Ausblick über München, © Ein Panorama über München - Foto:  Dirk Schiff/Portraitiert.de

Wohnungsmarktbericht 2017: Mietpreise in München steigen weiter

Einmal im Jahr wertet das Planungsreferat der Stadt Wohnungsanzeigen aus. Damit können die Stadtplaner darlegen, wie sich die Münchner Mietpreise entwickeln. Am Montag erschien der Bericht für 2017. Und der hält für Mieter nur wenige gute Nachrichten bereit.

 

Wer auf dem Münchner Wohnungsmarkt eine passende Immobilie sucht, möchte in diesem Jahr wohl am liebsten eine geräumige Wohnung unmittelbar im Zentrum der Stadt. Das würde zumindest erklären, warum die Mietpreise in den Innenstadtvierteln so viel schneller steigen, als außerhalb. Zum Vergleich: Während in Aubing-Lochhausen-Langwied die Mieten 2016 lediglich um 0,8 Prozent geklettert sind, wuchs der Quadratmeterpreis in der Ludwigs- und Isarvorstadt in derselben Zeit um satte 13,5 Prozent. Enorme Wachstumsraten über 10 Prozent gab es auch in der Maxvorstadt, in Schwabing und Nymphenburg.

 

Doch ob man nun in der Altstadt wohnt oder im Hasenbergl, wo die Mieten sogar leicht zurückgingen: Überall ist es ziemlich teuer. Der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter Wohnfläche in München beträgt laut Erhebung nämlich 16,77 Euro. Das ist nur circa ein Prozent mehr als 2016, aber satte 16 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Noch teurer wird es übrigens bei Erstbezügen nach Neubau oder Sanierung. Diese Wohnungen kosten im Schnitt etwa 17 Prozent mehr als die anderen. Im Vergleich zu 2013 müssen Mieter hier ganze 22 Prozent mehr hinblättern.

 

Kleine Wohnungen sind noch immer am teuersten

 

Mietpreise Tabelle München, © Abbildung: Referat für Stadtplanung und Bauordnung

 

Besonders brisant ist die Lage in Bezug auf kleine Wohnungen zwischen 20 und 40 Quadratmetern Fläche. Weil sie zum Beispiel bei Studenten extrem beliebt sind, steigen die Preise in diesem Segment am stärksten: 7,7 Prozent gegenüber 2016. Während ein 30 Quadratmeter großes Apartment also letztes Jahr im Schnitt noch bei 544,20 Euro kalt lag, liegt es heuer bei 586,20 Euro. Ein Zuwachs von über 40 Euro im Monat. Das macht 480 Euro mehr für den Vermieter im Jahr.

 

Was für Geringverdiener und Studenten ein Alptraum sein dürfte, ist für Eigentümer ein paradiesischer Zustand. Besonders in Zeiten niedriger Zinsen ist das Geld in Immobilien gut angelegt. Und obwohl die Wachstumsraten unvergleichlich sind, greift derzeit ein neuer Trend auf dem Wohnungsmarkt um sich: Das Vermieten möblierter Wohnungen. Denn „in diesem Segment können höhere Mieten erzielt werden“, so heißt es in dem Bericht der Stadtplaner. Die damit erreichten Preissteigerungen wurden allerdings nicht erfasst.