Do., 14.02.2019 , 10:13 Uhr

Richter im Kuhglocken-Prozess: Notfalls Ortstermin mit Übernachtung

Reicht eine Kuhglocke für mehrere Kühe? Oder sollen besser gar keine Tiere mehr auf der Weide grasen – weil es sonst zu laut ist? Im Holzkirchner Kuhglockenstreit haben die Bäuerin, das von den Glocken gestörte Nachbarsehepaar und Vertreter der Gemeinde am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München (OLG) um ein Lösung gerungen. Notfalls müsse man über einen Ortstermin nachdenken, um die Sache selbst in „Augen- und Ohrenschein“ zu nehmen, sagte der Vorsitzende Richter.

 

Da es besonders um die Nachtruhe gehe, sei es möglicherweise notwendig, dort eine Nacht zu verbringen. Allerdings kommen die Kühe erst im Frühjahr wieder auf die Weide – momentan liegt Schnee.

 

Das Ehepaar fühlt sich seit Jahren von den Glocken der Kühe auf der nachbarlichen Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Gebimmels erreichen. Es geht auch um lästige Fliegen, die um die Kühe schwirren, und um ein nach Auffassung des Paares überzogenes Ausbringen von Gülle. Nachdem erst der Ehemann und dann die Frau in getrennten Prozessen in erster Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert waren, zog nun zunächst der Mann in zweiter Instanz vor das OLG.

 

Messungen am Schlafzimmerfenster des Paares hätten ergeben, dass das Gebimmel mehr als 70 Dezibel laut sei, sagte Anwalt Peter Hartherz vor Gericht. Er hat angekündigt, dass er den Rechtsweg weiter ausschöpfen wolle, sofern es keine Einigung gibt – möglicherweise bis zum Bundesgerichtshof. Die beste Lösung wäre für seinen Mandanten, wenn auf der Wiese keine Kühe mehr grasen würden. Dafür würde er hinnehmen, dass öfter Gülle ausgebracht werde.

 

Prozesse um den Lärm von Kuh- und Kirchenglocken sorgen in Bayern immer wieder für großes Aufsehen. In diesem Fall hatte der Unternehmer das idyllisch gelegene Haus in einem Ortsteil von Holzkirchen 2011 gekauft. Etwa ein Jahr später pachtete die Landwirtin die Weide vor seinem Grundstück und ließ dort fünf bis sieben Kühe grasen.

 

 

 

 

dpa/pm

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2025 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Auto-Anschlag Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in München mit 37 Verletzten übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärt das mit der besonderen Bedeutung des Falls und einem möglichen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.   Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat jetzt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München mit 14.02.2025 Anlaufstellen für Betroffene und Zeugen Nach dem Anschlag in München am Donnerstag, den 13. Februar 2025, stehen verschiedene Hilfsangebote für Opfer, Angehörige und Trauernde zur Verfügung: Nach dem tragischen Anschlag in München steht der Kriseninterventionsdienst RUF24 der Stiftung AKM bereit, um Betroffenen und lebensbedrohlich verletzten Menschen Unterstützung zu bieten. Das Krisentelefon ist 24-Stunden jederzeit erreichbar: 0157 733 11 110 Außerdem 18.12.2025 Zahngold verkaufen in München: So holen Sie das Beste aus alten Kronen und Brücken heraus Viele Menschen haben zu Hause noch kleine Döschen mit alten Kronen, Brücken oder Inlays liegen – entweder vom letzten Zahnarztbesuch oder von den Eltern und Großeltern. Was häufig nicht beachtet wird: dass darin ein beachtlicher Wert stecken kann. Zahngold besteht in der Regel aus hochwertigen Edelmetall-Legierungen und kann – richtig verkauft – einen unerwarteten Geldbetrag 17.12.2025 So finden Münchner Skifans die perfekten Skisocken für lange Tage auf der Piste Wer an Ski-Ausrüstung denkt, sieht meist zuerst Ski, Schuhe und Helm vor sich. Die Socken landen gerne in der Restekiste, oft als dicker Wollstrumpf aus der Winterlade. Spätestens nach dem ersten langen Tag am Sudelfeld, am Brauneck oder in Garmisch merken viele Münchnerinnen und Münchner, dass genau diese Entscheidung den Unterschied macht: zwischen warmen, entspannten