Zoll geht gegen Schwarzarbeit vor

Heute kam es im Laufe des Vormittags zu einer Razzia in der Leopoldstraße. Der Zoll und die Polizei führten zusammen eine verdachtsunabhängige Kontrolle durch, um gegen Schwarzarbeit vorzugehen.

 

 

30 Zöllner und 37 Polizisten führten am heutigen Vormittag eine Kontrolle gegen Schwarzarbeit durch. Untersucht wurde dabei eine Großbaustelle an der Leopoldstraße, wo früher das Holiday Inn und die Metro zu finden waren.

 

Bei der Kontrolle handelte es sich um eine verdachtsunabhängige Untersuchung. Während die Polizei das Gelände sicherte und die Arbeiter dem Zoll zuführte, überprüften die Beamten des Zolls die Angaben der Befragten. Die Kontrolle sollte hauptsächlich gegen die illegale Beschäftigung vorgehen. Speziell die Einordnung der Arbeiter wurde überprüft.

 

 

So muss ein Facharbeiter im Bauhauptgewerbe mindestens 14,20 Euro in der Stunde verdienen, dem „normalen“ Arbeitern stehen aber nur 11,15 Euro zu. Daher wird der Status des Facharbeiters oftmals nicht angegeben, um den Unternehmen Geld zu sparen.

 

Die Kontrollen zogen sich über den gesamten Vormittag hin. Ergebnisse liegen uns derzeit noch nicht vor.

 

Schon im vergangenen Jahr ging der Zoll gegen Schwarzarbeit erfolgreich vor und konnte so über eine Millionen Euro abschöpfen. Gerade die Einführung des Mindestlohns lässt eine zunehmende Schwarzarbeit vermuten.

 

 

7,7 Milliarden Einnahmen 

 

Insgesamt konnte der Zoll München im vergangenen Jahr 7,7 Milliarden Euro einnehmen, die dann in den Staatshaushalt flossen. Vor allem Delikte bei der Tabaksteuer brachten hohe Einnahmen. 4,5 Milliarden Euro trugen sie zum Gesamtbetrag bei.

 

Hauptsächlich für die Unternehmen, die mit den Firmen, die Schwarzarbeit betreiben, konkurrieren, profitieren von den Ermittlungen, da sie ansonsten nicht konkurrenzfähig wären.

 

8300 Personen und 1450 Arbeitgeber wurden 2014 bezüglich Schwarzarbeit überprüft. Die rund 100 Bediensteten konzentrierten sich dabei unter anderem auf das Baugewerbe und Wach- und Sicherheitsunternehmen. Dabei wurde eine Schadenssumme von circa 11 Milliarden Euro ermittelt.