Wie kochen eigentlich die WM-Teilnehmerländer?

Für globale Sportereignisse und damit auch Fußball rückt die ganze Welt näher zusammen. Häufig setzt man sich aber gar nicht weiter mit andern Ländern auseinander. Einige Kulturen erscheinen fremder als andere und doch fasziniert jede auf ihre eigene Art. Und da beim Fußballschauen – zumindest in Deutschland – gegessen und getrunken wird, liegt eine Frage nahe: Wie kochen die anderen WM-Teilnehmer?

 

Norden

 

Aus den nordischen Regionen sind bei der diesjährigen WM Schweden und Island vertreten. Die schwedische Küche erscheint auf den ersten Blick durch das berühmte Möbelhaus sehr vertraut. Köttbullar, Fisch und Kartoffeln. Das stimmt teilweise, allerdings gibt es unzählige schwedische Arten, Fisch zuzubereiten. Grundsätzlich kocht man in Schweden ähnlich wie in Deutschland. In Schweden mag man es klassisch mit Tendenz zur Hausmannskost, die auf hochwertige Produkte zurückgreift. Typisch schwedisch sind beispielsweise Pitepalt oder Surströmming. Island wiederum ist besonders bekannt für bestes Lammfleisch und viel Gemüse, wobei die Zubereitung ebenfalls Ähnlichkeiten zur deutschen Hausmannskost aufweist. Als besondere Spezialitäten gelten Rúgbrauð und Skyr.

 

Osten

 

Stellvertretend für den Osten sind die benachbarten Länder Japan und Südkorea bei der WM dabei. Kulinarisch weisen beide Kulturen gewisse Parallelen auf. Das ergibt sich unter anderem daraus, dass Südkorea lange Zeit von Japan besetzt war und so viele Einflüsse übernommen hat. Beide Küchen basieren vor allem auf Reis, Fisch, Meeresfrüchten, etwas Fleisch und einem sehr hohen Anteil unterschiedlichster Gemüsesorten. Traditionell für beide Küche ist, dass Reis den Hauptbestandteil ausmacht und alle anderen Komponenten nur Beilagen sind. Koreanisches Kimchi gehört neben Reis eigentlich zu jeder Mahlzeit – und jeder Haushalt hat ein eigenes Rezept für diesen fermentierten Kohl. Für viele japanische Gerichte ist Miso, eine fermentierte Sojabohnenpaste, ein wesentlicher Bestandteil.

 

Süden

 

Wie man in südlicheren Regionen kocht, ist in Deutschland häufig weniger bekannt. Für Australien gilt das weniger als für Nigeria. Die Basis bildet auch hier vor allem selbst angebautes Gemüse, dazu viel Obst, Fleisch und Meeresfrüchte. Am wichtigsten ist die nötige Schärfe. In vielen Rezepten sind Chilis obligatorisch. Im Ofen gebackene Kochbananen oder Egusi Soup, ein Fleischeintopf, gelten als traditionelle Gerichte. Die jeweiligen Rezepte werden immer innerhalb der Familie weitergegeben. Die australische Küche kommt dem deutschen Gaumen wegen ihrer Verwandtschaft zur englischen Küche bekannter vor. Als Nationalgericht gilt die Pavlova, eine nach einer russischen Ballerina benannte luftige Baisertorte mit Obst garniert. Mittlerweile werden viele unterschiedliche Einflüsse aufgenommen, um neue Rezepte zu kreieren.

 

Westen

 

Wie man in Kolumbien und Costa Rica kocht, ist vermutlich noch weniger bekannt. In beiden Ländern gibt es eine reichhaltige Auswahl an tropischen Früchten. Hauptbestandteile fast aller Mahlzeiten sind Fleisch oder Fisch und Reis. In Costa Rica werden dazu schwarze Bohnen gereicht, mit gebratenem Reis ist es das Nationalgericht: Gallo Pinto. In Kolumbien gibt es fast immer Arepas, Teigfladen aus Maismehl, dazu – in einigen Teilen des Landes gelten gegrillte Meerschweinchen noch immer als Delikatesse. Ein landestypisches Gericht ist gebackener Schweine- oder Rinderbauch.

Nach diesem kleinen Einblick ist klar, ein Blick über den Tellerrand lohnt sich – spätestens im nächsten Urlaub.