Di., 10.06.2014 , 12:25 Uhr

Huml schlägt Ausbildungsfond für Pflege vor

Angesichts des Personalmangels in den Pflegeberufen schlägt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) einen Ausbildungsfonds des Bundes vor. Das Motiv: Manche Träger bieten bislang aus Kostengründen keine Ausbildungsplätze an. «Auf Bundesebene wollen wir eine generalistische Ausbildung und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege in einer Ausbildung zusammenfassen», sagte Huml der Nachrichtenagentur dpa. «Wir sollten überlegen, ob wir nicht auf Bundesebene einen Ausbildungsfonds einführen, der die Kosten der Ausbildung gerechter verteilt.»

 

Ganz wichtig sei ihr auch, die Finanzierung anzuschauen. «Im Altenpflegebereich bezahlen bisher im Grunde nur die Bewohner ausbildender Einrichtungen die Ausbildungskosten», sagte die CSU-Politikerin. Ein Fonds könnte nach Humls Einschätzung Abhilfe schaffen: «Es gibt Träger, die bisher nicht ausbilden, die hätten dann keine Ausrede mehr.»

 
In Bayern sei es gelungen, die Zahl der Ausbildungsanfänger von 2009 bis 2012 um rund 25 Prozent zu steigern, sagte Huml. «Dazu haben wir die Kampagne «Herzwerker». Die ist für alle Schulabgänger gedacht, wir sprechen damit aber auch im Speziellen Männer und Menschen mit Migrationshintergrund an.“

Auch für die medizinische Versorgung in Bayern hat Huml Pläne: So will sie das Förderprogramm für Hausärzte auf dem Lande auf Fachärzte ausdehnen. «Fast jeder dritte Hausarzt in Bayern ist über 60 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Hausärzte liegt bei 54 Jahren, das der Fachärzte bei 52 Jahren», sagte die oberfränkische CSU-Politikerin.

 

«Wir haben ein Förderprogramm für Hausärzte und wollen das Gleiche auch im fachärztlichen Bereich machen.» Es gebe Regionen in Franken, da fehlten HNO-Ärzte und Augenärzte. «Ich halte es für notwendig, dass wir das weiterdenken, vor allem auch in der Kindermedizin. Kinderärzte sind die Hausärzte der kleinen Patienten.»

Die Kassenärztliche Vereinigung habe einen Strukturfonds, mit dem sie Anreize setze. «Wir wollen da nicht konkurrieren, sondern das mit staatlichen Anreizen ergänzen», sagte Huml.

 

 
Die medizinische Versorgung gehöre zu den gleichwertigen Lebensbedingungen in ganz Bayern. «Das sind Standortvorteile oder -nachteile für eine Gemeinde. Wenn der Arzt nicht mehr da ist, fehlt meist nach einiger Zeit auch die Apotheke.»

Das Förderprogramm für die Hausärzte werde recht gut angenommen. Eine Niederlassung werde mit 60 000 Euro bezuschusst, die Bildung einer Filiale mit 15 000 Euro. «Bisher haben wir 82 Niederlassungen und 8 Filialbildungen gefördert. In wenigen Wochen werden es voraussichtlich hundert Orte werden, wo wir unterstützen konnten.»

 

Außerdem gebe es das Stipendienprogramm für Medizinstudentinnen und -studenten, die bereit sind, ihre Facharztausbildung auf dem Land zu absolvieren und anschließend fünf weitere Jahre dort tätig zu sein. «Derzeit erhalten 60 Studenten ein Stipendium in Höhe von monatlich 300 Euro», sagte Huml.

 

 

jn / dpa

 

 

 

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