Wiener Platz, Buden, Marktstände, München

Wiener Platz: Hoffnung für die Markt-Standl?

München – Nach dem Aufruhr um den Paternoster kommt es nun zum nächsten Krisenherd – den Münchner Markt Standln. Nachdem der Abriss bereits beschlossen wurde, hoffen nun die Gegner auf den Denkmalschutz.

 

 

Ein echtes Münchner Wahrzeichen sind die Markt-Standl am Wiener Platz, am Viktualienmarkt in Pasing und am Elisabethmarkt in Schwabing. Nun sollen die liebevollen, kleinen Marktstände abgerissen werden, weil sie die Hygienebestimmungen nicht erfüllen. Nicht jeder begrüßt diese Entscheidung. Schon 1.300 Bürger haben die Online-Petition „Für die Sanierung und gegen den Abriss der Marktstände am Wiener Platz“ unterschrieben.

 

Doch der Gegenwind aus der Bevölkerung verpufft wohl wie so oft bei den Politikern. „Wir werden um einen Abriss nicht herumkommen“, sagt Kommunalreferent Axel Markwardt. Dass die Stände nicht schon vor längerer Zeit geschlossen wurden, liegt vor allem daran, dass sich die Betreiber um Sauberkeit bemüht haben. Auch die konkreten Planungen des Kommunalreferats, den derzeitigen Zustand zu ändern, spielte laut Markwardt eine Rolle.

 

 

Gegenstimmen aus der CSU

 

Aber auch Politiker erheben nun ihre Stimme, gegen das Vorhaben, die Buden abzureißen. Wolfgang Stefinger, Bundestagsabgeordneter, will  „keine zweite Schrannenhalle“. CSU-Landtagsabgeordnete Robert Brannekämpfer geht sogar noch einen Schritt weiter und unterstellt Markwardt „Arroganz und Ignoranz“.

 

Zumindest beim Wiener Platz gibt es bereits konkrete Pläne, wie es nach dem Abriss weiter gehen soll. Entweder man installiert einen Rundbau, in dem alle Buden untergebracht werden, oder es werden vier neue Stände gebaut, die mehrere Stände beherbergen sollen.

 

Für die Kritiker sind die beiden Möglichkeiten allerdings keine echte Option. Brannekämper ist nicht nur aus dekmalpflegerischer Sicht „verwundert, sondern fordert auch „planerisches Fingerspitzengefühl“.

 

 

Landesdenkmalamt als letzte Hoffnung

 

Die letzte Hoffnung für Brannekämper und alle anderen Befürworter der Markt-Standl ist wohl nun das Landesdenkmalamt, zu welchem die Stadtverwaltung bislang scheinbar keinen Kontakt gehabt hat. Ob das Amt allerdings die Abrisspläne vereitelt, bleibt zunächst abzuwarten. Doch Brannekämper gibt sich zuversichtlich. Die Denkmalbeauftragten reagieren in der Regel „sehr sauer“ auf „solch skurrilen Planungen wie zum Beispiel dem Rundbau“, sagt er.

 

Stefinger räumt bei der ganzen Problematik der Stadt eine Mitschuld ein. „Es sind in jüngster Zeit keine neuen Hygieneverordnungen in Kraft getreten. Wenn die Stadt also jetzt mit Hygienemängeln kommt, dann hat sie in der Vergangenheit geschlafen. Denn genau genommen hätte sie dann die Märkte schon längst zusperren müssen“. Diese Kritik wird den Märkten vermutlich aber auch nicht weiterhelfen. Es bleibt abzuwarten, ob das Landesdenkmalamt die Standl doch noch retten wird. Allzu viel Hoffnung sollten sich die Inhaber aber lieber nicht machen.