Wegen Dreharbeiten für Hoeneß-Film: Marienplatz teilweise gesperrt

Filmreif! Das dachte sich so mancher, der den Fall des ehemaligen Fußballpräsidenten Uli Hoeneß verfolgte. Seit Dienstag wird der Stoff tatsächlich verfilmt – am Wochenende soll sogar ein Stück vom Marienplatz abgesperrt werden, weil die Titelfeier des Rekordmeisters FC Bayern nachgestellt werden soll.

 

Berlin/München – Udo Honig – der Name erinnert verdächtig an einen berühmten Ex-Fußballmanager. Das ist auch so gewollt – Ein Münchner Privatsender hat mit den Dreharbeiten zu einer Satire begonnen, die an den Fall des langjährigen FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (63) angelehnt ist. Uwe Ochsenknecht (59) muss darin als Sportmanager wegen Steuerhinterziehung in Haft und krempelt mit seinen Ideen den gesamten Knast um.

 

„Dabei handelt es sich um ein frei erfundenes Szenario“, sagte Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow am Mittwoch in Berlin, wo am Vortag die erste Klappe fiel für „Udo Honig – kein schlechter Mensch“. Mitte März soll es in München weitergehen. Dazu solle es am Sonntag auch teilweise Sperrungen am Marienplatz geben, da dort die Meisterfeier vom FC Bayern nachgestellt werden soll. Das Rathaus wird außerdem von Freitag bis Sonntag für die Dreharbeiten beflaggt. (13.3.2015 bis 15.03.2015)

 

Die Produktion der Ufa Fiction ist prominent besetzt – und macht zumindest bei den Namen nicht den Versuch, zurückhaltend zu sein. Hannes Jaenicke tritt als „Fußball-Lichtgestalt“ Franz Kaiser auf, Wolfgang Fierek gibt die Spielerlegende «Paul Greitner». Und auch der bayerische Ministerpräsident darf nicht fehlen: Wolfgang Krebs alias Horst Hofersee. In weiteren Rollen spielen Gisela Schneeberger (Marion Honig), Max von Thun und Martin Feifel. Auch Udo Honig in jungen Jahren ist zu sehen – eine Rolle, die aber trotzdem in der Familie bleibt, denn sie wird von Ochsenknechts Sohn Wilson Gonzalez (24) gespielt.

 

„Das Spannende an einer Figur wie Udo Honig mit einem so starken inneren Antrieb ist für mich als Schauspieler die enorme Fallhöhe“, sagte Ochsenknecht. „Bei einer derartigen Rolle muss man in erster Linie dem Menschen dahinter und seinen Stärken und Schwächen gerecht werden“, vor allem wenn die mit einem Augenzwinkern erzählt werde. Ähnlich sieht es Lauterbach: „Die eventuellen Ähnlichkeiten zu lebenden prominenten Personen oder Begebenheiten bieten eine besondere Brisanz, der es sich einerseits zu stellen gilt, die andererseits nicht unterschätzt werden sollte“, kommentierte er unlängst in der „Bild“-Zeitung.

 

Sat.1 hat mit Filmen über prominente Zeitgenossen schon Erfahrung. So liefen bereits „Der Minister“ in Anlehnung an den Berliner Politstar Karl Theodor zu Guttenberg oder das Dokudrama „Der Rücktritt“ über das politische Ende von Ex-Bundespräsident Christian Wulff.