Oktoberfest Wiesn am Abend Bierzelt Menschen, © Gegen Geld lassen einige Ordner immer wieder Gäste in ein überfülltes Zelt. Foto: Rico Güttich / münchen.tv

Wiesn: Verschärfte Regeln für Ordner und Kinderwagen

Diesen Dienstag soll im Kreisverwaltungsausschuss über eine Vorlage zu einer Verschärfung der Regeln für Ordner beraten werden. Neben einem strengeren Ausweissystem für Ordner soll diesen auch ein Bußgeld drohen, wenn sie Gäste gegen Bezahlung in ein überfülltes Zelt lassen. 

 

 

Sie sollen für Ruhe und Ordnung in und vor den Zelten der Wiesn sorgen. Doch manchmal müssen sie sich mitten ins Getümmel stürzen. Dann geht es auch nicht immer glimpflich zur Sache, wenn sie mal wieder gegen betrunkene Randalierer vorgehen müssen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Ordner an die Regeln halten und sich jederzeit ausweisen können, um dadurch vielen ungehaltenen Gästen schon früh den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zu meist erfüllen sie diese Aufgabe exzellent. Doch wie so oft gibt es auch hier einige schwarze Schafe, gegen die das KVR nun vehement vorgehen möchte.

 

Um die Ordner identifizieren zu können, bestand schon letztes Jahr eine Ausweispflicht für die Ordner. Allerdings wurden die Ausweise von dem jeweiligen Unternehmen ausgegeben, wodurch es zu erheblichen Qualitätsunterschieden bei den Dokumenten kam. Dies soll nun ein Ende haben, denn das KVR plant dieses Jahr einheitliche Ausweise herzustellen, die zudem fälschungssicher sein sollen. Damit soll verhindert werden, dass Ordner, die das KVR abgelehnt hat, trotzdem eingesetzt werden.

 

 

Doppelte Meldung eines Ordners

 

Letztes Jahr wurde beispielsweise ein Ordner auf einer Tagesliste doppelt gemeldet. Bei der Überprüfung konnte dann festgestellt werden, dass eine andere Person mit dem zweiten Ausweis als Ordner fungierte. Daher ist es besonders wichtig, dass Name und Lichtbild bei der Ausstellung übereinstimmen. Das Problem, welches zivile Ordnungskräfte verursachen, kann dadurch aber nicht gelöst werden. Immer wieder sprechen die zivilen Ordner Zeltverweise aus oder nehmen Maßkrüge ab, wofür die meist alkoholisierten Gäste kein Verständnis aufweisen. Die Polizei empfiehlt den Sicherheitsfirmen daher, dass nur uniformierte Ordnungskräfte Sanktionen aussprechen sollen.

 

Ein weiteres Problem für das KVR stellt das unreflektierte Melden von Namen der Firmen dar. Meist werden einfach die im letzten Jahr eingesetzten Kräfte erneut gemeldet. So kam es dazu, dass letztes Jahr ein Ordner gemeldet wurde, der bereits seit Herbst 2013 inhaftiert war. Diese Probleme soll nun durch eine verstärkte Ausweispflicht behoben werden. Die Ausweitung wird aber nicht nur die großen Zelte treffen, sondern auch die kleinen Zelte und Schaustellerbuden, welche bislang von der Ausweispflicht befreit waren.

 

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KVR soll über Eignung der Ordner entscheiden

 

Doch allein die Ausweispflicht wird nicht ausreichen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Zudem sollen nur noch Ordner eingesetzt werden dürfen, die vom KVR auch zugelassen wurden. Mit einem konsequenten Vorgehen müssen auch die Ordner rechnen, die bislang Gäste gegen Geld in bereits überfüllte Zelte eingelassen hatten. Ihnen und ihren Helfern, die die Besucher das Angebot unterbreiten, drohen nun hohe Bußgelder. Durch die Maßnahme erhofft man sich eine erhöhte Sicherheit in den vollen Zelten.

 

Aber auch in anderen Bereichen verschärft die Wiesn ihre Richtlinien. Waren Kinderwagen bislang auf der Oidn Wiesn immer erlaubt, wird sich das altertümliche Oktoberfest nun wohl auch an die normalen Richtlinien halten müssen. Das heißt, dass am Samstag den ganzen Tag, sowie an jedem anderen Tag ab 18 Uhr keine Kinderwagen mehr auf dem ganzen Oktoberfest gestattet sein sollen. Zukünftig soll die Regelung auch noch auf den 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, ausgeweitet werden, da dieser aber dieses Jahr auf einen Samstag fällt, spielt das 2015 noch keine Rolle.