Taxi

Wegen Uber und Co.: Münchens Taxifahrer gehen auf die Barrikaden

Apps wie Uber machen den Taxiunternehmen das Leben schwer. Während der Wiesn sei der Umsatz um 20 Prozent zurückgegangen. Deshalb demonstrierten heute hunderte Taxler mit einer Sternfahrt.

 

Die Wiesn ist für die Taxifahrer Münchens eigentlich das Geschäft des Jahres. Zu keiner anderen Zeit besteht für sie die Möglichkeit, in zwei Wochen zwei Monatsgehälter zu erwirtschaften. Doch der Kassensturz des Münchner Taxiverbandes nach dem Oktoberfest 2017 zeigt, dass die Umsätze um rund 20 Prozent einbrachen. Das ist eine Größenordnung, welche die Branche ernsthaft in Bedrängnis bringt.

 

Schuld an den gesunkenen Umsätzen sind laut der Meinung der Taxler Fahrdienste wie die App Uber. Die Anwendung aus dem Silicon Valley ermöglicht es ihren Kunden, private Fahrer zu mieten und dabei auf das Taxi zu verzichten. Die Uber-Fahrer müssen weder eine Ausbildung vorweisen, noch besondere Ortskenntnisse haben. Doch die Apps sind aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit beliebt. Und wer nach der Wiesn schon mal versucht hat, mit dem Taxi nach Hause zu kommen, weiß, wie schwierig das werden kann.

 

 

„Der Gegner ist ein Arschloch namens Taxi“

 

In Deutschland gelten allerdings strenge Gesetze bei der Personenbeförderung: Unter anderem die sogenannte Rückkehrpflicht. Danach müssen die Fahrer einen Betriebssitz haben, zu dem sie nach einer abgeschlossenen Beförderung zurückkehren. Während der Wiesn war aber zu beobachten, dass private Fahrer nicht zurückkehrten. Genervte Taxler dokumentierten Verstöße und leiteten sie an die zuständigen Stellen weiter.

 

Die privaten Fahrdienste argumentieren, dass das Konzept Taxi ein Auslaufmodell sei. Diese Haltung geht bisweilen so weit, dass der Uber-Gründer Travis Kalanick seine Konkurrenz als „Arschloch namens Taxi“ bezeichnete. Das deutsche Taxigewerbe hält dagegen, dass es sich im gesellschaftlichen Konsens bewege, weil es als Teil der sozialen Marktwirtschaft agiere. Für Taxiunternehmen gelte damit die Beförderungspflicht. Außerdem richte sich ihr Fahrpreis nicht nach der aktuellen Nachfrage, sondern sei Ergebnis eines demokratischen Prozesses.

 

Doch weil die Politik nicht so recht weiß, wie sie mit den aktuellen Entwicklungen umgehen soll, riefen die Münchner Taxifahrer heute ihre Kollegen zum Protest gegen den kalifornischen Internet-Riesen auf. Zur Sternfahrt waren hunderte Fahrerinnen und Fahrer auf den Straßen Münchens unterwegs. Auch Ex-Bürgermeister Christian Ude trat gegen 14 Uhr als Redner bei der Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz auf.

 

Auch auf Twitter blieb die Aktion heute Mittag nicht unbemerkt: