Fr., 21.08.2015 , 11:10 Uhr

Ziegen behindern Zugverkehr

Schon wieder wurde der Zugverkehr lahmgelegt. Bei einem ungewöhnlichen Einsatz am Donnerstag waren es aber keine Personen, die über die Gleise liefen. Einem Bauern sind seine Kamerunschafe entlaufen und wurden von einem Zugführer auf seiner Strecke entdeckt. Ein Polizei-Helikopter wurde zum Einsatz beordert.

 

Am Donnerstagnachmittag wurde die Bundespolizei zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz gerufen. Gegen 14:20 Uhr meldete ein Lokführer eines Güterzuges, dass er auf der Strecke München – Augsburg bei Gröbenzell vermutlich eine Ziege aus einer Herde erfasst hatte. Die vermeintliche Ziege befand sich nach seinen Angaben im Gleisbereich.

 

Die Strecke wurde gesperrt und ein Bundespolizei-Helikopter hinzugerufen. Der Helikopter befand sich bereits auf einem Routineüberwachungsflug und bestätigte, dass sich zwölf Tiere im Gleis befanden. Um die Tiere nicht weiter zu beunruhigen und aufzuschrecken, landete der Pilot seinen Helikopter etwas abseits.

 

 

Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei versuchten die agilen Tiere davon abzuhalten, sich in Richtung eines Gleisdreiecks zu bewegen. Später wurde festgestellt, dass es sich bei den Tieren um Kamerunschafe handelte. Die Herde konnte schließlich „zur Umkehr bewegt werden“. Die Strecke war auf einem langen Abschnitt gesperrt.

 

Nachdem die Hausschafe zu ihren Stallungen zurückgelaufen waren, wurde der Bauer des Gehöfts angewiesen, die Herde auf Vollständigkeit zu prüfen. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass sich keine weiteren Schafe mehr im Gleis aufhielten.

 

Außerdem überprüfte die Bundespolizei den Güterzug, konnten jedoch kein verletztes Tier oder Anhaftungen erkennen. Erst gegen 16:30 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Nun wird ermittelt, ob die Tiere durch ein Fehlverhalten ausbrechen konnten.

 

Einsätze wegen „Tieren im Gleis“

Am 27. April 2015 stellte eine Streife der Bundespolizei eine Riesenschildkröte in den Gleisen spazierend fest. Die Beamten trugen das 40 cm lange und rund 20 Kilo schwere Tier aus den Gleisen. Nach erster Inaugenscheinnahme hatte es den lebensgefährlichen Ausflug unbeschadet überstanden. Der Besitzer konnte ermittelt werden.

 

Im Juli 2014 büxte Ziegenbock „Fritzi“ in Freising aus und legte sich mit einem Alex-Zug an. Das Tier überlebte mit einer Gehirnerschütterung und löste einen Einsatz von Feuerwehr und Bundespolizei aus.

 

„Menschen im Gleis“

Mit über 440 Kilometern ist das S-Bahnnetz Münchens das größte in ganz Deutschland. Deshalb macht die Bundespolizei mehrfach pro Woche und teilweise sogar mehrfach am Tag (auch nachts) Kontrollflüge um Personen im Gleis aufzuspüren oder um zu sehen, wo sich neue Schleichwege durch’s Gebüsch gebildet haben. Wir durften bei einem Streifenflug mit an Bord sein.

 

 

 

(pol/jh)

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