Ostbahnhof, © Bundespolizei

Wieder S-Bahn-Ausfälle: Verband fordert Entschädigungen & Konsequenzen

Mit einer Pannenserie hatte die neue Woche begonnen, und auch am Dienstag hatten Fahrgäste Probleme mit der Münchner S-Bahn. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert Konsequenzen.

 

München – Die Pannenserie bei der Münchner S-Bahn geht weiter: Auch am Dienstag gab es größere Probleme im Streckennetz. Eine Stellwerkstörung legte am Vormittag den Bahnverkehr von und zum Münchner Flughafen lahm. Betroffen waren die Linien S1 und S8, wie ein Bahnsprecher sagte. Wegen des defekten Stellwerks konnten Züge die Bahnhöfe Flughafen Terminal, Besucherpark und Hallbergmoos nicht anfahren. Ab etwa 11 Uhr waren Busse und Taxen für Reisende im Einsatz. Wie viele Passagiere betroffen waren, sagte der Sprecher nicht. Gegen Mittag rollte der Verkehr wieder regulär. Erst am Montag war es wegen Defekten am Morgen und am Abend zu massiven Einschränkungen auf der sogenannten Münchner Stammstrecke gekommen.

 

Technische Defekte wie der jüngste am Stellwerk seien selten, erläuterte der Sprecher. Häufiger führten herrenlose Koffer dazu, dass der Bahnhof Flughafen Terminal nicht angefahren werden könne.

 

Auch auf der Linie S3 und S20 fielen am Dienstag mehrere S-Bahnen aus. Dies seien noch Nachwehen der Störungen vom Vortag, sagte ein Bahnsprecher. Hinzu kämen technische Störungen an einzelnen Zügen und eine Weichenstörung in Geltendorf. Am Montag hatte eine Pannenserie den S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke lahmgelegt. Grund dafür war in der morgendlichen Rushhour unter anderem eine Oberleitungsstörung gewesen. Am Abend blieb eine S-Bahn in der Innenstadt liegen und sorgte für erneute Behinderungen auf der wichtigsten S-Bahn-Verkehrsader der Hauptstadt.

 

Fahrgastverband fordert Entschädigung für die Passagiere

 

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert nach dem Chaostag Entschädigung für die Passagiere. «Stammkunden mit MVV-Abos und Jahreskarten sollten pro Tag mit Großstörung und massenweisen Ausfällen zehn Prozent des Monatspreises als Entschädigung zurück bekommen», schlug der Münchner Sprecher Andreas Barth in einer Mitteilung vor. Es dürfe nicht sein, dass die Bahn derart miserable Leistung erbringe, und trotzdem die Fahrgäste weiterzahlen müssen.

 

Dies sei nicht nur auf die Ausfälle bezogen, sondern auch auf die mangelhaften bis nicht vorhandenen Informationen. «Für die Fahrgäste war nicht einmal mehr zu raten, wie die Lage ist – die Durchsagen und die Realität waren voneinander entkoppelt», hieß es.

 

Zudem fordert der Verband die Verantwortlichen bei S-Bahn und Freistaat Bayern auf, endlich ungeschönte Pünktlichkeitszahlen zu veröffentlichen. Derzeit werden Zugausfälle in der Statistik ignoriert, das heißt: obwohl die S-Bahn nicht fährt, ist laut Statistik alles pünktlich.

 

dpa/pm