Schönes Dirndl für die Wiesn

Wiesn-Lexikon: „A“ wie „Aufgebrezelt“

Wer zur Wiesn in München geht, sollte sich vorher nur bedingt „aufbrezeln“. Was der Begriff eigentlich bedeutet und wie das fürs Oktoberfest am Besten funktioniert, erklären wir hier.

 

Das Verb „aufbrezeln“ beschreibt den Vorgang sich schön zu machen. Meist wird der Term für Frauen benutzt und hat eine kleine negative Konnotation. Es wird damit beschrieben, sich übermäßig zu schminken oder auffällig und mit viel Bedacht zu kleiden.

 

Das Wort hat in etwa dieselbe Bedeutung wie das Wort auftakeln. „Aufdonnern“ wäre auch ein passendes Jugendwort dazu. Im groben Sinne ist also gemeint, sich zurechtmachen oder hübsch zu machen. Auf dem Oktoberfest heißt das natürlich auch, mit dem passenden Wiesn-Outfit auf die Theresienwiese zu kommen und es eben nicht übermäßig zu übertreiben. Immer wieder sieht man unter den tausenden Besuchern auf der Festwiese nämlich die skurrilsten Kostüme und „Trachten“ bei denen es einem die Haare aufstellt. Rico Güttich hat sich dazu auf der Wiesn mit Harry G vor der Bavaria unterhalten.

 

Oktoberfest 2014 München Dirndlschleife richtig Binden

 

Frauen, die das Oktoberfest besuchen und das erste Mal ein Dirndl tragen, sollten sich auch Gedanken darüber machen, wie sie Ihre Schleife binden. Je nachdem, wo die Schleife der Wiesn-Dirndl-Schürze gebunden ist, gibt das Madl zu erkennen, wie es um ihren Beziehungsstatus steht. Allerdings gibt es auch hier die verschiedensten Quellen im Internet. Hier der tatsächliche Code:

 

  • Vorderseite, Mitte: Jungfrau
  • Rückseite, Mitte: verwitwet
  • Vorderseite, rechts: in festen Händen
  • Vorderseite, links: noch zu haben

 

Hier übrigens ein paar Infos, woher der Brauch kommt.

 

Video: Die Wiesn ist für viele Münchner die schönste Zeit im Jahr – aber nicht für alle! Vor allem die Oktoberfest-Anwohner haben es während dieser Zeit nicht leicht. Lärm, Dreck, Alkoholleichen, und das 16 Tage am Stück. Florian Schönhofer vom Café Kosmos in der nähe vom Hauptbahnhof hat darauf keine Lust! In seine Bar kommt niemand rein, der Tracht trägt. Für diese Entscheidung hat er sogar schon ein blaues Auge bekommen.

 

 

 

Sich aufmotzen, in Schale schmeißen und aufhübschen wären auch ähnliche Vorgänge, die das Wort „Aufbrezeln“ beschreiben würden. Woher genau der Begriff kommt, ist nicht geklärt. Es ist auffällig, dass „Aufbrezeln“ ein typisch weibliches Verb ist. Es wird nie von Männern gesprochen, die sich aufgebrezelt hätten. Anscheinend machen sich nur Frauen übertrieben auffällig zurecht, zeigen sich gern von ihrer Schokoladenseite und versuchen so, ihre Vorzüge zu unterstreichen.

 

Wie brezelt man sich denn dann richtig auf und was gehört alles dazu? Für das Oktoberfest muss es auf jeden Fall ein Dirndl sein. Schon lange ist die Tracht auf der Wiesn wieder absolut „in“ – wer ohne Dirndl oder Lederhosen geht, fällt fast schon auf. Das wissen natürlich auch Touristen und Auswärtige, die extra zum größten Volksfest der Welt angereist kommen. In dem Versuch, sich den lokalen Gepflogenheiten anzupassen, greifen sie aber nicht selten ordentlich daneben – denn Dirndl ist nunmal nicht gleich Dirndl. Faschingskostüme aus dem Versandhaus, aus billig-glänzenden Kunststoff-Fasern? Leider ein absolutes No-Go. Von den ausgelatschten Turnschuhen an den Füßen ganz zu schweigen…

 

© Dirndl-Kostüm-Verschnitte sind auf der Wiesn eher ein No-Go