Di., 13.01.2015 , 15:08 Uhr

5 verletzte Polizisten - 13 Festnahmen: Offizieller Polizeibericht der Demos am Montag

Leider sind die Demos am Montag nicht nur friedlich verlaufen. Es gab 13 Festnahmen und fünf verletzte Polizisten. Hier lesen sie den Polizeibericht im Original.

 

 

 

Am 12.01.2015 fand von 17.25 Uhr bis 18.40 Uhr am Sendlinger- Tor-Platz eine Versammlung des Vereins „München ist bunt“ statt, an der 18.000 Personen teilnahmen. Münchner Bürger, die ein breites gesellschaftliches Spektrum repräsentierten, demonstrierten friedlich und fantasievoll für eine tolerante und weltoffene Stadt. Die Versammlung verlief störungsfrei.

 

Um 18.30 Uhr begann am Sendlinger-Tor-Platz eine Versammlung der „Bagida“. 1.500 Teilnehmer gingen nach einer Auftaktkundgebung auf der Sonnenstraße zum Karlsplatz. Auf diesem Weg wurden die Versammlungsteilnehmer von vielen Gegendemonstranten begleitet, unter denen sich leider eine kleine gewaltbereite Minderheit befand, die öfters versuchte die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.

 

Dies wurde mit dem Einsatz von unmittelbarem Zwang verhindert. Vereinzelt wurde von aggressiven Personen auch Pyrotechnik eingesetzt. Die Schlusskundgebung am Karlsplatz war um 20.00 Uhr beendet. Dreizehn Personen mussten während der Versammlungen festgenommen werden (fünf Bagida-Anhänger hauptsächlich wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und acht Gegendemonstranten wegen Körperverletzungsdelikten).

 

Ein bekannter Rechtsextremist wurde nach den Versammlungen im Hauptbahnhof wegen einer Körperverletzung festgenommen. Alle Straftäter wurden nach der Anzeigenbearbeitung wieder freigelassen.

 

Fünf Beamte wurden durch Tritte und Schläge leicht verletzt und sind weiterhin dienstfähig. Um 18.40 Uhr begann am Weißenburger Platz in Haidhausen eine Versammlung der „Mügida“. 25 Teilnehmer gingen zum Bordeauxplatz und wieder zurück. Dabei wurden sie von 150 Gegendemonstranten begleitet. Um 19.10 Uhr war die Versammlung, bei der es zu keinen Störungen kam, beendet.

 

Der Straßen- und Schienenverkehr musste während der Versammlungen im Bereich Sendlinger-Tor Platz und Sonnenstraße gesperrt und umgeleitet werden. Die Münchner Polizei war mit ca. 900 Beamten im Einsatz. Der Einsatzleiter der Polizei, Polizeivizepräsident Robert Kopp, zog am Einsatzende folgendes Fazit: „Wir haben bei diesem schwierigen Einsatz unsere taktisches Ziele erreicht. Mein Dankeschön gilt den tausenden friedlichen Versammlungsteilnehmern und Bürgern, den Verkehrsteilnehmern für ihre Geduld und nicht zuletzt den eingesetzten Polizeibeamten für ihr hohes Engagement.“

 

Polizeipräsident Hubertus Andrä war ebenfalls sehr zufrieden mit dem Verlauf des Einsatzes: „Mein Dank und meine Anerkennung gelten allen eingesetzten Kräften. Der Einsatz war anspruchsvoll und die Stimmung war teilweise aufgeheizt und aggressiv.

 

Bedauerlicherweise wollten wenige gewaltbereite Versammlungsteilnehmer die Absperrungen mit Gewalt durchbrechen und haben meine Kollegen attackiert.

 

Zusammenfassend haben wir bei den Versammlungen ein starkes Zeichen für die Grundwerte unserer Demokratie erlebt.“

 

Originalbericht der Polizei München

 

Das könnte Sie auch interessieren: 

 

“München-ist-bunt”-Demo: Rede von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter

Rund 20 000 Menschen bei Anti-Pegida-Demo in München

Liveticker und Sondersendung: München ist bunt – Demo gegen Pegida-Ableger Bagida

Mügida, Bagida, Pegida, München ist bunt: Tausende Demonstranten am Sendlinger Tor erwartet

Demo Montag

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2025 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Auto-Anschlag Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in München mit 37 Verletzten übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärt das mit der besonderen Bedeutung des Falls und einem möglichen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.   Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat jetzt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München mit 14.02.2025 Anlaufstellen für Betroffene und Zeugen Nach dem Anschlag in München am Donnerstag, den 13. Februar 2025, stehen verschiedene Hilfsangebote für Opfer, Angehörige und Trauernde zur Verfügung: Nach dem tragischen Anschlag in München steht der Kriseninterventionsdienst RUF24 der Stiftung AKM bereit, um Betroffenen und lebensbedrohlich verletzten Menschen Unterstützung zu bieten. Das Krisentelefon ist 24-Stunden jederzeit erreichbar: 0157 733 11 110 Außerdem 04.02.2026 Alles zur Kommunalwahl auf münchen.tv Die Kommunalwahl in München am 8. März 2026 entscheidet darüber, wer künftig im Rathaus und in den Bezirksausschüssen die Richtung für unsere Stadt vorgibt. Auf unserer Seite zur Wahl finden Sie einen interaktiven München‑O‑Mat, mit dem Sie Ihre eigenen Positionen mit den Programmen der antretenden Parteien und Wählergruppen vergleichen können – einfach Thesen beantworten, Parteien 29.01.2026 Aus Bayern in die Schweiz: Was vor dem Umzug unbedingt zu beachten ist Die Schweiz zieht seit Jahren viele Menschen aus Bayern an. Nähe zur Heimat, attraktive Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität machen den Schritt über die Grenze besonders für Fachkräfte interessant. Gleichzeitig wird der Umzug häufig unterschätzt, denn rechtliche Vorgaben, Fristen und organisatorische Details unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland. Wer unvorbereitet startet, riskiert unnötige Verzögerungen