Do., 23.08.2018 , 16:13 Uhr

International gesuchte Scheinehe-Ermittler fliegen auf - Ermittlungen laufen noch

Eine nepalesisch-indische Schleuserbande bringt Menschen nach Deutschland und garantiert ihnen einen Aufenthalt durch Ehevermittlung. Mitglieder der illegalen Organisation, die international gesucht wurden, konnten nun festgenommen werden. Die Ermittlungen laufen derzeit noch.

 

München – Die Münchner Bundespolizei ermittelt seit einem gewissen Zeitraum gegen eine nepalesisch-indische Schleuserbande und das mit Erfolg: gestern kam es zu fünf Festnahmen, drei davon im Ausland. Siebzehn Wohnungen wurden in Deutschland im Auftrag der Staatsanwaltschaft München und in Zusammenarbeit mit Europol, Eurojust sowie den rumänischen und polnischen Ermittlungsbehörden durchsucht.

 

Die internationale Schleusergruppierung brachte vorwiegend Nepalesen und Inder nach Deutschland und beschaffte ihnen hier einen Aufenthaltstitel. Die illegale Organisation garantierte ihnen den Aufenthalt durch die Ehevermittlung mit rumänischen Staatsangehörigen. Die Eheschließungen selbst wurden jedoch nicht in Deutschland, sondern hauptsächlich in Dänemark vollzogen. Dafür musste man aber eine stolze Summe von 12.000 Euro an die Organisation zahlen. Selbst die Buchung von Teilleistungen war möglich.

 

Die festgenommenen Beschuldigten wurden der Justiz überstellt. Bei den gestrigen Durchsuchungen beschlagnahmten die Polizeibeamten zudem umfangreiche Beweismittel, wie beispielsweise Eheschließungsunterlagen, Visitenkarten von Hochzeitsplanern, mehrere bislang unverwendete Eheringe, Speichermedien sowie 14.000 Euro Bargeld. In zwei der durchsuchten Wohnungen trafen die Einsatzkräfte weitere acht Personen an, bei denen der Verdacht der Scheinehe besteht. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

 

Die Ermittlungen waren sehr erfolgreich: die Beamten konnten fünfzehn Fälle geschleuster Personen dokumentieren. Der Hauptverdächtige rühmt sich allerdings, mehr als 200 Scheinehen vermittelt zu haben. Demzufolge werden die Ermittlungen fortgesetzt.

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