Do., 04.12.2014 , 10:32 Uhr

München: Wirtschaft befürchtet Imageschaden für Bayern

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat den Streik der Lufthansa-Piloten scharf kritisiert und vor einem wirtschaftlichen Schaden für Bayern gewarnt. Zudem drohe dem Freistaat durch den eingeschränkten Flugverkehr ein Imageverlust.

Lösung am Verhandlungstisch?

 

Der Standort München sei insbesondere durch die starke Konkurrenz mit den Billig-Airlines, aber auch durch die wirtschaftlich erfolgreichen Fluggesellschaften aus den Golfstaaten, wie Etihdad oder Emirates, gefährdet. Dadurch könnten weitere Streiks der Lufthansa in Zukunft dazu führen, dass der internationale Flugverkehr über andere Drehkreuze geleitet werde.

„Umsteigepassagiere werden vermehrt Wege über Knotenpunkte im Ausland suchen. Da München eines der beiden zentralen Drehkreuze der Lufthansa ist, ist Bayern besonders betroffen. Unserem Land geht mit jedem Streik Wertschöpfung verloren“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brosshardt.

 

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen, statt weitere Streikaktionen zu planen. Diese könnten zu massiven Imageschäden des Wirtschaftssandorts Bayern führen.

„Bayern und Deutschland verlieren als Verkehrsdrehscheibe an Zuverlässigkeit. Das können wir uns als stark exportorientiertes Land nicht leisten. Die wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft steht auf dem Spiel“, sagte Brosshardt.

 

Am Montag und Dienstag sind durch den Streik der Lufthansa-Piloten mehrere Hundert Flüge von und nach München ausgefallen. Auch am Donnerstag wurden erneut 11 Langstreckenflüge am Flughafen München gestrichen. Trotzdem war die Lage am Morgen weitestgehend entspannt. „München kommt vergleichsweise gut weg. Das liegt daran, dass hier weniger Abflüge geplant waren“, erklärte ein Sprecher des Flughafens in München.

Durch den Streik will die Pilotengewerkschaft Cockpit sich gegen die Pläne der Lufthansa wehren, dass deren Piloten in Zukunft erst mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können.

 

ibw/ dpa/ sg

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