Di., 27.03.2018 , 13:01 Uhr

Pfleger unter Mordverdacht: Mittlerweile 57 Einsatzorte bekannt

Im Fall des unter Mordverdacht stehenden Pflegers, der einen 87-Jährigen aus Ottobrunn getötet haben soll, hat die Polizei heute über den Stand der Ermittlungen informiert. Bisher sind 57 Beschäftigungsadressen des Tatverdächtigen ermittelt worden. Noch ist vollkommen unklar, ob und wie viele weitere Rentner der Hilfspfleger möglicherweise ausgeraubt oder ermordet hat.

 

Wie bereits berichtet, werden gegen einen 36-jährigen Polen, der als Pflegehilfskraft an unterschiedlichen Orten tätig war, Ermittlungen wegen Mordes geführt. Der Mann wird beschuldigt, einen Rentner in Ottobrunn mit einer Insulinspritze ermordet zu haben. Aufgrund der durchgeführten Ermittlungen konnten mittlerweile 57 Beschäftigungsadressen ermittelt werden, an denen der Mann ab 2015 tätig war. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. (Mit Klick auf das Bild können Sie die bisher bekannten Einsatzorte des Mannes einsehen.)

 

 

Viele Meldungen nach Öffentlichkeitsfahndung

Allein 23 Beschäftigungsverhältnisse davon wurden erst aufgrund der Öffentlichkeitsfahndung bekannt, denn die Polizei hatte mit einem Foto nach Personen gesucht, die den Mann kennen könnten. Alleine bei diesen Fällen wird bisher einmal wegen Verdacht des Mordes ermittelt, dreimal sind Todesfälle noch abzuklären und siebenmal gibt es Diebstahlsvorwürfe.

 

Momentan zwei Ermittlungen wegen Mordes

 

So wurde auch bekannt, dass ein 84-jähriger Mann aus dem Landkreis Kitzingen während der dreitägigen Betreuung durch den Tatverdächtigen im Januar 2018 verstorben war, ohne dass die örtlich zuständige Polizei hiervon Kenntnis erlangte. Die Leiche wurde zwischenzeitlich exhumiert und im Institut für Rechtsmedizin München obduziert. Bei der Obduktion konnte keine natürliche Todesursache, sondern Auffälligkeiten festgestellt werden, die einen dringenden Tatverdacht begründen.

 

Weitere Fälle werden geprüft

 

Zusätzlich wurde noch ein weiterer Fall eines 91- jährigen Rentners bekannt, bei dem es Anfang Juli 2017 in Esslingen während der zweitägigen Betreuung durch den Tatverdächtigen zu einem Notfalleinsatz mit anschließendem Krankenhausaufenthalt gekommen ist.

 

Bei vier weiteren Fällen verstarben Personen im engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Betreuung durch den Tatverdächtigen. In einem Fall erfolgte ebenfalls eine Exhumierung, die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen stehen jedoch noch aus.

 

Weitere Ermittlungen zur Aufklärung dieser Sachverhalte dauern derzeit noch an. In fünf weiteren Fällen wird gegen den Tatverdächtigen wegen Verdacht des versuchten Mordes ermittelt. Der Beschuldigte steht zudem in Verdacht, an weiteren 15 Örtlichkeiten, an welchen er eingesetzt war, diverse Gegenstände (unter anderem Geld, Schmuck, Eheringe, Essen) entwendet zu haben.

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