nicht umsonst. Hier landen viele, die zu tief in den Maßkrug geschaut haben und schlafen ihren Rausch aus. Manch einer schafft es nicht mehr, seinen Mageninhalt für sich zu behalten. Immer wieder werden die hilflosen Alkoholleichen beklaut. Ihr habt auf der Wiesn ein Gspusi gefunden? Dann vergnügt euch bitte nicht auf dem Kotzhügel. Interessierte Blicke, Kommentare und vielleicht sogar ein Video auf YouTube sind euch gewiss.

Achtung im Taxi
Ein Taxischild, © Symbolfoto

Manch einer hat nach der Wiesn noch nicht genug. Lediglich das Käferzelt und Kufflers Weinzelt haben bis nach Mitternacht geöffnet. Natürlich gibt es diverse Afterwiesn-Partys in den Clubs der Stadt. Doch Achtung, wenn ihr mit dem Taxi unterwegs seid. So mancher ist in den bequemen Ledersitzen schon eingeschlafen und mit einer saftigen Rechnung wieder aufgewacht. Und an die Männer: Wenn ihr den Taxifahrer fragt, wo noch etwas los ist, könnte es durchaus sein, dass er euch den Leierkasten empfiehlt. Achtung: Hier handelt es sich nicht um ein Restaurant oder einen Club, sondern ein Bordell.

Maßkrug klauen

Es ist kein Kavaliersdelikt, einen Maßkrug zu klauen. Wenn ihr dabei von der Security erwischt werdet, müsst ihr im schlimmsten Fall mit einer Anzeige wegen Diebstahl rechnen. Aber keine Sorge, ihr müsst nicht zum Langfinger werden, um einen Maßkrug mit nach Hause nehmen zu können. Rund um die Wiesn und in ganz München gibt es eine Menge Souvenirstände, in denen ihr das große Bierglas kaufen könnt.

Security bestechen

Das Security-Personal sorgt auf dem Oktoberfest für die Sicherheit der Wiesn-Besucher. Gerade an den Wochenenden kann es vorkommen, dass die Zelte wegen Überfüllung geschlossen werden müssen. Ohne gültige Reservierung hat man dann keine Chance, ins Innere der Zelte zu gelangen. Da hilft es auch nichts, den Türsteher mit einem 10-Euro-Schein zu bestechen. 

An der Station Theresienwiese aussteigen
Oktoberfest Menschenmassen in Wiesn Ubahnstation, © Rechte: MVG/SWM

Auf der Wiesn will man das Leben in vollen Zügen genießen. Allerdings sollte man das nicht wörtlich nehmen. Vom Hauptbahnhof aus ist die Theresienwiese zu Fuß in etwa einer Viertelstunde erreichbar. Wenn ihr doch mit der U-Bahn fahren wollt, empfehlen wir euch, nicht an der Station "Theresienwiese" auszusteigen. Hier verlassen nämlich nahezu alle Touristen die Waggons, weshalb der Bahnsteig oftmals überfüllt ist. Eine Station weiter wartet die Schwanthalerhöhe. Dort ist deutlich weniger Betrieb und man kommt direkt hinter den Zelten an. Eine weitere Option ist die Station "Poccistraße". Diese erreicht ihr mit der U3 und U6.

Nein heißt Nein!
Frau mit Dirndl

Das Flirten gehört auf dem Oktoberfest einfach dazu. Bei Bier, geselliger Stimmung und dem Schunkeln auf den Bierbänken haben schon viele einen Wiesn-Flirt gefunden. Doch auch hier sollten gerade die Männer nicht zu forsch vorgehen. Nein heißt Nein, und das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern, wenn ihr es nochmal versucht. Ein kleiner Tipp: Ihr könnt euch bereits mit einem Blick auf die Dirndlschleife eure Erfolgschancen ausrechnen. Ist die Schleife links gebunden, signalisiert die Frau, dass sie single ist. Rechts bedeutet vergeben, man lässt also besser die Finger von ihr. Vorn mittig steht für die Jungfräulichkeit, während die Schleife auf dem Rücken darauf hinweist, dass die Frau eine Witwe ist.