Oktoberfest: Eine gemütliche Maß-Bier im Festzelt auf der Wiesn - Ein Krug mit Noagerl

Wiesn-Lexikon: „N“ wie „Noagerl“

Das Bier auf der Wiesn ist ziemlich teuer – für die Maß dürfen die Besucher heuer zwischen 10,40 und 10,70 Euro berappen. Da will man auch wirklich jeden Tropfen bis zum Schluss genießen und kein Noagerl übrig lassen  – oder lieber doch nicht?

 

Mit Noagerl [noàgàl] meint man in Altbayern den letzten Rest Bier im Krug, Glas oder in der Flasche. In Noagerl steckt  das Wort „die Neige“, denn den Bier-Rest sieht man am besten, wenn man den Maßkrug ein wenig zur Seite neigt.

 

Obwohl man für die Maß Bier auf dem Oktoberfest tief in die Tasche greifen muss, lassen die Münchner etwa zehn Prozent des Inhaltes – also das Noagerl – stehen und bestellen sich lieber eine neue Maß. Wenn man dann auch noch ein bisschen zu wenig eingeschenkt bekommt, kommt man bei einer Maß also in der Regel auch nicht auf einen Liter Bier, den man trinkt. Mehr zur Aufregung um den Preis und zur sogenannten „Schankmoral“ lesen Sie auch hier. Das liegt nicht etwa daran, dass nur die reichen Münchner die Wiesn besuchen. Das Noagerl nicht zu trinken hat in der Landeshauptstadt Tradition, denn der letzte Schluck Bier ist zu warm oder lack (abgestanden) oder mit zu viel Speichel versetzt , um ihn noch wirklich zu genießen.

 

Dennoch gibt es auf dem Oktoberfest natürlich auch die Noagerlzuzler, also die Menschen, die sich mit stoischer Ruhe den ganzen Abend an ihrem Maßkrug festhalten und immer wieder einen Schluck nippen ganz getreu des Mottos „Lieber den Magen verrenkt, als dem Wirt was geschenkt“. Unter Noagerlzuzlern versteht man auch die Sparfüchse, die die Noagerln von anderen austrinken, um sich eine eigene Maß zu sparen – Pfui Deifi! Auf der Wiesn gibt es auch die „Noagerlkipper“,  die den schalen Bierrest ohne mit der Wimper zu zucken einfach in die nächste Maß gießen. Sowohl die Noagerlzuzler als auch die „Noagerlkipper“ zählt man eher zu den Gourmands als zu den Gourmets unter den Biertrinkern.

 

Als wahrer Münchner trinkt man sein Bier also nicht bis zum letzten Schluck aus – und schimpft deswegen auch nicht die Bedienung, wenn sie das noch nicht leere Glas abserviert. Das ist hier ganz normal.

 

Link-Tipp:

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