Beate Zschäpe und ihre drei Anwälte im Gericht, © Anwälte von Beate Zschäpe beantragen erneut Entlassung

Zschäpe zeigt ihre Anwälte an

Das unsägliche Theater im Prozess gegen Beate Zschäpe hat einen weiteren negativen Höhepunkt erreicht.Wie die Staatsanwaltschaft in München am Freitag bestätigt hat, sind die Anwälte Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl von ihrer Mandantin Beate Zschäpe angezeigt worden.

 

München – „Verletzung von Privatgeheimnissen“ wirft die Hauptangeklagte im NSU-Prozess ihren drei Verteidigern vor. Zschäpe kritisiert vor allem Anwalt Wolfgang Heer, in seinen Ausführungen gegenüber Richter Manfred Götzl immer wieder seine Schweigeplfcht verletzt zu haben.

 

 

Die Anzeige soll von ihrem neuen, vierten Verteidiger Matthias Grasel und Hermann Borchert geschrieben worden sein.

 

 

Beide Seiten wollen und können nicht mehr miteinander

 

 

Erst vergangenen Montagmorgen haben die drei Anwälte Sturm, Herr und Stahl ihrerseits vor Gericht beantragt, von ihrem Mandat entbunden zu werden. Doch weil ihre Begründung nicht ausreichend genug war, hatte das Gericht diesen Antrag noch am Montagmittag bereits abgelehnt. Vor allem auch deshalb, weil ein solcher Schritt das sichere Ende des bereits seit dem 6. Mai 2013 laufenden Prozesses bedeutet hätte. Über 220 Verhandlungstage wären somit umsonst gewesen und alles hätte mit einem neuen Verteidigerteam der Angeklagten von vorne beginnen müssen.

 

 

Rettung in die Sommerpause

 

 

Noch vier Verhandlungstage stehen in den nächsten zwei Wochen an, dann wird der Prozess planmäßig für die Sommerpause vier Wochen lang unterbrochen. Dann soll es am 2. September weitergehen. Doch was nächste Woche geschieht, ist in diesem unsäglichen Theater nicht annähernd abzusehen. Von Seiten der Nebenkläger-Vertreter steht fest: mit diesem Theater will Zschäpe vor allem Aussagen ehemaliger Freunde verhindern, die bereits einiges ausgesagt hatten, das der Angeklagten negativ ausgelegt werden kann.

 

 

mh