Do., 29.11.2018 , 12:52 Uhr

Dieselfahrer scheitern vor Gericht mit Klage gegen Stilllegung

Schlappe für Fahrer manipulierter Dieselautos: Nach Auffassung eines Münchner Gerichts können sie dazu verpflichtet werden, Softwareupdates aufzuspielen. Konsequenzen für diejenigen, die das bislang verweigert haben, hat das jedoch erstmal nicht.

 

München – Die Halter manipulierter Dieselfahrzeuge können in Bayern von den Behörden dazu verpflichtet werden, ihre Autos mit Softwareupdates nachzubessern. Bei einer Weigerung drohen ihnen ein Bußgeld und die Stilllegung der Fahrzeuge. Mehrere Fahrer, die das Update verweigert und sich gerichtlich dagegen gewehrt hatten, mussten nun vor dem Münchner Verwaltungsgericht eine Niederlage einstecken. Das Gericht wies ihre Klagen am Mittwoch ab. «Die Fahrzeuge entsprechen im Moment eben nicht den gesetzlichen Vorgaben», begründete der Vorsitzende Richter, Dietmar Wolff, die Entscheidung. Er ließ ihnen die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

 

«Ich bin sehr enttäuscht», sagte Christina Christmann nach der Verhandlung. Sie und fünf weitere Klägerinnen und Kläger fahren Autos aus dem VW-Konzern mit Vierzylinder-Dieselmotoren vom Typ EA 189. Wegen einer unerlaubten Abschalt-Einrichtung für die Abgasreinigung hat das Kraftfahrtbundesamt den VW-Konzern zu Rückrufen verpflichtet. Die klagenden Autofahrer sollten mit einem Software-Update in der Werkstatt dafür sorgen, dass ihre Fahrzeuge wieder den gesetzlichen Abgasnormen entsprechen.

 

Die Kläger weigerten sich jedoch, weil sie nach Aussage ihres Anwalts fürchten, dass die Updates Folgeschäden an ihren Fahrzeugen anrichten. In einzelnen Fällen seien Autos nach den Software-Updates liegen geblieben, sagte Verteidiger Marc Mallers während der Verhandlung. Er betonte aber auch, dass ein kausaler Zusammenhang im Einzelfall schwer nachzuweisen sei.

 

Die bayerischen Behörden hatten den Klägern nach ihrer Weigerung untersagt, die Wagen weiter zu nutzen und ihnen ein Bußgeld angedroht – vereinzelt war ihnen nur die Fahrt in die Werkstatt erlaubt. Konsequenzen hatte das aber nicht, denn die Anordnungen standen unter dem Vorbehalt des nun gefallenen Urteils. Die Kläger konnten ihre Autos also weiterhin ohne Einschränkungen nutzen.

 

Auch nach der Entscheidung vom Mittwoch droht ihnen noch kein Stillstand der Fahrzeuge. Das Verwaltungsgericht ließ die Möglichkeit der Berufung zu. Sollte das Verfahren in die nächste Instanz gehen, können die Halter ihre Wagen mindestens so lange weiter nutzen, bis dort ein Urteil gefällt wird. Ob er in Berufung geht, wolle Anwalt Mallers entscheiden, sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliege.

 

Der Klägerin drohen damit erst einmal keine Konsequenzen. Christina Christmann hatte während der Verhandlung wiederholt ihr Unverständnis über die Anordnung der Behörden ausgedrückt: «Ich wurde 2013 an den Münchner Flughafen versetzt», sagte sie. Dort sei mit dem Ausbau eines neuen Terminals auch der Flugverkehr gestiegen. «Es sollen mehr Flieger kommen, aber ich darf mit meinem Auto nicht zur Arbeit fahren. Da fehlt mir die Verhältnismäßigkeit.»

 

dpa

Diesel Schadstoff Software

Das könnte Dich auch interessieren

27.05.2026 Gemi Elettronica: technologische Lösungen für moderne Sicherheit und Komfort in Haus und Landwirtschaft Auch wenn diese beiden Systeme auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, verbindet sie eine klare Philosophie: technische Lösungen sollen nicht kompliziert sein, sondern das Leben einfacher, sicherer und effizienter machen. Genau darauf ist die Produktentwicklung von Gemi Elettronica ausgerichtet.   Technologie als Antwort auf reale Alltagsprobleme In vielen Haushalten und landwirtschaftlichen Betrieben treten immer 20.05.2026 Wie lange dauert eine Masterarbeit? Bearbeitungszeit, Zeitplan und realistische Erwartungen Die Masterarbeit markiert den Abschluss eines mehrjährigen Studiums – und viele Studierende fragen sich schon Monate vorher, wie lange eine Masterarbeit eigentlich dauert und ob die offiziellen Vorgaben mit der Realität übereinstimmen. Laut den Prüfungsordnungen vieler deutscher Hochschulen, darunter die LMU München, die TU München und die Universität Hamburg, beträgt die reguläre Bearbeitungszeit sechs Monate. 20.05.2026 München für Länger: Warum möbliertes Wohnen die bessere Alternative zum Hotel ist Wer für ein Projekt, eine neue Arbeitsstelle oder eine längere Weiterbildung nach München kommt, kennt das Dilemma: Ein Hotelzimmer wird auf Dauer unpersönlich und teuer, während die Suche nach einer Mietwohnung auf dem angespannten Münchner Markt oft frustrierend und zeitaufwendig ist. Genau hier schließt eine clevere Lösung die Lücke: Business Apartments und möblierte Wohnungen auf 15.05.2026 Tag der Alltagsbegleiter: Die stille Kraft, die Familien trägt An ihrer Seite ist an diesem Morgen Marta, Alltagsbegleiterin. Sie antwortet nicht mit Korrektur, nicht mit Ungeduld, nicht mit einem schnellen „Aber Sie sind doch zu Hause“. Sie setzt sich zu Frau Krüger, nimmt Blickkontakt auf und sagt ruhig: „Wir bleiben jetzt erst einmal hier zusammen. Ich bin da.“ Dann stellt sie eine Tasse Tee