Casino Roultette

Zwei Drittel der bayerischen Spielbanken machen Miese – sind Online-Casinos schuld?

Es steht nicht allzu gut um die neun Spielbanken in Bayern. Die Zeiten, in denen diese ein Alleinstellungsmerkmal für Glücksspiele wie Roulette und Black Jack innehatten, sind dank der Online-Casinos vorbei. Statt im feinen Anzug am Roulettetisch zu sitzen, entscheiden sich immer mehr Spieler, ihr Glück am heimischen PC in Jogginghose und T-Shirt in Online-Casinos zu versuchen.

 

Seit jeher sind Bayerns Spielbanken umstritten. Zu den Kritikern zählt auch der bayerische Rechnungshof, weniger aus moralischen Gründen, sondern aus monetären Aspekten. Die meisten Staatscasinos fahren mehr oder weniger hohe Verluste ein. Auch im vergangenen Jahr hat sich an diesem Trend nichts geändert.

 

Verluste sind für viele bayerische Spielbanken nichts Neues. Bereits im Jahr 2011 mussten die bayerischen Casinos rote Zahlen vermelden: Acht Millionen Euro Verlust standen auf der Sollseite (Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Bayern-macht-Verlust-mit-seinen-Spielbanken-id15773776.html). Auch in den folgenden Jahren hat sich an diesem Trend nicht viel geändert. So war auch das Jahr 2014 für die Mehrzahl der bayerischen Spielbanken kein Positives.

 

Nicht weniger als sechs von neun bayerischen Spielbanken schreiben seit vielen Jahren rote Zahlen, wie aus einem Bericht vom Bayerischen Finanzministerium hervorgeht. Das Ministerium wollte sich in der Öffentlichkeit offensichtlich keine allzu große Blöße geben und verkündete lediglich das Gesamtergebnis der neun bayerischen Spielbanken. Hier sei es zum ersten Mal seit Jahren wieder zu einem positiven Ergebnis gekommen. Tatsächlich konnten alle neun Spielbanken gemeinsam einen Jahresüberschuss von 138.000 Euro erwirtschaften. Hierbei verschweigt das Ministerium jedoch, dass lediglich drei der neun bayerischen Spielbanken Gewinne einfahren konnten. Die anderen sechs sind darauf angewiesen, dass die ersten drei ihre Verluste ausgleichen können.

 

Casino Roultette

 

Zu den finanziell erfolgreichen drei Casinos zählen die Spielbanken in Garmisch-Partenkirchen, Feuchtwangen und Bad Wiessee. In allen drei Casinos konnte man das Jahr 2016 mit positiven Spielerträgen und Überschüssen abschließen. So verzeichneten die drei Casinos im Jahr 2016 einen Bruttospielertrag von 8,8 Millionen Euro, was zu einem Jahresüberschuss von 826.000 Euro führte. Im Jahr 2015 schrieb man hingegen mit einem Betrag von minus 89.000 Euro noch rote Zahlen.

 

Das Casino in Bad Wiessee am Tegernsee

Bad Wiessee, idyllisch am oberbayerischen Tegernsee gelegen, gilt als bayerischer Nobelkurort. Zwar konnte das Casino im Jahr 2016 einen Gewinn von etwas mehr als sieben Millionen Euro einfahren, gegenüber dem Vorjahr 2015 sank der Bruttospielertrag jedoch von 20,6 Millionen um mehr als eine Million auf 19,5 Millionen Euro.

 

Das Casino in Feuchtwangen

Die Spielbank im mittelfränkischen Feuchtwangen zählt mit Bad Steben und Bad Kötzting zu den jüngeren Casinos in Bayern. Auch das Casino in Feuchtwangen musste im Jahr 2016 einen Dämpfer hinnehmen. So reduzierte sich der Bruttospielbetrag um fast eine Million Euro auf 11,1 Millionen Euro. Dennoch konnte das Casino mit einem Jahresüberschuss von rund einer Million Euro noch schwarze Zahlen schreiben.

 

Wachstumsmarkt Glücksspiel

Die Beliebtheit von Roulette, Spielautomaten und Co ist ungebrochen groß. So bieten neben den ortsansässigen Spielbanken inzwischen mehr als 50 Online-Casinos eine Vielzahl an Glücksspielen an – allein in Deutschland wohlgemerkt. Wie hoch die Zahl der Anbieter weltweit ist, lässt sich nur schätzen. Fakt ist, dass die Branche in jedem Jahr einen Zuwachs an Wett- und Spielanbietern feststellen kann. Für die Betreiber ist es ein lohnendes Geschäft, denn im Jahr 2012 wurde in den Online-Casinos und ortsansässigen Spielbanken über 33 Milliarden Euro* umgesetzt, wobei die Tendenz steigend ist.
Sind Online-Casinos in Deutschland wirklich illegal?

 

Während die einen Experten der Ansicht sind, die Nutzung von Online-Casinos in Deutschland sei verboten, entkräften dies andere Experten wiederum. Der ambitionierte Glücksspieler steht also vor dem Problem, dass ganz offensichtlich eine einheitliche Rechtsprechung zu diesem Thema fehlt. Tatsächlich handelt es sich beim Nutzen von Online-Casinos für deutsche Spieler um ein komplexes Thema und stellt einen gewissen juristischen Graubereich dar.

 

Sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, ist es jedoch auch Spielern in Deutschland erlaubt, in Online-Casinos um echtes Geld zu spielen. Hierzu müssen jedoch folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • EU Lizenz: Das Online-Casino muss Inhaber einer gültigen Glücksspiellizenz in einem Mitgliedstaat der EU sein.
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen: In den AGB des Online-Casinos darf es deutschen Spielern nicht ausdrücklich verboten sein, das Casino zu benutzen.
  • Europäische Umsatzsteuerregelung: Der Anbieter des Online-Casinos hat sich an die neue Gesetzgebung zur Umsatzsteuer für international agierende Unternehmen innerhalb der EU zu halten.

(Quelle: https://www.casinoonline.de/legal.php)

 

Online-Casino oder Spielbank?

 

Sowohl Online-Casinos als auch Spielbanken üben ihren Reiz auf den Spieler aus. Während man in einer Spielbank vor Ort ein ganz besonderes Flair einatmen kann, überzeugen Online-Casinos durch ein schier unermessliches Angebot an verschiedenen Glücksspielen. Mittlerweile lässt es sich sogar über Smartphone oder Tablet in einem Online-Casino zocken, während man bei einer traditionellen Spielbank zuerst einmal zum Roulette- oder Blackjack-Tisch anreisen muss. In Online-Casinos kann man in Jogginghose und T-Shirt auf der heimischen Couch sein Glück versuchen, wohingegen in Spielbanken nach wie vor Abendgarderobe obligatorisch ist. Auf entspannten Smalltalk mit dem Dealer beim Blackjack oder dem Croupier beim Roulette muss man freilich verzichten, wenn man sich für die Glücksspielvariante online entscheidet.