Einbruch in München, © Symbolfoto

Zusammen gegen Einbrecher – Sicher wohnen in München

Von Januar bis Ende Oktober 2016 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums München 965 Einbrüche in Wohnungen und Häuser angezeigt. Auch wenn München damit immer noch zu den sichersten Millionenstädten gehört – das ist eine erhebliche Zahl. Und: Es sind 28 mehr Einbrüche als noch 2015. Der seelische Schaden bei den Betroffenen lässt sich nicht ermessen. Für jedes Opfer ist es ein persönliches Drama. Jeder Fall ist ein Fall zu viel.

 

Wenn am Samstag auf Sonntagnacht die Uhren umgestellt werden und es im Winter wieder länger dunkel bleibt, fühlen sich Einbrecher sicherer. Deshalb wendet sich die Polizei München an die Bürger, denn Polizei und Bürger können gemeinsam viel tun, um Einbrüche zu verhindern. Wie viel Vorbeugung und ein waches Auge bei Bürgern und Polizei bringen, zeigt vor allem eine Zahl: Bei jedem zweiten Einbruch müssen die Täter aufgeben. Sie scheitern an Polizeikontrollen, gesicherten Türen oder aufmerksamen Nachbarn.

 

Um Einbrechern das Leben schwer zu machen, arbeitet die Münchner Polizei mit der Prognosesoftware PRECOBS. Dieses Programm kann aus vergangenen Einbrüchen mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeit und Gegend künftiger Einbrüche vorhersagen. Kriminalbeamte untersuchen zudem jeden einzelnen Einbruch auf ein Muster. Was zeigt die Spurensicherung? Wird ein Brecheisen benutzt oder ein Schraubenzieher oder schlägt der Täter gar ganz brachial das Fenster ein? Klettert der Kriminelle über Balkone oder sucht er sich nur Erdgeschosswohnungen? Dazu kontrollieren die Polizisten dann nicht nur Personen, sondern auch Autos. „Kontrollen können für die Bürger auch einmal Zeitverzögerungen bedeuten“, sagt Polizeivizepräsident Werner Feiler. „Sie tragen jedoch zum Schutz vor den meistens international agierenden Straftätern bei.“

 

Doch ganz gleich wie effektiv die Münchner Polizei inzwischen auch arbeitet – sie benötigt die Hilfe der Bürger. Fremde Männer auf Nachbars Terrasse? Klirrendes Glas? Eine Frau, die klingelt, um nach dem Weg zu fragen? Ein unbekanntes Kind mit vollem Kopfkissenbezug im Treppenhaus? Das alles können Hinweise auf einen Einbruch oder seine Planung sein. „Rufen Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort den Polizeinotruf 110!“, bittet Polizeivizepräsident Feiler. Die Polizeiarbeit hat es immer wieder gezeigt: Jeder Hinweis kann helfen!

 

Im Jahr 2016 konnte die Münchner Polizei 66 Einbrecher auf frischer Tat festnehmen, weil aufmerksame Zeugen, nachdem sie etwas Verdächtiges beobachtet haben, sofort die 110 gewählt hatten.
Auch die Prävention ist sehr wichtig. Denn eine verhinderte Straftat bedeutet ein Opfer weniger.

 

Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für Sicherheit“ soll die durch die Zeitumstellung von Sommerzeit auf Winterzeit zusätzlich gewonnene Stunde dazu genutzt werden, sich umfassend über Einbruchsschutz zu informieren und die polizeilichen Sicherheitsempfehlungen im Alltag umzusetzen. Die diesjährige Kampagne „K-Einbruch – sicher wohnen in München 2017“ soll, aufbauend auf die bisherigen Präventionskampagnen, zu einer dauerhaften Bewusstseins- und Verhaltensänderung, insbesondere durch eine Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Einbruchskriminalität, führen.

 

Finden Sie hier alle geplanten Informationsveranstaltungen der Münchner Polizei.

 

Für eine kostenlose Beratung zum Einbruchschutz stehen Ihnen die Experten des Kommissariats 105 – Prävention und Opferschutz – unter der Telefonnummer 089/2910-3430 zur Verfügung.

 

Polizeivizepräsident Werner Feiler rät den Bürgern: „Auch wenn Sie das Haus nur kurz verlassen, schließen Sie immer alle Türen und Fenster. Gekippte Fenster sind leicht zu öffnen. Sorgen Sie dafür, dass Fremde nicht bemerken, wenn Sie länger nicht zu Hause sind – Bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, zeitweise die Jalousien zu öffnen und zu schließen und das Licht ein- und aus zu schalten!“

 

sk/polizei