Mi., 24.08.2016 , 11:54 Uhr

Nach Rückruf: Sieber darf nach Bakterienfund wieder Wurst produzieren

In einem «Original bayerischen Wammerl» der bayerischen Firma Sieber waren im Frühjahr Listerien nachgewiesen worden – das Unternehmen durfte daraufhin nicht mehr produzieren, musste Insolvenz anmelden. Nun haben die Behörden den Weg für einen Neuanfang freigemacht.

 

Geretsried – Nach dem Listerien-Fall darf die Großmetzgerei Sieber im oberbayerischen Geretsried wieder Wurstwaren produzieren und verkaufen. Die Behörden gaben am Mittwoch grünes Licht für einen Neuanfang. Zuvor musste das Unternehmen verschiedene Auflagen erfüllen, um die Sicherheit seiner Produkte wiederherzustellen, wie das Landratsamt in Bad Tölz mitteilte.

 

Die Gesundheitsbehörden hatten Ende Mai ein Betriebs- und Vertriebsverbot erlassen, nachdem in Sieber-Produkten die gesundheitsgefährdenden Bakterien gefunden worden waren. Zudem wurde deutschlandweit der Rückruf sämtlicher Produkte veranlasst. Die Keime hatten nach Behördenangaben «mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer bundesweiten Erkrankungswelle geführt». Das Unternehmen musste daraufhin Insolvenz anmelden.

 

Bei einem Ortstermin am Mittwoch überprüften auch Vertreter der Regierung von Oberbayern und Experten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Zustände bei Sieber. Mit Hilfe eines externen Sachverständigen hatte das Unternehmen ein Konzept entwickelt, um die Keimquelle zu beseitigen und künftige Verunreinigungen zu verhindern. Dabei wurden verschiedene Hygienemaßnahmen wie eine Schleuse mit Stiefelwaschanlage und Drehkreuz sowie ein Ampelsystem zur Händedesinfektion eingebaut.

 

Die Ansteckung mit Listerien ist für gesunde Erwachsene meist harmlos. Bei Ungeborenen, Babys, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Listeriose genannte Krankheit jedoch zum Tod führen.

 

(dpa/lby)

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